Der Kaffee ist fertig...
»Auch gute Nachrichten sind Nachrichten«
(Leitsatz von Frank Elstner, ehemaliger Programmchef von Radio Luxemburg)



Fotos: © Oldie 95

»Ufos über der Elbe«

31. Oktober 2010, 18.00 Uhr. Oldie 95 am Sonntagabend. Halloween in Hamburg. Noch ahnt niemand, dass das Unmögliche wahr wird. Dann sind sie urplötzlich da: würfelförmige Mini-Ufos. Ganze Kolonnen der außerirdischen Ungetüme bewegen sich auf die Innenstadt zu. Eine Polizeisperre soll sie aufhalten. Es kommt zum Schusswechsel. Doch gegen die Laserkanonen der Invasoren haben herkömmliche Waffen keine Chance. Rettungskräfte versuchen zu den Verletzten zu gelangen. Unter den Toten ist auch ein Radioreporter. Seine Kollegin schildert die dramatischen Ereignisse, im Hintergrund heulen die Sirenen von Polizei und Notarztwagen, dann bricht die Leitung zusammen.

Oldie 95 berichtet live – ist sozusagen mittendrin. Im Sendestudio versucht Ingo den Kontakt über Handy wieder herzustellen. Nachrichtenmann Rainer Hirsch wird zugeschaltet. Wagemutig drängt er sich bis zur Absperrung vor, doch nichts geht mehr. „Ob die Sperre halten wird, ich weiß es nicht“, zischt eine genervte Polizeisprecherin und meint, dass die „Gegenstände nicht terrestrischer Herkunft Anlass zur Besorgnis geben“. Ein Tanklager ist bereits explodiert. Überall wo die Außerirdischen lang fahren, gehen die Lichter aus. „Deutschland hat den Verteidigungsfall erklärt“, sagt Ingo. „Damit sind alle Natoländer verpflichtet uns zu helfen“. Die Situation erinnert ein bisschen an Berlin 1956 als sich Amerikaner und Russen gegenüber standen. Doch Polizei und Bundeswehr sind in Hamburg weitgehend machtlos.

Im Studio laufen die Telefone heiß. Eine Hörerin erzählt aufgeregt wie Flieger die Elbbrücke bombardieren, um die Aliens zu stoppen - ohne Rücksicht auf den Verkehr. Mehrere Autos und ein Lastwagen brechen mit dem berstenden Beton in die Tiefe. Die Außerirdischen schießen zurück, die Bomber stürzen in die Elbe. Chaos am Bahnhof. Hoch- und Tiefbunker aus dem Zweiten Weltkrieg werden zum Schutz der Bevölkerung geöffnet. Auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz verkündet der Sprecher: „Unsere Stadt steht unter militärischem Kommando.“

Ein grünlich-bläulicher Nebel steigt auf und breitet sich ziemlich schnell aus. „Funktionieren noch Radios in Hamburg?“ fragt Ingo. Dunkle Flecken verteilen sich über die Stadt. Alles wird duster. „Ich weiß nicht, ob mich noch jemand hört...“ Dann fügt er leise hinzu: „Wahrscheinlich gibt es kein Morgen“ und legt den letzten Musikwunsch auf: „Yesterday“ von den Beatles.

Der Alptraum ist vorbei. „Das war das Hörspiel ‚Ufos über der Elbe’ von Ingo Lorenz in Erinnerung an den Hörspielklassiker ‚War Of The Worlds’ von H.G. Wells aus dem Jahr 1938.“

Privatfunk mal ganz anders: Statt eine Stunde Musik, hektische Moderation, Dauergeclaime und Werbung – 60 Minuten Spannung in Echtzeit. Nur nach jeder Reportage und kurzer Musikeinspielung der dezente Hinweis: „Hier ist Oldie 95 mit einem Hörspiel – keine wirkliche Berichterstattung.“ Eine gekonnte Inszenierung, die zeigt, wozu Privatfunker fähig sind, wenn sie mal aus dem üblichen Format ausscheren dürfen und zur Hochform auflaufen. Echtes Kopfkino - das ist den Machern des „Science Fiction Thrillers“ mit den Originalstimmen der Moderatoren und einem tiefen Griff ins Soundarchiv auch wirklich gelungen. Oldie 95-Moderator Ingo Lorenz und On-Air-Designer Cord Ehlers haben den amerikanischen Hörspiel-Klassiker in die heutige Zeit nach Hamburg übertragen. Bislang gibt es – bis auf Teilproduktionen – keine deutsche Fassung dieses Stoffes. Im Bild oben: Produzent Cord Ehlers, unten: Autor Ingo Lorenz. (ap)

Das Hörspiel „War Of The Worlds“ nach dem Roman von H.G. Wells lief 1938 bei CBS. Es begann wie eine normale Sendung mit Tanzmusik aus einem New Yorker Hotel, dann wurde die Musik durch Eilmeldungen unterbrochen. ‚Live’ wurde von der Landung von Außerirdischen, die mit tödlichem Gas und Hitzestrahlern die Menschen in New York bedrohten, berichtet. Für die Produktion zeichnete der Filmregisseur, Schauspieler und Autor Orson Welles verantwortlich, der in den 1930er Jahren mit seiner Kompagnie „Mercury Theatre Of The Air“ Theater ins Radio brachte. Das Hörspiel war Vorlage für mehrere gleichnamige Filme, unter anderem auch für Roland Emmerichs „Independence Day“. Das Hörspiel „War Of The Worlds“ hat damals halb Amerika in Aufregung versetzt, weil viele Leute die Nachricht, dass Außerirdische bei New York gelandet seien, für echt hielten und Polizei und Feuerwehr alarmierten. Um dies zu vermeiden, hat Oldie 95 die Hamburger Behörden vorher informiert.

8. Juni 2011: Oldie 95-Moderator Ingo Lorenz und On-Air-Designer Cord Ehlers haben es mit ihrem gemeinsam produzierten Radio-Beitrag "Ufos über der Elbe" ins Finale der New York Festivals Radio Awards geschafft. Ihre Adaption des amerikanischen Hörspiel-Klassikers "War Of The Worlds" kam in der Kategorie "Bestes Drama Spezial" unter die letzten Fünf von zahlreichen Einsendungen aus aller Welt.

 
»Digital Radio ist das Radio der Zukunft - es bleibt nur die Frage, wieweit die Zukunft noch entfernt ist.«
(Matthias Bäumler, Gründer
und Inhaber von Coolradio,
im Großraum Ingolstadt auf Sendung, 18.10.2010)




Radio Hörsturz -
von uns für Euch

Donnerstag, 17.00 Uhr. Coolradio Classic Rock.
"Sie hören ein Programm des Jugendzentrums Neuburg - wir schalten um zu Radio Hörsturz." Da sind Laura und Tina am Mikro. Die beiden Jungmoderatorinnen beschäftigen sich heute mit Kasper & Co. Doch: "Jetzt geht's erst mal los mit unserer Musik..." und die fetzt ganz doll ab - Teenage Dream von Katy Perry. Danach ist Michael Jackson an der Reihe. "Hallo, ich heiße Karla, bin im Krankenhaus und wünsche mir Thriller." Laura und Tina erklären, was der deutsche Kasper ist - nämlich das Kinderpuppentheater. Dann fragen sie die Neuburger, was sie über Kasperltheater denken und die versuchen ganz gekonnt einzelne Figuren nachzumachen. "Radio Hörsturz find' ich cool" kleiner Beifall-Spot auf die Sendung, anschließend stellen die Mädels freche Fragen an die echten Seppel und Kasper: "Kannst du auch das Lied singen: Drei Chinesen mit dem Contrabass? Lieber Kaspar, du spielst immer den Wichtigsten, aber ohne den anderen wäre es kein Theater." Weiter geht's mit Musik: "Mein Name ist Franziska. Ich wünsche mir den Song 'Over The Rainbow' von dem Hawaiianer." Julia möchte das Lied "99 Luftballons" von NENA hören. Laura und Tina machen noch ein Interview mit der Vorsitzenden des Neuburger Marionettentheaters. Die erzählt, dass ein kleiner Verein auch nur kleines Theater machen kann.
Dann kommt der letzte Musikwunsch: "Ich bin der Malvin, bin acht Jahre alt, im Krankenhaus und wünsche mir von Lady Gaga das Pokerface." Kasper und Seppel geben den jungen Zuhörern zum Schluss noch den Rat: "Vor dem Klo und nach dem Essen - Hände waschen nicht vergessen."

Die Digital-Radio-Station Coolradio in Ingolstadt hat am 28.10.2010 Radio Hörsturz ins Programm genommen und verbindet damit Innovation
und soziales Engagement.
Das Radioprojekt wird im Jugendzentrum Neuburg produziert und kümmert sich
vor allem um die Musikwünsche kranker Kinder in den Kliniken
St. Elisabeth. Sendetermin ist immer donnerstags um 17.00 Uhr. Neben der Bereitstellung des Sendeplatzes und Equipments unterstützt Matthias Bäumler das Projekt mit Know-How und Schulungen. Foto: © Coolradio

www.coolradio.de


»Ein Kind ist ein Stück Wildnis (...) Wir müssen unseren Kindern mehr zutrauen.«

(Andreas Weber, Autor. Aktuelles Buch: "Mehr Match! Kinder brauchen Natur". 'WestArt',
WDR Fernsehen, 7.5.2011)