Der Kaffee ist fertig...
»Auch gute Nachrichten sind Nachrichten«
(Leitsatz von Frank Elstner, ehemaliger Programmchef von Radio Luxemburg)




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Liebe ist... wenn man etwas
mit Liebe macht!


"Lebendige Lebensmittel verdienen unsere Achtung und unseren Respekt", sagt Lea Linster, Starköchin aus Luxemburg. So etwas Wertvolles sollte man auch so behandeln, behutsam damit umgehen und mit viel Liebe zubereiten. Lea liebt Suppen, Käsekuchen und Hühnchen. "Der Einkauf ist eigentlich der Appetitmacher beim Kochen. Auf die Qualität der Zutaten kommt es an." Sie redet gerne über gutes Essen, braucht kein Frühstück morgens, trinkt nur Kaffee, "und dann freue ich mich aber über diesen wunderbaren Hunger mit Appetit auf ein richtig gutes Mittagessen".

Heute steht sie mal nicht am Herd, sondern ist mit hr1-Moderator Marco Schreyl zum Sonntags-Talk verabredet. Im gläsernen ARD-Studio auf der Frankfurter Buchmesse sitzen sie sich gegenüber. Er lässig-salopp mit Poloshirt, Halstuch, dunkler Jeans und weißen Turnschuhen. Sie mal nicht mit Schürze, sondern formvollendet in todschickem seidenschwarz mit burgunderrotem Schal - ein gelungener Kontrast zu ihren blonden Haaren. Auf dem Tisch liegt ihr neustes Buch "Einfach fantastisch", das sie auf der Messe vorstellt. Es ist nach "Best of Lea Linster" ihre sechste Kreation auf Papier. Nicht einfach nur ein Rezeptbuch mit Zutaten und Anleitung - Lea schreibt wie sie spricht, erzählt ganz genau wie sie es macht ("da ich alles so durchdenken musste") und so macht man es dann einfach nach.

Der kleine Unterschied bei Leas Kochkünsten sind ihre vielen Tricks. Sie zaubert wunderbare Saucen und hat einen Hang zur französischen Küche. Den Leuten zuhause möchte Lea einige Tipps geben, wie sie ihre Küche aufwerten können ("wenn ich ein Geheimnis verraten hab, dann mach' ich mir ein neues"). Sie mag die Luxemburger Bohnenschlupp (Bohnensuppe), die passt so gut in die Herbst- und Winterzeit.

Lea Linster studierte Jura, konnte aber schon immer gut kochen ("wenn ich nervös war, hab ich einfach mal gekocht, um mich abzulenken"). Den Geschmacks- und Geruchssinn hat sie vom Vater geerbt, natürlich auch sein Talent. Als er starb, schmiss sie das Studium und übernahm seine rustikale Allround-Gaststätte, heute das bekannteste Sterne-Restaurant Luxemburgs. Lea machte ihr Kochdiplom und erkochte sich in nur fünf Jahren den ersten Stern.

Liebe ist eines ihrer Hauptwörter, und so ist sie immer verliebt in irgendwas: Ein Gericht, eine Idee (die sie konsequent durchzieht), ein Mann... "Wenn man nicht verliebt ist, ist man nur mittelmäßig", heißt ihre goldene Regel. Wichtig ist ihr, kulinarische Freuden mit anderen zu teilen. Alfred Biolek hat die "ungekrönte Königin Luxemburgs" - wie Moderator Marco Schreyl sich galant ausdrückt - nach Deutschland gebracht.

1989 setzte sich Lea gegen 24 Kerle durch und gewann den Wettbewerb "Bocuse d'Or" (bis heute als einzige Frau). Der Preis ist für die "Koch-Weltmeisterin" eine Bestätigung, das Richtige zu tun und gibt ihr Sicherheit ("mal voll reinhauen, das habe ich gerne"). Sie sieht kochen nie als ein Muss: "An dem Tag, wo ich Kochen als Arbeit empfinde, werde ich sofort aufhören damit."

Im hr1 Talk erzählt sie auch wie sie ihr Leben als alleinerziehende Mutter gemanagt kriegt, dass sie ihren Sohn schon mal um Rat fragt ("ich brauche dein junges, unverbrauchtes Hirn") und gibt ehrlich zu: "In diesem Job ist es besser allein zu erziehen, sonst musst du da auch noch diskutieren." Ihren Lebensgefährten Sam kennt sie seit 33 Jahren, er hat seinen Hauptwohnsitz in Kalifornien. Lea ist viel unterwegs, oft in New York und war für Spanien gerade auf der Weltausstellung in Shanghai.

Seit zehn Jahren schreibt sie für die Zeitschrift Brigitte, die viele Frauen von hinten nach vorne lesen, weil am Schluss Leas Rezepte abgedruckt sind. Die Luxemburgerin, geboren im Sternzeichen Stier, ist ein Alles-oder-Nichts-Typ und ihr liebstes Privileg: "Dass ich so sein darf wie ich bin!".

Als Überraschungsgast kommt Fernsehmoderator Markus Lanz ins Studio, der auf der Messe ebenfalls sein Buch vorstellt. In seiner ZDF-Kochshow ist Lea Linster ein gern gesehener Gast. Ihm gefällt ihre unverkrampfte, unverstellte Art und er mag ihren ganz großartigen Humor. Während die Männer miteinander reden, steht Lea konzentriert am Herd und hebt sich ihre schlagfertige Poente für den passenden Moment auf.

Lea erinnert sich gern an ein altes deutsches Sprichwort, das sie am Anfang ihrer Karriere oft begleitet hat: »Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert« und ergänzt lachend: "Wenn du alles verlierst, gewinnst du eine enorme Freiheit." Zum Schluss verrät sie dann noch ihren ganz persönlichen Spruch: »Ich liebe die Freiheit so sehr, dass ich bereit bin, mich dafür einsperren zu lassen«, und Marco Schreyl, der ein angenehm ruhiger und einfühlsamer Gesprächspartner war, schließt die Sendung mit dem Satz ab: "Wir haben nicht geheiratet, aber wir hatten einen schönen Vormittag".

Der hr1 Talk ist als Podcast abrufbar. So kann man die nette Plauderei ohne lärmende Hinhörblocker (wer gut ist, muss sich nicht selbst loben!) ganz ruhig wie ein spannendes Hörbuch auf sich wirken lassen. Sozusagen in Vorfreude auf Lea Linsters jüngsten Einfall ein Hörkochbuch produzieren zu wollen. Mit ihrer außergewöhnlichen Erzählkunst, dem charmanten Luxemburger Akzent und ihrer relaxten Ausstrahlung wird das sicher ein kulinarischer Volltreffer. (ap)

www.hr1.de

 
»Ich war 40, Zeit anzukommen und nicht jedes Jahr den Kontinent zu wechseln.«
(Dona Leon, Bestsellerautorin.
hr Fernsehen, 14.11.2010)


»Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.«
(Horoskop für Fische,
'Guten Morgen Deutschland',
RTL RADIO, 5.11.2010)


»Ohne Freundschaft wären Menschen sehr sehr arm.«

(Loki Schmidt † 21.10.2010, engagierte Naturschützerin,
war 68 Jahre mit Altkanzler Helmut Schmidt verheiratet; 'Beckmann' [Wiederholung
vom 19.11.2007], Das Erste, 24.10.2010)

»Meine Gäste zu verwöhnen ist für
mich das Schönste
auf der Welt.«

(Lea Linster, Starköchin aus Luxemburg, hr1 Talk mit
Marco Schreyl, 10.10.2010)


»Ein Freund ist jemand, den man nachts anrufen und sagen kann: Mir
gehts schlecht, komm' vorbei...«

(Ingo Oschmann, Comedy-Künstler ["Heute hat man
500 Freunde bei Facebook"]
'Kölner Treff', WDR Fernsehen, 24.9.2010)

»Der einfühlsame
Umgang mit Mitmenschen
kostet weder Geld
noch Zeit.«

(Nathalie von Bismarck ["Es kommt nicht darauf an wie man aussieht, sondern allein darauf wer man ist."] 'Brisant',
Das Erste, 21.9.2010)

»Nur wenn du einen Hit machst, kannst du von einem einzigen Lied ein Leben lang leben.«
(Jack White, Musikproduzent ["Locking for Freedom", "When the rain begins to fall"], 'Mensch Otto!', BAYERN 3, 13.9.2010)

»Wir sind besonders gut darin, dass wir uns nicht trauen auf eigene Ideen zu setzen.«
(Oliver Kalkhofe, NDR Talkshow, hr Fernsehen, 28.8.2010)

»Ein Buch kann uns
drei Stunden ablenken
und danach haben wir wieder ein bisschen
Kraft getankt...«

(Elke Heidenreich, Autorin, Literaturexpertin. 'Eins zu Eins. Der Talk'. Bayern 2, 3.8.2010)

»Mein Privileg ist es eine große Freiheit zu haben auf andere Menschen zuzugehen, auch mit der Stimme. Immer wieder sagen mir Leute: Ich bin mit Ihrer Stimme groß geworden. Sie sind mir
so vertraut.«

(Christian Brückner, "The Voice", Synchronsprecher [Robert de Niro, Dennis Hopper], begnadeter Vorleser, Schauspieler. hr1 Talk mit Fritz Reichardt, 4.7.2010)

»Wir sind Journalisten. Wir brauchen Distanz - auch wenn wir über
die Deutsche Nationalmannschaft berichten.«

(Manfred "Manni" Breuckmann, Reporter-Legende, hr1 Talk mit Marco Schreyl, 27.6.2010)

»Ich hasse es,
wenn Leute etwas anderes darstellen,
als sie wirklich sind. Das ist sehr enttäuschend.«

(David Garrett, Musiker, hr1 Talk mit Marco Schreyl, 23.5.2010)

»Die Psychologie ist die verwissenschaftliche Form des gesunden Menschenverstandes.
Ich hab meine Lieder immer für mich selber geschrieben, aus der Stimmung heraus...«

(Stefan Waggershausen, Musiker ["Zu nah am Feuer", "Der alte Wolf wird langsam grau"], 'Mensch, Otto!', BAYERN 3, 14.4.2010)

»Wenn man gut überzeugen kann, wird man auch das kriegen
was man will.«

(Regina Ziegler, Filmproduzentin, 'Mensch Otto!', BAYERN 3, 19.3.2010)

»Wenn man sich einigermaßen normal verhält, kann man auch
in Deutschland seine
Ruhe haben.«

(Mike Krüger, Comedian [hat
mit 15 "Mein Gott, Walter" geschrieben], 'Eins zu Eins.
Der Talk' mit Stefan Parrisius, Bayern 2, 11.1.2010)