Radio-Nachrichten 2007
•
40 Jahre »Hey Music«:
»Hey Music« ist
eine der beständigsten Chroniken der nationalen und internationalen
Pophit-Charts. Jeden Montag, von 19.30 bis 22.00 Uhr, präsentiert
Jürgen Jürgens aus der Popszene auf radioBerlin 88,8
vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).
1967 startete der damalige Sender
Freies Berlin (SFB) seine internationale Hitparade. Die Titel wurden
nicht vom Band gespielt, wie damals üblich, sondern erstmals direkt
von der Schallplatte. In den 70er Jahren wurde »Hey Music« durch die
monatlichen Live-Übertragungen aus Schulen und Diskotheken zur
Kultsendung der Jugendlichen in Berlin. Für die Hörer in der DDR
ersetzte die Sendung, auch wegen der mitschneidefreundlich
gespielten Hits, die Plattenindustrie. Kasettenaufnahmen der Sendung
wurden getauscht und immer wieder auf Partys gespielt. In »Hey
Music« hatten Frank Zander, Udo Lindenberg und Dieter Bohlen ihre
ersten Auftritte. Stars wie Sally Oldfield, Nena, Billy Idol und
viele andere waren bei Jürgen Jürgens in der Sendung zu Gast. Hier
im Bild mit Sarah Connor.
Foto: © rbb (Hanna Lippmann)
•
Radio 3FACH ausgezeichnet:
Für sein großes Engagement im
Bereich der Kulturvermittlung erhält das Team von Radio 3FACH den
Gastpreis 2006 der Werkbeiträge von Kanton und Stadt Luzern.
Dieses erste nichtkommerzielle,
werbefreie Jugendradio der Schweiz bietet ein
publizistisch-kulturelles Kontrastprogramm von Jugendlichen für
Jugendliche von hoher Qualität. Es hat seine Sendungen seit 1998
kontinuierlich ausgebaut und stets junge Moderatorinnen und
Moderatoren gefördert. Mit spezifisch auf einzelne Kultursparten
ausgerichteten Spezialsendungen, mit Veranstaltungskalendern,
Live-Übertragungen, DJ-Auftritten, dem Musikfestival „Funk am See“
und dem jährlichen „Kick Ass Award“ ist Radio 3FACH ein bedeutender
Teil der Jugendkultur in und um Luzern geworden. Dazu gehören auch
die speziellen News- und Diskussionssendungen aus Gesellschaft und
Politik. Dabei setzt Radio 3FACH unter anderem auf
Eigenproduktionen, eine eigenständige Musikredaktion und auf die
Beteiligung der Hörer, welche auch die Möglichkeit haben, eigene
Sendungen zu gestalten. Mit dem Gastpreis von Stadt und Kanton
Luzern soll der unermüdliche tägliche Einsatz des Hörfunksenders für
eine lebendige Kulturvermittlung anerkannt und unterstützt werden.
Der Gastpreis wurde als Überraschung des Radio 3FACH-Teams am 12.
Februar vom Präsidenten der Wettbewerbskommission, Daniel Huber, in
den Studio-Räumen an der Zürichstraße übergeben. Im Bild (von
links): Markus Ineichen, Marta Nawrocka, Andrea Fehr, Julia
Stirnimann, Olaf Yarze, Esther Unternährer, Simon Thalman.
Foto: © Staatskanzlei Luzern
• hr1 entwickelt sich weiter: Mehr Talk, mehr Aktualität, mehr Interaktivität: Mit neuen Sendungen und Formaten ist hr1 ins Frühjahr gestartet. Seit 3. März 2007 setzen zusätzlich Nachrichten an Wochentagen, Talk- und Reisesendungen sowie Wunschprogramme am Wochenende neue Akzente. Nachrichten gibt es von Montag bis Freitag jetzt im Dreißig-Minuten-Takt bis 19.30 Uhr, im »hr1-Topthema« um 17.10 Uhr wird jeweils ein aktuelles Ereignis vertieft. Lebenshilfe bietet Holger Schlageter, bekannt aus dem hr1-Profiteam, montags von 22.00 bis 24.00 Uhr im »Nachttalk«. Der Psychologe und ehemalige Seelsorger spricht mit Hörern über ihre Erfahrungen und beantwortet Fragen zu einem zwischen-menschlichen Thema. In »Prisma am Samstag« von 18.00 bis 20.00 Uhr geht es um Hessen, die im Ausland leben. Interessante Gespräche verspricht am Sonntagvormittag von 10.00 bis 12.00 Uhr der zweistündige »hr1-Talk« mit Moderator Fritz Reichardt, der auch als Podcast abonniert werden kann. Danach sind die Musikfans bei der Sendung »hr1-Charts - Die Hörerhitparade« gefragt: Dreißig Titel stehen im Internet zur Wahl.
•
Life Radio geht ins 10. Sendejahr:
Als einziger
Privatsender österreichweit liegt Life Radio laut Radiotest
(Fessel-GfK, 14-49 Jährige) sowohl in Reichweite als auch
Marktanteil vor dem öffentlich-rechtlichen Landesradio.
Der tägliche Life Talk ab Mai
ist neu bei Life Radio und einmalig in Österreich. Seit mehr als
zwei Jahren trifft sich Moderator Flo Danner (Bild) einmal
wöchentlich mit prominenten Gästen - jetzt präsentiert er das
Promi-Magazin von Montag bis Freitag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr.
Zum Start der Sendung nahm - passend zum Staatsfeiertag - der
Bundeskanzler vor Florians gelbem Mikrofon Platz. Samstags gibt es
einmal im Monat die Stars auch live zum Anfassen beim PlusCity Life
Talk. Das jüngste Kind der Life Factory ist der Bereich
Podcast-Produktionen. Dabei werden kundenspezifische
Podcast-Angebote konzipiert und umgesetzt.
Foto: © Life Radio
•
Radioeins eröffnete neues Studio:
Am 9. Mai 2007hat Radioeins vom
Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ein Studio im
Admiralspalast eröffnet. Das neue Berlin-Studio des in
Potsdam-Babelsberg produzierten Programms liegt direkt am S-Bahnhof
Friedrichstraße, mitten im politischen und kulturellen Zentrum der
Hauptstadt. Ob Sendungen oder Live-Schaltungen mit Politikern,
Künstlern oder Experten - täglich schaltet Radioeins in sein neues
Studio. Die Eröffnungssendung »Radioeins am Abend« wurde von
Konstantina Vassiliou-Enz moderiert. Das ungefähr 20 Quadratmeter
große Studio - gleich links neben dem Eingang zum Theater gelegen -
ist über ISDN-Leitung mit dem Radioeins-Studio in Potsdam verbunden.
Ein so genannter Selbstfahrerplatz ermöglicht es dem Moderator, auch
den technischen Ablauf der Sendung zu kontrollieren, und zwei
Headset stehen für Interviewgäste zur Verfügung. Das Herzstück des
neuen Studios bildet eine mobile Sendeeinheit. Einen der Höhepunkte
aus dem Radioeins-Studio im Admiralspalast bildet die »Hörbar Rust«.
Radioeins wird die sonntägliche Sendung, in der Kult-Talkerin
Bettina Rust einen prominenten Gast begrüßt, so oft wie möglich in
der neuen Location produzieren, ebenso wie viele der
Radioeins-Musik-Specials. Darüber hinaus ermöglicht es das
Radioeins-Studio im Admiralspalast, Gäste kurzfristig live oder
zeitversetzt in die Radioeins-Zentrale zu schalten. Ebenfalls
geplant ist, die Sendung »Radioeins am Abend« regelmäßig in der
Friedrichstraße zu produzieren.
Foto: © rbb (Jenny Sieboldt)
•
Radioeins bringt Musiktitel aufs Handy:
Wer hat das nicht schon erlebt:
Unterwegs hört man einen guten Song im Radio und wartet
gespannt auf die Ansage des Moderators - doch der nennt den
Musiktitel nicht. Kein Problem mit ixPlay: Die von Radioeins
gemeinsam mit dem Studiengang Telematik der Technischen
Fachhochschule Wildau und der isellence GmbH entwickelte Software
schickt den aktuellen Musiktitel und Playlists des rbb-Programms
direkt auf das Handy. Dort kann der Nutzer die Interpreten und Titel
der gesendeten Songs bequem ablesen.
•
10 years sunshine live:
Am 20.
Juni 1997 startete ein
Radioprojekt der ganz besonderen Art. An diesem Tag ging von
Schwetzingen aus Radio sunshine live in Teilen von
Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern on air. Seit
diesem Tag hat Radio sunshine live für Radiodeutschland im gesamten
und die elektronische Musikszene im besonderen sicherlich Maßstäbe
gesetzt. Ein
beachtenswerter Weg vom Lokalsender zur bundesweit bekannten und
verbreiteten Radiomarke liegt hinter dem Team. Von Beginn unter der
Leitung von Geschäftsführer Ulrich Hürter, kann der Sender stolz auf
eine Entwicklung mit wachsenden Hörerzahlen und einer Steigerung des
Bekanntheitsgrades auf nahezu sechs Millionen Bundesbürger
zurückblicken. Mit Radio sunshine live bekam Deutschland ein großes
und starkes Medium für die im Radio bis dahin vernachlässigte große
elektronische Musiklandschaft. Aufgrund des großen Erfolges im
terrestrischen Sendegebiet, erweiterte man die Verbreitung
deutschlandweit über Kabel und europaweit über Satellit.
• Die WDR-Radiojournalistin Magda Gatter ist am 2. Dezember im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie war eine der ersten Journalistinnen im wieder aufgebauten Kölner Funkhaus und prägte mehr als 25 Jahre lang das Hörfunkprogramm des WDR. Als Leiterin des Frauenfunks gab sie in den sechziger und siebziger Jahren viele entscheidende Impulse für die Modernisierung des WDR-Hörfunkangebots. Ab Mitte der fünfziger Jahre arbeitete Magda Gatter zunächst als freie Journalistin für den WDR. Im April 1963 folgte die Festanstellung als Redakteurin mit besonderen Aufgaben; sie wurde Leiterin des Frauenfunks. Viel Aufsehen erregte Gatter im Oktober 1963 mit der Glosse „Hilfe, ich bin eine Heldenmutter“ über den Wehrdienst ihres vierten Sohnes Peter, dem späteren WDR- und NDR-Journalisten. Durch die Satire fühlte sich der damalige Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) derart provoziert, dass er beim WDR-Intendanten protestierte und sich in seinem Schreiben an „sowjetzonale Zersetzungspropaganda“ erinnert fühlte. Es kam zu einer Diskussion im Bundestag. WDR-Intendant Klaus von Bismarck stellte sich schützend vor Magda Gatter. 1971 startete unter ihrer Leitung die erste Frauensendung des WDR, »Dampftopf«. 1974 wurde sie Leiterin der Redaktionsgruppe Familie und Gesellschaft. In dieser Funktion trug sie entscheidenden Anteil daran, dass immer mehr Journalistinnen vor dem Mikrofon und in den Redaktionen ihren Platz fanden und dass das Radio mit Sendungen wie »Hallo Ü-Wagen« den Hörerinnen und Hörern ein Forum bot. 1980 schied Magda Gatter im Alter von 65 Jahren aus dem WDR aus. Bis ins hohe Alter hinein hat sie sich in Bergisch Gladbach um Aussiedler und sozial Schwache gekümmert.
