Radioarchiv

 Memories aus 20 Jahren RADIOJournal

Radio-Nachrichten 1995

• Nach drei erfolgreichen Jahren startet das »MDR-Kultur-Café«, die beliebte Live-Sendung auf MDR Kultur, 1995 gleich mit einem kleinen Jubiläum: der 120. Folge. Zu gewohnter Zeit und an gewohnter Stelle kann man das »MDR-Kultur-Café« auch im Januar erleben: sonntags von 15.05 bis 16.30 Uhr im Leipziger Pfeffermühlenclub am Thomaskirchhof. Eintritt und Kaffee sind frei.

• Mehr Profil für WDR-Programme: Am 2. Januar wird ein Teil der Radio-Reform Wirklichkeit, die Hörfunk-Direktor Fritz Pleitgen vor einem Jahr angekündigt hat. WDR 5 nennt sich dann Radio 5 und ist die neue Welle für anspruchsvolle Hörer. WDR 2 wird noch deutlicher als bisher zu einer aktuellen Magazin-Welle. Das Morgenmagazin beginnt dann schon um 5.00 Uhr früh; es wird keine Doppelmoderation mehr geben. »Daheim und unterwegs« macht »Echo West« Platz; das Dortmunder Regionalmagazin wandelt sich zum »Boulevard-Magazin«. Es wird, wie »Echo West«, aus Nordrhein-Westfalen und Westfalen berichten, allerdings mit Blick über die Landesgrenzen hinaus. »Zwischen Rhein und Weser« von 15.00 bis 17.00 Uhr soll sich wieder stärker den Themen aus Nordrhein-Westfalen widmen. Um 16.30 Uhr ist hier der neue Platz für die Regionalberichte. »Radio 5 am Vormittag« lädt zum Mitmachen ein. Montags bis mittwochs nach elf in der »Redezeit«, am Donnerstag bei »Hallo Ü-Wagen« und freitags bei »Hörerinnen und Hörer machen Programm«. Ab 12.00 Uhr folgen dann "konzentrierte" Wortprogramme mit täglich wechselnden Schwerpunkten. Die reformierte Jugendwelle WDR 1 mit ZAK-Redaktionsleiter Martin Hövel als Wellenchef startet am 1. April 1995.

• Bayern 2 Wort strahlt ab 7. Januar die beliebten Regionalprogramme und die Bayernchronik am Samstag eine halbe Stunde später aus: 12.05 statt bisher 11.30 Uhr. Mit dieser Änderung soll die in letzter Zeit verstärkte Regionalberichterstattung im Programm besser zur Geltung gebracht werden.

• radio NRW und die Landesanstalt für Rundfunk (LfR) haben in Düsseldorf die Deutsche Hörfunkakademie GmbH gegründet. radio NRW, das Rahmenprogramm für den NRW-Lokalfunk, hält 75 Prozent der Anteile, die LfR 25 Prozent. Zum Geschäftsführer wurde Helmut G. Bauer, Geschäftsführer von radio NRW, bestellt. Die Deutsche Hörfunkakademie wird Hörfunk-Mitarbeiter unterschiedlicher Arbeitsbereiche aus- und weiterbilden. 1995 sind im redaktionellen Bereich unter anderem Volontärskurse, Seminare in Interviewtechnik und Moderation, zum Thema Nachrichten sowie ein Selbstfahrertraining vorgesehen.

• Bayern startet DAB-Pilotprojekt: Die bmt (Bayerische Medien Technik GmbH) mit Sitz in München (eine gemeinsame Tochter des Bayerischen Rundfunks und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien) hat mit der Koordinierung und Durchführung des von der Bayerischen Staatsregierung unterstützten Pilotprojekts "Digital Audio Broadcasting" (DAB) begonnen. Im Verlauf der nächsten drei Jahre soll die neue, digitale Hörfunktechnologie DAB im Großraum Bayern erprobt werden. Dazu wird zunächst ein digitales Sendernetz installiert. Mitte 1995 werden etwa 4000 DAB-Endgeräte ausgegeben, um die Akzeptanz der neuen Technologie beim Endanwender zu testen. Im einem Abschlussbericht, der für Ende 1997 geplant ist, werden Ergebnisse der Testphase sowie konkrete Empfehlungen für die Einführung von DAB erwartet.

Radio Korea International (RKI) hat zusammen mit anderen Sprachdiensten seine deutschsprachigen Sendungen auf 60 Minuten verlängert. Das deutsche Programm, das 1981 eingeführt wurde, wird von Frau Han Hye-ryeon geleitet.

• Als siebte Rundfunkanstalt beteiligt sich das Deutschlandradio Berlin ab Januar 1995 am Funkkolleg. Das Gemeinschaftsprojekt wird bisher von den Rundfunkanstalten hr, NDR, Radio Bremen, SR und WDR, den Kultur-/Wissenschaftsministerien und Volkshochschulverbänden der beteiligten Länder sowie vom Deutschen Istitut für Fernstudienforschung getragen. Bereits 1993 hatte sich die Deutsche Welle entschieden, die Sendungen des Funkkollegs weltweit auszustrahlen.

• Die Geschäftsleitung des Südwestfunks hat eine Vorlage für die Gremien des Senders zur Teilnahme am DAB-Projekt in Baden-Württemberg vorläufig zurückgezogen. Zur Begründung sagte Intendant Peter Voß, dass einige wichtige Bedingungen von den Partnern noch nicht erfüllt wurden. An erster Stelle stehe das finanzielle Engagement der Geräteindustrie, die bisher noch keine nennenswerten Zusagen gemacht habe. "Wir werden nicht das Geld der Hörer in ein - sicher besseres - Übertragungssystem stecken, wenn ihnen dann anschließend keine Radios dafür angeboten werden", so Voß. Der SWF-Intendant weiter: "Die Zeiten sind endgültig vorbei, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Grundlagenforschung bezahlt und die Industrie anschließend daran verdient. Wer Fortschritt in der Medientechnik will, muss sich auch an der Entwicklung und am Risiko beteiligen."

• Ab 5. Januar kommen Freunde ungewöhnlicher Musik bei radio SAW auf ihre Kosten. Jeden Donnerstag von 22.00 bis 23.00 Uhr präsentiert der Sender deutsche Newcomer-Bands, die schon gewisse Erfolge aufweisen können, aber noch nicht in allen Hitparade vertreten sind. Damit durchbricht radio SAW jede Woche für eine Stunde sein gewohntes Musikformat, das Programmdirektor Thomas Schnell als "Soft-AC mit den Hits der letzten 35 Jahre" beschreibt. Ziel der neuen Sendung »SAW Schallmauer« ist, deutschen Musikgruppen, die nicht oder nur selten im Tagesprogramm von radio SAW auftauchen, eine Chance zu geben. Die Idee stammt von den Moderatoren Karen Heinrichs und Andy Hein. Beide betreuen redaktionell die Sendung und werden sie abwechselnd moderieren. Entstanden ist die Sendung aus einer Beitragsreihe von Karen Heinrichs, in der sie junge, sachsen-anhaltinische Bands vorstellte. Bei ihren Recherchen erkannte sie, dass es in Deutschland ein großes musikalisches Potential gibt das der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist. Hier will radio SAW die "Schallmauer" durchbrechen und bietet mit seiner neuen Sendung dem musikalischen Nachwuchs ein Forum.

• Am 13. Januar feiert der Oberpfälzer Regionalsender Radio Ramasuri sein fünfjähriges Bestehen. Bis zum Sendebeginn am 13. Januar 1990 war es ein Start mit Hindernissen gewesen, da nach der Öffnung Bayerns für UKW-Privatfunk noch keine Frequenzen in der Region zur Verfügung standen. Im fünften Jahr ist ein technischer Versorgungsgrad von 90 Prozent erreicht und nach einer vor längerer Zeit vorgenommenen Umstellung auf ein Schlagerformat hat sich der Sender in der nördlichen Oberpfalz fest etabliert.

• Die HSG Hörfunk Service GmbH, verantwortlich für die Vermarktung der Werbezeiten und die administrative Betreuung der Lokalsender der Kölner Bucht: Radio Bonn/Rhein-Sieg, Radio Erft, Radio Köln und Radio Leverkusen, wirbt jetzt auch interaktiv. Die HSG verschenkte in den vorweihnachtlichen Tagen an ihre Spotkunden den "Hörfunk Screen Guard". Der Bildschirmschoner ermöglicht den Kunden, sich direkt am Computer über Programm, Reichweiten, Buchungskonditionen und Preise der von HSG betreuten Sender zu informieren. Ist der "Hörfunk Screen Guard" einmal installiert, rotieren in den Arbeitspausen Bilder der HSG-Mediaberater, Bilder aus den Redaktionen, von Veranstaltungen und aus den Sendestudios über den Bildschirm.

• Positive Bilanz nach 111 Sendetagen: Nach weniger als vier Monaten im Berliner Äther ist die Bilanz des SFB-Projektes SFB4 MultiKulti überwiegend positiv. Für das 24-stündige Vollprogramm konnte ein Bedarf in Berlin zunächst nur vermutet werden. Das Programm hat einen Doppelcharakter: Tagesbegleitprogramm von 6.00 bis 16.00 Uhr - Zielgruppenprogramm von 16.00 bis 22.20 Uhr. Das Projekt "multikulturelles Radioprogramm" hat wegen seiner Einzigartigkeit in Europa, mittlerweile weit über deutsche Grenzen hinaus, Interesse gefunden. Europarat und Europa Union sehen SFB 4 MultiKuli schon jetzt als "vorbildliches Medienprojekt zum Abbau von Fremdenfeindlichkeit". Trotz Low-Budget-Etat ist das Programm konstant hochwertig und durch moderne digitale Technik sowie hochmotivierte Mitarbeiter realisierbar. Die finanzielle Unterstützung durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) und das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung während der Projektdauer, sowie die Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt, sind Voraussetzungen für das gesamte Vorhaben.

Die Palestinian Broadcasting Corporation in Gaza kann zunächst drei Monate lang die Erfahrung von Gerhard Konzelmann nutzen. Mit Wirkung zum Februar wird der langjährige Nahost-Korrespondent vom SDR Stuttgart nach Gaza abgeordnet, um beim Aufbau des Rundfunk- und Fernsehwesens im Autonomiegebiet von Gaza und Jericho und bei der Ausbildung entsprechender Mitarbeiter zu helfen. Nach der Einigung zwischen PLO und israelischer Regierung über ein Autonomiestatut hatte die Palestinian Broadcasting Corporation im Juli 1994 mit Sendungen aus Palästina begonnen. Vorher waren pro-palästinensische Sendungen nur aus dem Ausland möglich gewesen.

• Am 30. Januar nahm Adventist World Radio (AWR) im norditalienischen Forli einen kleinen Kurzwellensender in Betrieb. Seine Sendungen waren seither vor allem für Mitteleuropa und den Balkan bestimmt, da sich die Sendungen für die britischen Inseln und Skandinavien wegen der schwachen Sendeleistung nicht bewährten. AWR verhandelte immer wieder über eine stärkere Kurzwellenstation in Italien, aber inzwischen konnte die Radiomission in Russland und der Slowakei billige Sendezeit für Europa mieten. Dennoch bringt die Station Forli um 10.00 und 16.00 Uhr auf 7230 kHz noch deutsche Sendungen.

• Das neue Ö3: Mit den nun realisierten Reformen bereitet sich die Pop- und Servicewelle des Österreichischen Rundfunks auf Kommerzradios vor. Ö3 erhielt ein über 24 Stunden durchhörbares, verlässliches und publikumsfreundliches Profil. Er ist und bleibt der Radiosender Österreichs: Der News-Sender, der Service-Sender und der Musik-Sender. Die Reform erfasst folgende neue Sendeflächen: der neue »Ö3-Wecker«, »Ö3-Heute«, »Club Ö3« und der neue »Treffpunkt Ö3«. Inhaltlich orientiert sich Ö3 noch mehr an den Hörer-Bedürfnissen, bemüht sich noch  mehr um nutzbringende Informationen und Service - als das "schnellste Medium Österreichs". Die Moderatoren präsentieren nun auch Wetter, Verkehr und Sport. Die O-Ton-Nachrichten der Informationsabteilung auf Ö3 werden bis einschließlich 24.00 Uhr ausgeweitet. Das neu eingeführte "Chef vom Dienst"-System soll gewährleisten, dass die Sendungsmacher das Gesamtkonzept umsetzen. Mit verstärkten lokalen Einstiegen und Fenstern soll den regionalen Bedürfnissen der Hörer in den jeweiligen Bundesländern entsprochen werden ("Ö3 ist mein Radio"). Die lokalen Schlagzeilen um 6.30, 7.30 und 8.30 Uhr enthalten auch lokale Wetter-, Verkehrs- und Sportinformationen. Täglich um 11.34 und 18.30 Uhr werden sieben lokale Veranstaltungskalender gesendet: Wien, Niederösterreich und Burgenland gemeinsam und je einer in jedem Bundesland. Der lokale Verkehrsdienst ist in fünf Regionen gegliedert. »Ö3 Heute« ist das neue Mittagsmagazin, das von Montag bis Samstag 11.00 bis 13.08 Uhr ausgestrahlt wird. FM4 auf Blue Danube Radio von 19.00 bis 1.00 Uhr bringt die Inhalte der Magazinsendungen »Zickzack« und »Music Box« in nunmehr sechs statt - wie bisher - in zwei Stunden Sendezeit. Auch FM4 wird von Ö3 produziert.

• hr2 will breite Hörerschichten ansprechen: Im Januar begann der Hessische Rundfunk mit einer stufenweisen Erneuerung seiner Kulturwelle hr2. Das zweite Hörfunkprogramm soll nach Beendigung der Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk zum Jahresende 1994, ein neues Gesicht bekommen. Der neue Wellenleiter von hr2, Dr. Heinz-Dieter Sommer, will das Programm für breite Hörerschichten öffnen. Vor allem ein jüngeres kulturinteressiertes Publikum soll stärker als bisher angesprochen werden: "Insgesamt werden wir ein integratives Radio-Kulturprogramm anbieten, in dem Wort und Musik stärker aufeinander bezogen und abgestimmt sind". Neben der Einführung neuer Inhalte werden bisher bewährte Elemente beibehalten. Fixpunkte im Programm bleiben Konzerte, Lesungen und Kulturmagazine.

• Die beliebte hr-Reihe »hr4 Tanztee«, bei der Musik der Schellack-Ära, aber auch Schlager der neunziger Jahre erklingen, wird seit Januar 1995 in hessischen Tanzschulen veranstaltet.

• Deutschlandfunk erhöht Wortanteil: Der Deutschlandfunk hat ab Januar seinen Wortanteil um 75 Prozent erhöht. Kernpunkt der Programmänderungen ist die Verlängerung der Sendung »Informationen am Morgen« auf jetzt vier Stunden, von 5.00 bis 9.00 Uhr. Sie wird durch neue Informationsblöcke aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport erweitert. Täglich gibt es ein großes Länderthema. Die bisherige Konzertsendung ab 20.10 Uhr entfällt zugunsten eines informativen Kulturprogramms. Chefredakteur Rainer Burchardt: "Unsere Zielgruppe sind Hörerinnen und Hörer, die gründlicher und umfassender informiert werden wollen und gleichermaßen an Politik und Kultur, Wirtschaft, Sport und Wissenschaft interessiert sind".

• Offener Kanal Flensburg auf Sendung: Am 18. März stellte Gyde Köster, Staatssekretärin im Ministerium für Frauen, Bildung, Weiterbildung und Sport, als Vertreterin der schleswig-holsteinischen Landesregierung den Offenen Kanal Flensburg - Fernsehen (Sonderkanal 8) offizielle in Dienst. Damit sind nunmehr drei dieser Einrichtungen in Schleswig-Holstein in Betrieb, die Bürgerinnen und Bürgern als Sende-Selber-Sender zur Verfügung stehen. Neben Flensburg sind Kiel (Kanal 9) und Lübeck mit einem Offenen Kanal Hörfunk (UKW 98,8 MHz) on air. Der Offene Kanal Flensburg ist in den Kabelanlagen im Großraum Flensburg zu empfangen. Erreicht werden etwa 58.000 angeschlossene Haushalte im Dreieck Flensburg, Niebüll, Schleswig und Kappeln.

• Seit 20. März moderiert Walter Freiwald die Frühsendung »Muntermacher« bei Antenne.Das Radio. Er ist vor allem durch die RTL-Sendung »Der Preis ist heiß« und seine Wortschöpfung "nigelnagelneu" bekannt geworden. Der gebürtige Ostfriese hat eine abwechslungsreiche Karriere in der Medienbranche hinter sich. Eingestiegen ist er über die Musikbranche und hat bei einer Plattenfirma Howard Carpendale, Heino und Smokie betreut. Später war er auch Produzent von BAP und Purple Schulz tätig. Frank Elstner holte ihn als Musikredakteur und Moderator zu RTL Radio. Freiwald war dann bei verschiedenen Radio- und Fernsehstationen tätig, zum Beispiel bei ANTENNE BAYERN, Radio Gong 2000, Radio Xanadu und M1, München.

• Landeswelle Thüringen on air: Am 21. März 1995 startete mit der Landeswelle Thüringen der zweite private Radiosender im Land. Die Zielgruppe sind Hörer über 30. Dem angemessen setzt sich das Musikprogramm vor allem aus großen deutschen Schlagern, gern gehörten Osthits, aber auch aus Oldies und aktuellen Hits zusammen. Berichterstattung aus Thüringen ist oberstes Gebot. Dabei soll nicht über, sondern auch aus den Regionen berichtet werden. Durch die besondere Frequenzaufteilung ist es der Landeswelle möglich, als einziger Thüringer Sender Frequenzen regional auseinanderzuschalten und damit für jede Region ein maßgeschneidertes Programm zu produzieren. Zu diesem Zweck wurden in Thüringen neben dem digitalen Hauptstudio, Regionalstudios in Erfurt (Sendegebiet Mitte und West), Gera (Sendegebiet Ost), Hildburghausen (Sendegebiet Süd) und Nordhausen (Sendegebiet Nord) errichtet. Gleichzeitig ergibt sich aus diesem Frequenzsplitting ein Vorteil für regionale Werbung, was einmalig in Thüringen ist. Das Wochentagsprogramm beginnt um 5.30 Uhr mit der Sendung »Guten Morgen«, an die sich ab 9.00 Uhr »Ihr Ratgeber« anschließt. Am Wochenende werden einige Spezialsendungen eingeschoben »Oldieparade« und »Oldieshow«. Am Sonntag moderiert Wolfgang Hempel den »Sportclub«. Die Reporter-Legende ist als Moderator der Sendung »Sonntag-Morgen-Sport« beim früheren Sender Weimar noch vielen Hörern bekannt. Überhaupt setzt man bei der Landeswelle beim Personal auf Thüringer Kompetenz. Neben dem vormals beim Hitradio FFH tätigen Ulli Jelinek als Programmdirektor sind als Thüringen Koordinatorin Petra Schenk sowie der ehemalige RADIO PSR-Studioleiter Frank Göbel im Sender tätig. Außerdem wird das Team von Wolfram Liebscher (vormals Redakteur bei Antenne Thüringen) und Thomas Triemer als Sportchef (vormals Reporter beim MDR) komplettiert.

• Dauermoderations-Weltrekordler Tillmann Uhrmacher moderiert wieder jeden Freitag zwischen 21.00 und 24.00 Uhr die Sendung »MaxiMal« auf RPR Eins. Maxi-Dancefloor-Scheiben aller Musikrichtungen stehen auf der Playlist der Sendung, die auf eine Fangemeinde zählen kann, gilt sie doch weiterhin als kompetenteste Show dieser Art. Außerdem spielt Tillmann Uhrmacher auch Hörerwünsche und die "Klassiker" des Genres.

• Ab 1. April präsentiert das Schlager-Radio RPR Zwei drei neue Sendungen - täglich (außer sonntags) den »Boulevard« (bunte Mischung aus Schlagern, Melodien und unterhaltsamen Meldungen) von 9.00 bis 12.00 Uhr, am Donnerstag den »Radiotreff« und am Freitag die »Oldie-Hitparade« jeweils von 19.00 bis 21.00 Uhr. Eine weitere Neuerung: Das Wunschkonzert »RPR Zwei gratuliert« kommt jetzt jeden Tag zwischen 12.00 und 15.00 Uhr.

• Der landesweite hessische Privatsender, seit 1. April umbenannt in Hitradio FFH, präsentierte mit dem Oster-Mega-Mix ein ganz besonderes Osterei. Insgesamt 22 Top-Moderatoren von 13 namhaften privaten Radiostationen aus dem gesamten Bundesgebiet legten am Ostersonntag und -montag 333 Nummer 1-Hits auf. Neben den bekannten Stimmen der hessischen Privatfunker waren folgende Moderatoren bei den Hessen on air: Goofy Förster von Radio Gong 96,3 aus München; Wolfgang Leikermoser von ANTENNE BAYERN; Oliver Dunk von HUNDERT,6 aus Berlin; Stephan Heller von Radio Hamburg; Jörg Christian Petershofen von radio ffn aus Hannover; Uwe Kroke von Radio Regenbogen, Mannheim; Uwe Hessenmüller, Energy 103,4 Berlin; Frank Bremser von R.SH aus Kiel; Jörg Kremer von 104.6 RTL Berlin; Frank Laufenberg von RPR Eins aus Ludwigshafen und Uwe Fischer von RADIO PSR aus Leipzig.

• Am 1. April 1995 ist offiziell die RADIOROPA Infowelle Sachsen (ein Ableger des ersten deutschsprachigen Informationsprogramms RadioRopa Info aus Daun) auf Sendung gegangen. In den drei sächsischen Metropolen Dresden (89,2 MHz), Chemnitz (91,0 MHz) und Leipzig (97,6 MHz) ist deshalb auch größtenteils das überregionale Programm aus Daun zu hören. Allerdings wird es in der Primetime morgens, mittags und nachmittags um Informationen aus Sachsen ergänzt. Das letzte Viertel einer Stunde ist dem Wetterbericht, einem Beitrag und der Werbung aus Sachsen vorbehalten. Die fünfminütigen Hauptnachrichten werden seit Ende März rund um die Uhr im Leipziger Studio produziert und gelangen von dort über Satellit in die Sendezentrale nach Daun in der Eifel. Damit hat RADIOROPA nach der Einsparungswelle 1994 und der daraus resultierenden Übernahme der Nachrichten von der BBC erstmals wieder eine eigene Nachrichtenredaktion. In dem digitalen Studio in Leipzig arbeiten zwölf Redakteure und zwei Mitarbeiter der Marketingabteilung unter Leitung von Peter Nordwig, der seit seit 1990 bei RADIOROPA in Daun tätig ist. Spätestens Anfang 1996 sollen Studios in Dresden und Chemnitz aufgebaut werden, die eigene Regionalfenster produzieren und regionale Werbung ausstrahlen. Gerade durch regionale Werbung will sich die Infowelle Sachsen finanzieren. Die ersten Reaktionen von Hörern aus der Wirtschaft auf das neue Programm sind für Studioleiter Peter Nordwig akzeptabel ausgefallen. Das heißt für ihn, dass es eine Hörergruppe gibt, die nicht nur am deutschen, sondern auch an Europapolitik und am politischen Weltgeschehen interessiert ist. Denn diese Hörer stellen das eigentliche Zielpublikum von RADIOROPA dar. Abseits von allen wirtschaftlichen Überlegungen ist RADIOROPA Infowelle Sachsen eine Alternative im verflachten sächsischen Radiomarkt, die den Blick auf Europa und die Welt zu schärfen vermag. Im Bild: ehemalige RADIOROPA-Sendezentrale in Daun. Foto: © Radioropa

• Neuer Sendeplatz: Die beliebte Musiksendung »Swing und Balladen« musste Anfang des Jahres wegen der Profilierung von WDR Radio 5 zum Wortprogramm entfallen. Nach Hörerprotesten kommt die Sendung mit Charlie Wagner ab 2. April wieder ins Programm und zwar jeden Samstag von 20.05 bis 21.00 Uhr auf WDR 4.

• Neue S4 Landessendung: Ab 3. April werden S4-Hörer um 16.05 Uhr noch ausführlicher darüber informiert, was zwischen Mannheim und Konstanz, Rastatt, Tauberbischofsheim und Ulm geschieht. In der neuen Sendung »Baden-Württemberg aktuell« werden alle jene Ereignisse notiert, berichtet, reportiert und kommentiert, die Bürger und Bürgermeister gleichermaßen interessieren. Im Anschluss daran melden sich weiterhin alle SDR-Regionalstudios mit aktuellen Informationen aus der Region.

• Am 24. April 1995 ist die AFK Aus- und Fortbildungs GmbH für elektronische Medien gegründet worden. Die gemeinnützige GmbH soll die in München und Nürnberg entstehenden Aus- und Fortbildungskanäle für Hörfunk und Fernsehen koordinieren und deren programmliche, technische und finanzielle Funktionsfähigkeit gewährleisten. Die Aus- und Fortbildungsaktivitäten haben vor allem zum Ziel, professionellen und engagierten Nachwuchs aus- und fortzubilden, um dadurch die Anbieter- und Programmvielfalt in Bayern abzusichern und weiter auszubauen.

• Kahlschlag bei OK Radio ... so die fette Schlagzeile von BILD Hamburg am 27. April 1995. Weil immer weniger Hörer ihr Radio auf 95,0 MHz einstellten, sollte der neue Programmdirektor Cetin Yamann (ein Freund von Frank Otto) den Sender "reformieren". Teure Top-Moderatoren wie Tobi Deppisch (Unterhaltungschef), Tom Yamaoka, Marek Erhardt und Tina Busch (Musik-Chefin) wurden entlassen. Jetzt investiert Yamann laut BILD in die Talent-Forschung. Volontäre und Praktikanten sollen ins Studio, nicht nur in die Redaktionen.

• Piratensender ausgehoben: Das erst vor acht Monaten ins Leben gerufene Free Radio-Projekt CITY FM in Düsseldorf wurde am 30. April 1995 um 12.00 Uhr mittags von Beamten des Bundesamtes für Post und Telekommunikation und der Polizei zum Schweigen gebracht. CITY FM strahlte nach zweimonatiger Planungszeit im September 1994 erstmals seine Programme mit einer Strahlungsleistung von 70 Watt auf UKW 97,2 MHz (später auch mit höherer Leistung auf 103,5 MHz) in Mono aus. Erst, als sich aufgrund der großen Reichweite das Projekt als erfolgreich erwies, wurde auf Stereobetrieb umgerüstet. Bei der Aushebung der Station wurden HiFi- und Sendeanlagen beschlagnahmt und die Antennenanlage samt Antennenmast abgebaut. Gegen die Betreiber wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Fernmeldeanlagengesetz (FAG) erlassen.

• Die Stimme Russlands hat  im April 1995 acht Sendesprachen aufgegeben und bei 17 weiteren die Sendezeit gekürzt. Damit sendet der russische Auslandsdienst nur noch 546 Stunden wöchentlich in 30 Sprachen. Der Deutsche Dienst profitierte von den Veränderungen, da der Abendsendeblock wieder ganz auf der Mittelwelle 1386 kHz zu hören ist.

• SWF 4 erweiterte Regionalnachrichtenangebot: Bisher wurden die Hörer von SWF 4, der Landeswelle Rheinland-Pfalz, dreimal täglich mit Nachrichten aus ihrer jeweiligen Region versorgt: Um 7.45, 12.45 und 16.45 Uhr schaltete SWF 4 in die Regionalstudios zum »Rheinland-Programm« aus Koblenz bzw. Trier, zum »Pfalz-Programm« aus Ludwigshafen bzw. Kaiserslautern und zur »Rheinhessenwelle« aus Mainz. Seit 3. April gibt es nun zu den gewohnten Zeiten vier Aufschaltungen. Das neue, zusätzliche Nachrichtenmagazin heißt »Trier aktuell« und wird aus dem Studio Trier ausschließlich für den gesamten Regierungsbezirk Trier gesendet. »Hunsrück aktuell«, zusätzlich um 12.50 Uhr, gibt es auch weiterhin. Aus dem Studio Koblenz kommt jetzt »Rheinland aktuell« für die Stadt am Deutschen Eck ebenso wie für Westerwald, Vordere Eifel, Taunus, die Regionen Mittelrhein, Lahn und Untermosel. Kaiserslautern bzw. Ludwigshafen (im wöchentlichen Wechsel) senden unter dem neuen Titel »Pfalz aktuell« jetzt Regionalnachrichten für die Pfalz.

• SWF verstärkt Präsenz im Raum Ortenau/Mittelbaden: In "S4 Baden-Württemberg" gehen die SWF-Regionalbüros Mittelbaden und Offenburg auf Meldungen, Themen und Stimmen aus dem Kreis Rastatt, aus Baden-Baden und aus dem Ortenaukreis von 6.30 bis 18.30 Uhr immer zu halben Stunde auf Sendung. Um 12.30 und um 16.30 Uhr gibt es in »Themen um halb eins« bzw. »Themen um halb fünf« weitere Informationen aus der Region. Berichte, Interviews und alemannische Geschichten aus den Regionen Südbadens sind in »S4 Guten morgen« von 6.00 bis 8.00 Uhr zu hören sowie in »S4 Radiotreff«, einem Heimatmagazin, das ab 3. April täglich von 17.05 bis 18.00 Uhr auch in der Ortenau und Mittelbaden gesendet wird.

• Neues Logo für den Südwestfunk: Vom 1. Mai an wird der Südwestfunk ein neues Logo haben. Entwickelt von der Fachgruppe Design des Südwestfunks, ist zusammen mit dem neu gestalteten Schriftzug ein Gesamtdesign für den Sender entstanden, das alle Programme und die unterschiedlichen Bereiche zusammengehörig darstellt. Der Sender Südwestfunk wird in Zukunft nur noch mit vollem Namen auftauchen, im Logo dargestellt durch eine optische Teilung des Wortes. Das kursive vorwärts gewandte Südwest bezeichnet darin die Region, für die der Südwestfunk Programme anbietet. Das stärker gesetzte und mit einer optischen Verkürzung gestaltet Funk nennt die Dienstleistung: Rundfunk, als Hörfunk und Fernsehen. Der anschließende auffällig rote Doppelpunkt symbolisiert, dass ein Medienunternehmen dargestellt ist: Nach einem Doppelpunkt folgt eine Nachricht, etwas das an die Menschen gerichtet ist. Die Logos der einzelnen Südwestfunk-Programme arbeiten weiterhin mit dem Kürzel SWF und der jeweiligen Programmzahl. Dabei nehmen sie den Schriftzug und die Farben des Südwestfunks auf.

• Am Sonnabend, 13. Mai wird Berlins Radiolandschaft um einen neuen Sender bereichert: Radio Charlie heißt das Gemeinschaftsprojekt von Capital Radio und Voice of America (VoA) - es ist die Fortsetzung des AFN mit anderen Mitteln auf derselben Frequenz. Hauptgesellschafter von Capital Radio und Chef des Senders ist der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Burt, der 45 Prozent der Anteile hält. Mit dabei ist außerdem Radio Hundert,6-Chef Georg Gafron über die Firma Medialog (25 %), 15 Prozent hält der Kaufmann David Katz. Etwa die Hälfte des Programms wird mit Programmteilen der Voice of America bestritten, die über Satellit empfangen wird, vor allem nachts. Aber auch mehrere Blöcke am Tag sowie die Nachrichten kommen aus Washington. Den deutschsprachigen Teil des Programms produziert Radio Hundert,6, wo der Sender auch angesiedelt sein wird. Auch Vermarktung und Technik werden von Hundert,6 erledigt. Das finanzielle Risiko liegt allerdings bei Capital Radio, das bereits rund vier Millionen DM investiert haben soll.

• Ralf Mothil, aufgewachsen in Lübeck, in Kiel studiert, ist neuer erster Mann der Redaktion von 94,3 r.s.2 - Berlins Musiksender für Super-Oldies und das Beste von Heute. Er kommt von Radio Schleswig-Holstein (R.SH), wo er zwei Jahre lang die Morgensendung moderierte und als Chef vom Dienst für sämtliche Wortbeiträge zuständig war. Seit 1993 verantwortete er als stellvertretender Chefredakteur den gesamten aktuellen journalistischen Betrieb bei R.SH. Das "Nordlicht" bei 94,3 r.s.2 hat auch im redaktionellen Bereich intensive US-Radioerfahrung: KLIF Dallas, Talk Radio und KPLX Dallas, Hot Country Radio.

• Neuer Service für Autofahrer: Für weniger Strafzettel und mehr Sicherheit auf den Straßen sorgt RPR Eins mit seinem neuen, regionalen Service »Achtung Radar!«. Täglich zweimal, morgens und nachmittags, erfahren die Hörer, wo die Polizei in der Region Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Zudem schaltet der Sender ein 24-stündiges Infotelefon. Radarkontrollen, die die eigenen RPR Eins-Staumelder durchgeben, werden ebenfalls genannt.

• In Baden-Württemberg erhielten folgende nichtkommerzielle Radios eine Sendelizenz: In Freiburg Radio Dreyeckland auf der alten Frequenz 102,3 MHz; in Karlsruhe wurde die Frequenz 104,8 MHz zwischen der "Querfunk Radiobetriebsgesellschaft mbH" und der "Arbeitsgemeinschaft Lernradio GdBR" gesplittet. Die Arbeitsgemeinschaft Lernradio wurde für die Zeit von Montag bis Freitag 7.00 bis 12.00 Uhr und Montag bis Donnerstag 17.00 bis 22.00 Uhr lizenziert. Die restliche Sendezeit wurde Querradio zugesprochen. In Ulm wurde die Frequenz 100,8 MHz ebenfalls zwischen den Bewerbern Radio Free FM GmbH und "Radio Canale Grande - Offener Kanal Rundfunk e.V." gesplittet.

Der Rundfunkdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wird 50 Jahre alt. Er nahm im Mai 1945 mit Vermisstenmeldungen seinen Betrieb auf. In den ersten drei Jahren wurden um die 600.000 Namen im Suchdienst genannt. 1948 wurde dem Roten Kreuz auf der Weltfunkkonferenz von Mexico die Kurzwellenfrequenz 7210 kHz fest zugewiesen. 1951 gab es dann die ersten Testsendungen. Aber erst seit 1965, als das IKRK ein eigenes Studio in Genf bekam, wurden die Sendungen regelmäßiger. Seit 1978 kamen die Sendungen mindestens einmal monatlich über Schweizer Kurzwellensender in Schwarzenberg und Beromünster für Europa und Übersee. In Krisenzeiten hat das IKRK zusätzliche Sendungen wie zum Beispiel in der Zeit des Golfkrieges um Kuwait. Heute sind die Sendungen ganz in den Sendeplan von "Schweizer Radio International" integriert. Dies erspart dem Roten Kreuz etwas von der aufwendigen Werbung und sichert ihm trotzdem eine Hörerschaft.

• Am 7. Mai 1990 führte Radio Exterior de España (REE) den lange erwarteten Deutschen Dienst ein. In den ersten Jahren wurde wegen der besonderen politischen Entwicklung in Deutschland montags bis freitags eine halbe Stunde ausgestrahlt, doch im Februar 1993 reduzierte REE Madrid den Umfang des deutschen Programms auf eine wöchentliche Sendung am Montag. Zur Zeit kommt die Sendung um 19.30 Uhr auf 9875 kHz.

• 300.000 DM haben die Hörer bei der diesjährigen Radio 7-Aktion Songs für Afrika für Karlheinz Böhm und seine Stiftung Menschen für Menschen gespendet.

Zu Ostern hatte ein neuer Service für Camper Premiere bei Antenne MV. Die »Camper-Ecke« brachte Informationen über freie - und belegte - Plätze an der Ostseeküste und im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern. Zudem gab's Hinweise zu Veranstaltungen und über eventuelle Verkehrsbehinderungen auf dem Weg zu den Zelt- und Campingplätzen. Die Idee stammt von Katrin Brandt, die die Freizeit- und Campingbetreuung in der alteingesessenen Anhängerfirma Brandt in Rostock-Kritzmow leitet. Die engagierte Unternehmerin hatte in einem Schreiben an Antenne MV-Geschäftsführer Horst Müller kritisiert, dass im Radio zu wenig für den gerade in Mecklenburg-Vorpommern besonders wichtigen Tourismuszweig "Camping" gebracht würde und gleichzeitig ihre Mitarbeit angeboten. Sie übernahm selbst die Koordination der »Camper-Ecke« und hat inzwischen mit 40 Plätzen im ganzen Land die Zusammenarbeit abgestimmt.

• Der größte Magier aller Zeiten, David Copperfield, gab am 18. Mai bei Berlins lustiger Morgensendung »Arno und die Morgencrew« auf 104.6 RTL sein erstes Live-Interview im deutschen Radio. An Berlin hat er nur beste Erinnerungen. Schließlich habe er ja hier seine Claudia kennengelernt. Damit David Copperfield sein erstes Radio-Live-Interview auch in bester Erinnerung behält, schenkte ihm Arno Müller ein Zauberlehrbuch des Berliner Magiers Conradi, das 1920 erschienen ist.

• Neue Chefredakteurin bei Radio Köln wird Ina Rumpf, die sich seit dem 1. Mai um den Umzug von Radio Köln von der Eupener Straße zum Mediapark bemüht. Ina Rumpf kommt von radio ffn und war dort Wortchefin sowie Leiterin der Unterhaltungsredaktion. Weitere Stationen waren bei rias2 in Berlin und beim Südwestfunk Baden-Baden.

• Antenne-Hörfunkpreisverleihung 1995: Mit dem Hörfunkpreis "Die Antenne 95" wurde am 30. Mai in der Leipziger Alten Handelsbörse die Arbeit "Mobile Träume" des Radiojournalisten Helmut Kopetzky ausgezeichnet. Der von den privaten Radiosendern Antenne Sachsen und Radio Brocken gestiftete Preis wurde von Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf überreicht. Als prominente Gäste aus der Medienbranche konnten der Focus-Chef Helmut Markwort, der auch den Vorsitz der Jury inne hatte, die Intendanten Udo Reiter (MDR) und Günther von Lojewski (SFB), sowie der Chef des Schweriner NDR-Landesfunkhauses, Gerd Schneider, gesichtet werden. Kopetzkys Beitrag zeigt, dass die Träume eines Autobauers aus Zwickau ähnlich denen seines "Kollegen" bei Porsche waren. Den zweiten Preis sprach die Jury einem von Antenne MV produzierten Hörspiel zum fünften Jahrestag es Mauerfalls zu. Mit der "Antenne 95" in Bronze wurde die Arbeit der Kölner Autorin Doris Netenjakob gewürdigt. Sie hat in ihrem Feature die weggeworfene Vergangenheit einer Frauenbrigade der Reichsbahn wiederaufleben lassen.

• Der ENERGY-Breakfast-Club - werktags von 6.00 bis 9.00 Uhr - begleitet die Berliner in den Tag. Anchorman Ben Posener, Co-Moderatorin Ina Tenz und Captain Wachsmann wecken die Hauptstadt mit Musik, aktuellen Infos und interessanten Studiogästen. Vom 8. bis 12. Mai 1995 kam der Breakfast-Club live aus den weltberühmten Universal-Filmstudios in Florida.

• RADIO PSR goes RDS: Als erster deutscher Privatsender strahlt RADIO PSR seit dem 30. Mai ein reguläres RDS-Programm aus. Zwar sind das bislang nur Testsendungen, doch der Start zeigte schon, dass RDS mehr als nur eine Senderkennungsanzeige ist. Für die Zukunft plant RADIO PSR ausführliche programmbegleitende Informationen. Die zum Empfang des Radio Data System-Programms benötigte Hard- und Software wurde ebenfalls auf der Leipziger Messe vorgestellt. Die Erfurter Firma "Technotrend" bietet die Radiochip-Steckkarte "audio-surfer" für den Personalcomputer an.

• Anlässlich der Internationalen Studentenwoche, die Ende Mai in Ilmenau stattfand, ging hier ein Studentenradio auf Sendung. Gesendet wurde auf 98,1 MHz (25 Watt). Der Sender befindet sich auf dem Universitätsgelände auf einer Anhöhe.

• Seit Mitte Juni ist das nichtkommerzielle Radio Querfunk auf der früheren Stadtradio-Frequenz 104,0 MHz (1 kW) auf Sendung.

• Der neue Regionalfunk Seefunk Radio aus Konstanz hat sein zielgruppenorientiertes Programm mit Schlagern und Oldies am 1. Juli aufgenommen. Das Tagesprogramm von 6.00 bis 20.00 Uhr wird flott moderiert, in der übrigen Zeit gibt es Non-Stop-Musik.

• Mit dem Team von Antenne. Das Radio sind die Hörer in Niedersachsen jetzt immer fünf Minuten früher informiert, und zwar um "5 vor voll" und "5 vor halb".

• Mit der Umstellung auf das Sommerprogramm hat Antenne MV ab 4.00 Uhr morgens die neue Sendung »ANTENNE MV - START« eingeführt. Ab 6.00 Uhr übernimmt Chefredakteur Peter Kranz das Mikrofon. Der 24-jährige präsentiert gemeinsam mit dem Nachrichten-Team und "Wetterfrosch" Karsten Schwanke die Sendung »ANTENNE MV - GUTEN MORGEN«. Gerade der Meteorologe Schwanke hat sich in den vergangenen Wochen mit seinen präzisen Vorhersagen landesweit einen Namen gemacht. Nachdem der Vorhersagedienst im Wetteramt Warnemünde eingestellt worden war, hatten die Radiomacher aus Plate einen eigenen Fachmann angeheuert.

• Aktueller und schneller wird der Antenne Sachsen-Verkehrsservice jetzt durch den Verkehrsflieger. Zu Beginn der Ferienreisezeit und während der gesamten Sommersaison starten die Antenne Sachsen-Reporter von Kamenz aus, um aktuell und live über die jeweiligen Störungen auf Sachsens Bundesautobahnen zu berichten. Auch in diesem Jahr arbeitet der Sender im bewährten Team mit den Kooperationspartnern Mannesmann Mobilfunk, ADAC und dem Verkehrswarndienst der Polizei Sachsen zusammen.

• Radio T.O.N.-Regional hat jetzt ein einheitliches Programm, das aus Schlagern und Oldies besteht. Der Sender ist ein Zusammenschluss der früheren Anbieter "Radio Regional" aus Heilbronn und "Radio T.O.N. Gold" aus Bad Mergentheim.

• Dynamisches Radio: Bereits drei Monate nach dem Start ist Eins Live, das neue junge Radio des WDR, auf Erfolgskurs. Seit dem 1. April 1995 sind nach Angaben des Senders die Hörerzahlen deutliche gestiegen, insbesondere bei der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen.

• Im Juni wurde durch einige Mitarbeiter / Musikinteressierte der Freundeskreis Radio Marabu gegründet und zur Eintragung als Verein beim Registergericht angemeldet. Damit erhoffen sich die Beteiligten alternative Musik noch effektiver fördern zu können. Sendungen von Radio Marabu werden über die Kurzwellenanlage des IRRS Milano / Italien ausgestrahlt.

• 20 Jahre hr-Studio im Wiesbadener Landtag: Hautnah berichten seit dem 9. Juni 1975 die hr-Reporter über die Landespolitik in Wiesbaden. Die räumliche Nähe zum Plenarsaal ermöglicht den Hörfunk- und Fernsehjournalisten eine sehr flexible, aktuelle und dabei technisch unaufwendige Berichterstattung. Eigene Sendungen produziert das Studio für den Hörfunk und das hessische Fernsehen.

• Das erste News-Talk-Radio Deutschlands will im Juli in Berlin auf 93,6 MHz unter dem Namen "RTL Talk" auf Sendung gehen. An News-Talk beteiligt sind RTL Radio (40 %), Verlag Norman Rentrop (30 %), Paul Dierichs GmbH & Co. KG., Kassel (10 %) und Frank Otto (10 %).

• Anfang Juli starb 57-jährig Wolfram Jack, der in seiner Zeit als DJ bei leistungsstarken mexikanischen "border stations" zum nächtlichen Begleiter von Generationen amerikanischer Jugendlicher wurde. Beim American Forces Network Europe (AFN) konnten auch Europäer sein Programm und sein Markenzeichen, ein Wolfsgeheul, hören. 1974 widmete die kanadische Gruppe Guess Who dem Jugendidol ihren Titel clap to the Wolfman. In einer Reihe von Filmen wie "American Graffiti" wurde der DJ eingeladen, sich selber zu spielen.

• Am 3. Juli startete Antenne. Das Radio unter dem Titel »Spurensuche« ein neues Recherchemagazin, das gesellschaftliche, soziale oder politische Ereignisse unter die Lupe nimmt. Stefan Szych, Redakteur der Sendung, blickt mit seinen Reportagen hinter die Kulissen, deckt Zusammenhänge auf und beschreibt Schicksale.

• Seit dem 16. Juli 1995 sendet Radio London live aus zwei ehemaligen DDR-Eisenbahnwaggons der Deutschen Reichsbahn rund um die Uhr für die niederländischen Kabelnetze. Der Name und die Atmosphäre sollen an das legendäre Radio London, liebevoll auch "Big L" genannt, den professionellsten Seesender der 60er Jahre erinnern. Das Radio London von heute unterscheidet sich allerdings deutlich von der Top 40 Station, die damals vom Sendeschiff "Galaxy" ausstrahlte. Die ausschließlich in holländisch moderierten Programme beinhalten jetzt hauptsächlich die Musik, die nicht den Sprung in die Hitparaden schafft. Radio London, im Bahnhof der Kleinstadt Eerbeek stationiert, spielt vor allem Album (LP-)Musik ab zirka 1965 bis heute sowie Blues, Reggae, Latin und Afrikanische Musik, also musikalische Richtungen, die bei anderen Sendern gar nicht oder nur selten vorkommen. Außer den Nachrichten werden Themen wie Umweltschutz, Ernährung, Gesundheit, Film, Theater aber auch Kultur und Lebenseinstellung anderer Völker und Kontinente behandelt, vor allem die von Südamerika und Afrika. Radio London will ein Sender sein, der wieder echtes Radio macht, wo man bewusst zuhören kann. "Ein Sender mit Tiefgang und Qualität, bei dem es um etwas geht!", sagt der Gründer der Station und Programmdirektor Peter Jansen. Er sorgte auch dafür, dass im Programm die alten berühmten Jingles vom Seesender Radio London wieder zum Einsatz kamen. Angesprochen werden auch Hörer, die aus Afrika, Südamerika, Surinam, Niederländische Antillen usw. stammen. Bis jetzt werden zirka vier Millionen Kabelhaushalte erreicht. Dazu wird das Signal aus dem Eisenbahnwaggon über eine Leitung nach Arnheim geschickt und von dort digital auf Satellit geschickt und von dort wieder zurückgestrahlt. Im Bild: Paul Roberts bei seiner Radio London-Wochenend-Frühsendung von 9.00 bis 12.00 Uhr. Foto: © Helmut Slawik

• Neues BR-Korrespondentenbüro: Mit einem Festakt hat der Bayerische Rundfunk am 17. Juli das neue Korrespondentenbüro Chiemgau in Traunstein eröffnet und damit den Ausbau und die Modernisierung der Hörfunkbüros in Bayern weitgehend abgeschlossen. Das Berichtsgebiet umfasst die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Altötting sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim. Abnehmer der Berichte und Reportagen sind vor allem das Regionalprogramm Oberbayern, das Bayernmagazin, das Musikjournal, Bayern 3 und B5 aktuell. Technisch befindet sich das neue Korrespondentenbüro Chiemgau bereits mitten im digitalen Radio-Zeitalter. Zum Equipment gehört ein Nachrichten-Terminal mit direktem Anschluss an die deutschen Nachrichtenagenturen, ein tragbares, digitales Telefon mit Reportageschnittstelle und in naher Zukunft auch ein digitaler Schnittplatz. Die Korrespondenten schneiden, produzieren und überspielen ihre Beiträge selbst.

• Seit dem 31. Juli spielt Hamburgs bisheriges OK Radio unter dem neuen Namen Magic 95 (Zahlenangabe nach der UKW-Frequenz) rund um die Uhr "Musik mit Gefühl" - überwiegend melodiöser Rock und Pop. Eine derart radikale Kursänderung hat es in der Hamburger Privatradioszene seit dem Wechsel von "Radio 107" zu "AlsterRadio" nicht mehr gegeben. Großstadtmusik mit viel Gefühl, nennt der Programmdirektor Cetin Yaman das 24-Stundenformat, in dem nicht länger Moderatoren oder einzelne Vorzeigestrecken die Stars sind, sondern das ausgewogene und abgestimmte Gesamtprofil. Wo und wann immer der Hörer in Hamburg die Frequenz 95 Megahertz ansteuert, kann er einen vertrauten Sound hören. "Die meisten schalten ihr Radio nicht wegen der Information ein, sondern wegen der Musikfarbe, wollen aber punktgenau und schnell über all das informiert werden, was in ihrer Stadt passiert ist und was passieren kann. Das genau können und werden wir leisten", sagt Thomas Bräuer, seit sieben Jahren beim Sender und ebenso wie Frédéric Thuard jetzt in die Geschäftsführung aufgerückt. Frédéric Thuard war zu Beginn des Jahres von der Sendergruppe Europe 1 zu OK Radio gestoßen. Er brachte seine langjährige Erfahrung bei der Entwicklung von Stadtradioformaten aus diversen europäischen Metropolen mit ein.

• Am 7. August ging Berlins erster nichtkommerzieller Lokalsender unter dem Namen Pi-Radio auf Sendung. Jeweils montags von 18.00 bis 20.00 Uhr wird gesendet, vorerst aber nur auf der Kabelfrequenz 92,6 MHz. Das Programm besteht aus Kulturinformationen, Schwerpunktthemen im Wortsektor und musikalischen Specials.

• Seit Montag, 14. August, heißt es wieder "Regler auf" für die »Rik DeLisle-Show« bei 94,3 r.s.2. Leider nur für 14 Tage - Andreas Dorfmann und Gerlinde Jänicke haben ihrer Morgensendung nun einen Namen gegeben. Sie heißt schlicht »Der gute Morgen für Berlin und Brandenburg«. Für Berliner Nachtschwärmer und Night-Croover stieg Dennis King wieder in den Ring. Das "Enfant Terrible" des Privatsenders, der Ire Dennis King, der schon bei rias2 gearbeitet hatte, hat jetzt täglich vier Sendestunden (22.00 bis 2.00 Uhr). Beim 94,3 r.s.2-Geburtstagsdreh spielen die Tagesmoderatoren Andreas Dorfmann, Gerlinde Jänicke, Antje Radünz, Programmchef Rik DeLisle und Mike Schneider mit den Hörern um deren Geburtstag. Das 2,20 Meter hohe Geburtstagsrad (entwickelt von den Bühnenbildnern der DEFA Studios in Babelsberg und erstmalig auf der IFA am r.s.2-Stand zu bewundern) wird sechsmal täglich rotieren und jeweils einen Geburtstag, einen Geburtsmonat und ein Geburtsjahr ausspucken. 

• Seit dem 14. August strahlt Radio Dresden 103,5 RDS-Text aus. Parallel zum Programm werden digitale Zusatzinformationen in Textform an den Rundfunkteilnehmer übermittelt. Radio Dresden sendet aktuelle Wetternachrichten, lokale Serviceinformationen und Programmhinweise zum laufenden Programm.

• Fünf für Sachsen: Radio Dresden 103,5 - Radio Leipzig 91,3 - Radio Chemnitz 102,1 - Radio Lausitz 107,6 und Radio Zwickau 96,2 senden seit Anfang September jeweils am Samstag und Sonntag in der Zeit von 12.00 bis 15.00 Uhr den »Oldie-Express« mit Konnie Öser. Dieses Format lief bereits seit einem Jahr bei Radio Chemnitz mit großem Erfolg, nun wurde es von den anderen Partnerstationen übernommen. Konnie Öser, seit 1973 im Musikgeschäft tätig, präsentiert die größten und tollsten Hits der letzten Jahrzehnte und sorgt mit entsprechenden Hintergrundinformationen für gute Unterhaltung bei  jung und alt. Weitere Bestandteile sind der Oldierückblick, das Oldielexikon sowie das Oldierätsel.

• InfoRadio, das erste öffentlich-rechtliche Nachrichten- und Informationsprogramm für Berlin und Brandenburg, ging am 28. August, Punkt sechs Uhr, nach intensiver Entwicklungsarbeit und mehrwöchigem Probebetrieb als eigenständiges 24-Stunden-Wortprogramm an den Start. Das Gemeinschaftsprogramm von ORB und SFB hat als neues Angebot aus der Region für die Region eine besondere Bedeutung in der Rundfunklandschaft Berlin-Brandenburg: als neues öffentlich-rechtliches Hörfunkangebot genauso wie als das jüngste Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von ORB und SFB. Ohne Musik, Information pur, aktuell und kompetent, innovativ in der Programmgestaltung und voll digital: InfoRadio bringt den Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage alle 20 Minuten - zur vollen Stunde, um 20 nach und um 20 vor. Dazu Wetter und Verkehr, Berichte, Kommentare und Gespräche - zum Geschehen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Dazu bietet InfoRadio einen umfangreichen, an der Region orientierten Service und ausführliche Sportberichterstattung. Das Team von insgesamt 35 festangestellten Mitarbeitern mit Chefredakteur Reinhard Holzhey und seinem Stellvertreter Werner Voigt arbeitet in einem voll digital ausgerüsteten Redaktions- und Sendebetrieb.

• Seit Anfang September verfügt NDR 1 Radio Niedersachsen über ein neues Regionalstudio. Mit der Inbetriebnahme des Studios in Lüneburg sind nun elf Regionalstudios im Großraum Niedersachsen für die regionale Berichterstattung verantwortlich. Außerdem gibt es neben der 7.30 Uhr-Regionalschiene eine weitere um 9.30 Uhr.

• Oliver Fatzaun, Hörfunk-Journalist aus Köln ist neuer Weltrekordler im Dauermoderieren. 107 Stunden im Studio des Eupener Lokalsenders Radio Aktivität sichern ihm einen Eintrag ins Guinness-Buch. Montags früh um sechs Uhr startete die lange angekündigte Rekordjagd. Mit gerade mal sechs Stunden Schlaf musste der Moderator bis freitags 17.00 Uhr durchhalten. Ein örtlicher Imbiss sponserte das Essen und die Hörer brachten kleine Leckereien vorbei. Rund Dreiviertel des täglichen- und nächtlichen Programms bestanden aus Musik. Dazwischen meldete sich der wackere Moderator mit Ansagen, Wetterbericht, Studiogesprächen oder Interviews. Lucilectric-Sängerin Lucy van Org, Hartmut Engler von Pur und Purple Schulz vertrieben dem 26-Jährigen per Telefon eventuelle Müdigkeit. "Alleine hätte ich das nicht geschafft", meinte der Student, der vor acht Jahren freiberuflich bei dem ostbelgischen Sender begann. "Die gesamte Redaktion ist am Weltrekord beteiligt".

• Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs gesichert: Der Sender Freies Berlin (SFB) wird ein 5.700 Quadratmeter großes Gelände mit zwei Gebäuden in Berlin-Adlershof kaufen und es auf Dauer an das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) vermieten. Das Berliner Archiv des DRA hat Millionen von Ton-, Bild- und Schriftdokumenten in seinen Beständen. Darunter befinden sich 100.000 Stunden Fernsehprogramm mit Sendungen wie dem »Schwarzen Kanal«, der »Aktuellen Kamera« oder dem »Kessel Buntes«. Im Schallarchiv werden 400.000 Tonbänder aufbewahrt. Die Dokumente des Rundfunkarchivs in Berlin-Adlershof stehen allen ARD-Sendern zur Verfügung. Mit Zuschüssen der Europäischen Union sollen die Materialien digitalisiert werden.

• Der vor einem Jahr gestartete Berliner Privatsender Radio 50plus änderte mit einer Programmreform auch seinen Namen und nennt sich jetzt SPREERADIO 105,5. Künftig werden auch Rock'n'Roll, Oldies und Country Musik im Programm vertreten sein.

•  Der Piratensender Radio Aktiv, der jeweils mittwochs und freitags von 0.00 bis 3.00 Uhr im Großraum Halle über CB-Funk und zwei UKW-Frequenzen zu hören war, wurde von Mitarbeitern des Bundesamtes für Post- und Telekommunikation ausgehoben. Jetzt soll im Rahmen des Programms von Radio Blau, dem ersten freien Bürgerradio der Stadt Leipzig, gesendet werden.

• Erstes Notruftelefon in Dienst gestellt: Über eine halbe Million Mark (Stand: 9. August), haben die Hörer für Aktion Rettet Leben - SDR-Notruftelefone für Baden-Württemberg, die seit dem 21. Juni läuft, gespendet. Das erste Notruftelefon, das von den Spenden gekauft wurde, ist am 4. August bei Altfürstenhütte im Rems-Murr-Kreis in Dienst gestellt worden. In absehbarer Zeit werden weitere Notruftelefone von den Spendengeldern der SDR 1 und SDR 3-Hörer aufgestellt.

• RadioRopa Info sendet jetzt wieder täglich von 4.00 bis 21.00 Uhr auf Langwelle 261 kHz. Eingesetzt wird der Sender Burg mit einer Leistung von 200 Kilowatt. Star*Sat Radio wurde von der Energy-Gruppe aufgekauft. Das neue Programm soll im August oder September über Satellit sowie auf UKW-Frequenzen in Rheinland-Pfalz starten. Die bundesweite Kabelverbreitung der beiden Sender wurde aufgegeben.

• Als erster und einziger regulärer Privatsender des Landes beginnt am 15. August Radio L in Liechtenstein mit seinen Sendungen auf UKW 106,0 MHz (1 kW) als überregionale Frequenz und einigen Füllsendern.

• In Ostbelgien dürfen deutschsprachige Lokalsender jetzt mit bis zu einem Kilowatt Leistung senden. Im Gegenzug sollen einige Stationen zusammengelegt werden. Sie müssen 30 Prozent kulturelle Beiträge mit zehn Prozent lokalem Inhalt liefern.

• Zurück in die Zukunft - Radio Bremen 3 Melodie: Am 4. September startete Radio Bremen mit einem neuen Programm im klassischen Radioformat. Melodiöse Musik, viel regionale Informationen und beliebte Moderatoren, das sind die Bestandteile von Radio Bremen 3 Melodie, die klingende regionale Heimatwelle mit viel Informationen aus Bremen und umzu. Das Programm versteht sich als Alternative zu den hektischen und informationsüberfluteten Infotainment-Angeboten im norddeutschen Radiomarkt. Melodie ist nicht nur Name, sondern Konzept, betonte Hörfunkdirektor Hermann Vinke. Die Stimmen von Radio Bremen 3 Melodie sind im Norden seit vielen Jahren beliebt und bestens bekannt. Programmleiter Christian Berg hat mit dem langjährigen Sympathieträger des Bremer Radios, Karl Heinz Calenberg, ein Team zusammengestellt, das für die ganz eigene Qualität der neuen Welle bürgt: Monika Kluth, Dagmar Sanden, Klaus Nelhiebel, Gert Mindermann, Brigitte Kammigan, Petra Schwertfechter, Christina Hertel, Günter Meyer, Erhard Schiemann. Auch einige der erfolgreichen Markenzeichen des jetzt 50-jährigen Bremer »Hafenkonzerts«, »Bremer Container« und »Küstenschnack« haben auf dem dritten Programm eine neue Heimat gefunden.

• Parallel zum Sendestart des neuen, digitalen Funkhauses am 4. September erneuerte der sachsen-anhaltinische Privatsender radio SAW sein Programm. Das neue Schema bietet klare Strukturen, mehr Übersichtlichkeit und kompaktere Sendeblöcke. Mit der Verlegung der täglichen Informationsschiene »Spezial« auf den frühen Abend erhöhte radio SAW seinen Musikanteil nach 20.00 Uhr. Dann wird der Sender zum Musikradio: Im »Hitclub« von 20.00 bis 22.00 Uhr gibt es Hits pur zum Zuhören und Mitsingen. Dienstags, donnerstags und freitags schließen sich daran die »Hits für Kenner« von 22.00 bis 24.00 Uhr. Mittwochs stellt radio SAW von 22.00 bis 23.00 Uhr im »Musikspezial« jeweils das "Album der Woche" vor. Einen neuen Sendeplatz hat auch die »Schallmauer«: Newcomerbands haben jetzt immer mittwochs zwischen 23.00 und 24.00 Uhr ihre Chance. Samstags und sonntags bietet radio SAW in der »Familienzeit« ausführliche Sportberichterstattung. Die Morningshow »Muckefuck« und der vormittägliche »Poptopf« wurden jeweils um eine Stunde verlängert.

• Am 7. September 1995 feiert die Voice of Vietnam in Hanoi ihr 50-jähriges Bestehen. Sie war fünf Tage nach der Unabhängigkeitserklärung 1945 auf Sendung gegangen. Im ersten Indochina-Krieg 1946 bis 1954 sendete sie aus dem Untergrund, später als Staatssender Nordvietnams und seit dem Ende des zweiten Indochina-Kriegs 1975 ganz Vietnams. Weltweit ist die Voice of Vietnam in elf Sprachen zu hören. In Europa ist die Station schon nachmittags auf den Stammfrequenzen 9840, 12020 und 15009 kHz in englischer, französischer, spanischer und ostasiatischen Sprachen zu hören.

• Ratgeber-Sendung mit TV-Star Geert Müller-Gerbes: Wenn Sonnbabend gegen 22.00 Uhr Geert Müller-Gerbes mit seinem Team üblen Geschäftemachern auf die Zehen tritt oder launischen Behördenmitarbeitern kräftig einheizt, versammeln sich regelmäßig rund sechs Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Die RTL-Sendung »Wie bitte?« ist längst zur erfolgreichsten Ratgeber-Sendung im deutschen Fernsehen geworden. Der "Macher" Geert Müller-Gerbes steht seit 21. September auch den Hörern von Antenne MV mit kompetentem Rat wöchentlich in der neuen Sendereihe »Frag' Müller-Gerbes« zur Seite.
Foto: © Antenne MV

Seit 23. September ist Hit Radio FFH auch regional Einfach näher dran: Hessens Ministerpräsident Hans Eichel eröffnete zwei weitere Regional-Fenster des 1989 gegründeten Programms - für die Region Wiesbaden und den Raum Osthessen. Der Privatsender schaltet damit täglich mehrfach in sechs verschiedenen Regionen auseinander - und bietet so auch Informationen aus dem direkten Umfeld der Hörer. Zeitgleich zur erweiterten Regionalisierung stellten FFH und Telekom die Versorgung der derzeit 14 UKW-Sender auf Satellit um. Auf dem Dach des FFH-Funkhauses im Frankfurter Stadtteil Rödelheim ist eine Uplink-Station montiert worden. Zur Funkausstellung nahm FFH einen digitalen Satelliten-Kanal auf dem Astra-Transponder 33 in Betrieb. Er wird nach dem neuen ADR-Verfahren (Astra Digital Radio) betrieben und ist europaweit empfangbar.

• RADIO PSR eröffnete Gläsernes Studio in der Leipziger Innenstadt: Seit dem 28. September gibt es das neue Gläserne Regionalstudio von RADIO PSR in der Leipziger Innenstadt - direkt gegenüber der Nikolaikirche in Specks Hof. Redaktionell wird das Studio von Heike Fiedler und Veit Malolepsy betreut. Beide berichten bereits seit einem Jahr aus der Stadt und dem Regierungsbezirk Leipzig.

• 765.686 Pfennige für die Frauenkirche: Auf der Regionalmesse "Dresdner Herbst '95" wurden unter dem Motto "Pfennige für die Frauenkirche" in einer Gemeinschaftsaktion von Radio Dresden 103,5, der AOK und der Stadtsparkasse 765.686 Pfennige gesammelt. Somit ging eine spektakuläre Aktion zu Ende bei der das gesteckte Ziel 500.000 Pfennige zu sammeln deutlich überschritten wurde. An dem Guiness-Weltrekord beteiligten sich verschiedene Unternehmen: So spendete die Messeleitung einen Pfennig pro Besucher und die größte Einzelspende kam von einer jungen Dresdner Frau, die 3.006 Pfennige spendete.

• SDR 1, das traditionsreichste und meistgehörte Informations- und Landesprogramm im deutschen Südwesten erweitert ab 2. Oktober sein Angebot, wodurch der SDR 1 Programmtag künftig 90 Minuten länger wird. Hörbares Zeichen ist die Einführung einer völlig neuen Sendereihe. Unter dem Titel »SDR 1 Music Mix« werden montags bis donnerstags in der Zeit von 22.30 Uhr bis Mitternacht nationale und internationale melodiöse Titel aus den Bereichen Oldies, Evergreens, Chansons, Country und Pop über den Sender gehen. SDR 1 wird dann nicht mehr um halb elf zum ARD-Nachtexpress umschalten, sondern mit seinen bekannten Moderatoren wie Gisela Böhnke, Michael Branik, Rainer Nitschke und Günter Verdin, die zugleich auch als Redakteure der neuen Musiksendung verantwortlich zeichnen, wieder auf "Radio - made in Stuttgart" setzen. Am Freitag wird im 14-tägigen Wechsel mit dem ARD-Nachtexpress aus Stuttgart die neue Sendung »Music Mix« dann als Tanzparty mit der SDR Big Band ausgestrahlt. Die gewohnte Mittwochabend-Wunschsendung »Sie wünschen, wir spielen« wird auf den Dienstag vorverlegt und im Gegenzug die »SDR Reisezeit« am Mittwoch ausgestrahlt. 

• Für noch schnellere und aktuellere Verkehrsmeldungen wurde der R.SH-Staumelderclub gegründet. Ihm gehören rund 200 Mitglieder an, die beruflich mit ihren Wagen durch das gesamte Sendegebiet fahren. Ergänzend zur Polizei und den R.SH-Motorradstaumeldern, die bereits seit acht Jahren im Norden unterwegs sind, geben die R.SH-Staumelder - ausgestattet mit einem Mobiltelefon und einer Mitgliedskarte, die eine geheime Identifikationsnummer hat - direkt und ohne Umwege Informationen über Verkehrsstörungen und Behinderungen auf den Straßen an die R.SH-Verkehrsredaktion weiter. Diese können dann sofort in der laufenden Sendung gemeldet werden. 

• Steffen Twardowski ist die neue Stimme auf Antenne MV. Der 29-Jährige hat einiges an Hörfunkerfahrung zu bieten. 1987 fand der gelernte Elektromonteur eine Anstellung als Moderator im Studio Frankfurt/Oder beim damaligen Radio DDR. Zwei Jahre später zog es den Journalisten nach Berlin zum Jugendfernsehen Elf 99. 1992 übernahm er die Fernsehsendung »Vor Ort« beim ORB. Auch auf Antenne MV ist Steffen Twardowski kein Unbekannter. Bereits im Sommer 1994 moderierte er während der Antenne MV-Sommeraktion »Ü(bertragungs-)Boot '94« vor Ort und meldete sich live auf dem Sender.

• Der Wetzlarer Evangeliums-Rundfunk (ERF) hat eine Sendelizenz für die Ausstrahlung seiner Programme in Hessen erhalten. Damit ist erstmals ein "Spartenprogramm Religion" als Vollanbieter in Deutschland lizenziert. Der ERF erhielt damit auch die erste Lizenz für ein leistungsstarkes landesweit empfangbares privates Mittelwellenprogramm. Im Frühjahr hatte der ERF einen Lizenzantrag bei der LPR Hessen gestellt mit dem Ziel, den Mittelwellensender Mainflingen bei Frankfurt bei der Telekom für eine ganztägige Nutzung anzumieten.

• Antenne Steiermark gestartet: Der für das österreichische Bundesland Steiermark lizenzierte Privatsender "Antenne Steiermark" bereitete sich Ende August schon intensiv auf den Sendestart am 22. September vor. Es wurde für die Lokalität des Senders ein historischer Ort ausgewählt und genehmigt, nämlich der legendäre Mittelwellensender "DOBL", der bis zum 1. April 1984 noch in Betrieb war. Legendär deswegen, da er ursprünglich als "Versuchsanlage G - Sender Alpen" in den 30er Jahren eingerichtet, und 1940 von der Deutschen Reichspost neu mit 100 Kilowatt errichtet wurde. Dessen Reichweite ging bis Nordafrika. Auch nach 1945 war der Sender ein wichtiger, unter britischer Hoheit stehender Standort. Es war zu diesem Zeitpunkt der einzige Großsender der zweiten Republik Österreich. Ab dem 26. Oktober 1955, als Österreich unabhängig wurde, sendete der Österreichische Rundfunk hier sein erstes Programm bis zum 1. Januar 1984. "Antenne Steiermark" will seine Sendungen an die Zielgruppe der 19 bis 49-Jährigen richten, wobei Musik und Nachrichten eine große Rolle spielen. Der Sender finanziert sich aus Werbemitteln und will nach etwa vier Jahren in die schwarzen Zahlen kommen. Es wird fünf bis sechs Senderstandorte im Bundesland Steiermark geben, wobei vier davon schon feststehen. Mit einer Richtfunkstrecke will man das Studio Dobl mit dem Hauptsender Schöckl-Graz verbinden, der dann die Überspielung mittels Ballempfang auf die anderen Umsetzer übernimmt. Die Sendeanlagen wurden beim ORF angemietet. Mit dem nichtkommerziellen Freien Radio Steiermark einigte man sich über eine sonntägliche Sendeleiste von 20.00 bis 1.00 Uhr. Die Sendemannschaft besteht aus einem Geschäftsführer, Programmdirektor, Informationschef, Marketingleiter und Verkaufsleiter sowie zirka 25 Mitarbeitende. Diese Leute kommen zum Teil vom ORF (Hitradio Ö3), vom deutschsprachigen Radio Maribor International und anderen Medienbetrieben. An den neuen Sender "Antenne Steiermark" in Dobl soll künftig ein Rundfunkmuseum angeschlossen werden, denn Gebäude und Maschinen des alten Mittelwellensenders sind original erhalten geblieben und stehen unter Denkmalschutz.

• Radio Zermatt - die neue Stimme aus dem Mattertal: Das Horu hat bald wieder seine eigene Radiostation. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zermatt realisierte Radio Rottu im August ein Sendefenster für das Matterhorndorf und seine benachbarten Gemeinden. Unter der Bezeichnung Radio Zermatt wird im Studio Hofji in Visp ein Programmfenster produziert, das die Informationsbedürfnisse von Einheimischen und Gästen im inneren Nikolaital abdecken soll. Die vorerst mittäglichen Radio Zermatt-Sendungen sind über die Frequenz 97,8 MHz zu empfangen. Für die Basisversorgung mit Informationen aus dem Oberwallis sorgt in Zermatt nach wie vor Radio Rottu. Die Sendefenster des Matterhorn-Senders werden derart angelegt, dass die wichtigsten Beiträge aus dem Hofji auch weiterhin zu den Zermatten kommen. Genau vor einem Jahr hat Zermatt sein eigenes Privatradio, Radio Matterhorn, wegen der zu großen Konkurrenz aus dem Kabel verloren. Radio Matterhorn war ein Pionier in der Schweizer Privatradioszene, sendete es doch mitten in den Bergen in Stereo und war bereits 1983 im Äther präsent.

• hr3 macht abends junges Radio: Ende September startete die Popwelle des Hessischen Rundfunks mit »XXL - It's cool man« ein Angebot, das sich speziell an jugendliches Publikum richtet. Wochentags von 19.00 bis 23.00 Uhr bringt das XXL-Moderatorenteam Mega-Aktuelles und Abgefahrenes über den Äther: Gespielt wird Neues aus den Charts, Party-Music, Hip Hop, Techno und Dance. Dazu gibt's cool präsentierte Informationen aus Musikleben und Jugendkultur. »XXL« ersetzt die bisheringen Sendungen »Graffiti« und »Music-Hall«. Es verspricht, ein noch jüngeres und frecheres Musikmagazin zu sein. Die »World Chart Show« und die »Hitparade International« sind als Bestandteil von »XXL« weiterhin an ihrem gewohnten Sendeplatz zu hören. Auch »Schnack mit Lack« blieb im Programm, und die hr3-Hörer können sich wie immer live über den Sender ihre Lieblingshits wünschen.

• Elke Schneiderbanger, Chefredakteurin des landesweiten Hörfunksenders ANTENNE BAYERN, moderiert ab Oktober die neue ZDF-Show »Happy Hour«. Die 60-minütige Show soll vorerst bis März 1996 laufen. Elke Schneiderbanger, die unter anderem bei SAT.1 das Politmagazin »alSO« moderierte, gehört ANTENNE BAYERN seit Sendestart im Jahre 1988 an. 1992 wurde die gebürtige Bambergerin zur Chefredakteurin und stellvertretenden Programmdirektorin berufen.

• Radio Sauerland feiert seinen fünften Geburtstag am 1. Oktober mit einer Big Party in der Innenstadt von Meschede mit High Lights wie der Spider Murphy Gang. Chef des Senders ist seit eh und je Paul Senske. Am 1. Juli stießen neue Redakteure zum Team: Bettina Bittner (früher Radio Ramasuri, Weiden - Region Oberpfalz) und Bernd Schleger (früher SPREERADIO Berlin). Claudia Kramer ging am 1. April zum Jugendsender des WDR Eins Live. Sabine Henkel (Frau der ersten Stunde) wechselt am 1. Oktober zu WDR Radio 5. Von Anfang an dabei sind Frank Schnürch, Markus Hiegemann, Josef Schulte und Chefsekretärin Christel Zidi. Sieben Low-Power-Frequenzen versorgen die 300.000 Einwohner des Hochsauerlandes mehr recht als schlecht. Die Topografie von 150 Meter bis 841 Meter ü.NN verlangt nach leistungsstärkeren Sendern. So ist der Konkurrenzsender Radio Hochstift (88,1 MHz) mit vier Kilowatt einwandfrei im ganzen Raum Brilon-Marsberg zu hören, Radio Sauerland aber teilweise gar nicht.

• B5 aktuell mit neuer Verpackung: Viereinhalb Jahre nach dem Start des ersten reinen Informationskanals in Deutschland änderte B5 aktuell am 2. Oktober sein akustisches Erscheinungsbild: die gesamte musikalische Verpackung - das sogenannte "Jingle-Paket" - wurde neu komponiert und produziert. Im Studio der Augsburger Firma Audionplus entstanden rund einhundert kurze musikalische Akzente, die in B5 aktuell künftig jedes einzelne Programmelement ankündigen - von den Schlagzeilen bis zum Verkehr. Der Komponist, Michael Braunschmid, war bereits mehrfach für den BR tätig. Seine Vorschläge entsprachen am besten dem Charakter von B5 aktuell: schnell - aber nicht hektisch, informativ - aber nicht marktschreierisch.

• Neuer Name - neues Programm: Ab 2. Oktober wird Bayern 2 Wort zu Bayern2Radio. Dahinter stecken einige neue Programmakzente, die den Hörern durch ein klareres Profi die Orientierung erleichtern sollen. Die Berichterstattung über die Bayerische Landespolitik wird verstärkt und die gesplitteten Regionalmagazine wandern von Bayern2Radio nach Bayern 1, um für eine neue Sendung Platz zu machen: »Das Tagesgespräch« wird täglich von Montag bis Freitag von 12.05 bis 12.35 Uhr gesendet, wobei in besonderen Fällen auch eine Verlängerung bis 12.55 Uhr möglich ist. Die Leitung übernimmt der ehemalige London-Korrespondent des BR, Klaus Kastan: "Wir wollen die Talkshow nicht neu erfinden. Aber wir wollen neue Akzente setzen, die sich sinnvoll in das Gesamtkonzept von Bayern2Radio integrieren lassen. Unser Prinzip lautet: Ein Studiogast pro Sendung. Der kann sich auch mal ausbreiten, wenn er etwas interessantes zu sagen hat".

• Vielfalt adé: Die Radiolandschaft im Norden ist um einiges ärmer geworden. Den radikalsten Schnitt machte NDR 4 am 4. Oktober 1995: Der Gemischtwarenkanal wurde an diesem Tag zu einer Art Info-Radio umgestrickt. "Eine Art", weil es sich bei dem neuen Programm nicht um pausensloses Nachrichtenverlesen nach Art von MDR Info oder B5 aktuell handelt. Die Unterschiede: Es werden großflächige Magazine angeboten. Morgens Nachrichten, vormittags Vermischtes, mittags wieder Nachrichten, nachmittags Schulfunk - und so weiter. Was dabei auf der Strecke blieb, sind die Musiksendungen, die es so auf keinem anderen NDR-Kanal gibt, bei der Konkurrenz sowieso nicht. Ebenso gibt es keine reinen Wortsendungen mehr; sämtliche Information wird in einen Easy-Listening-Musikteppich eingewickelt, der dem französischen Pianeur Richard Claydermann endlich eine neue Heimat bietet. Das neue Styling muss sein, fanden die NDR-Oberen, nachdem NDR 4 in Umfragen irgendwo bei einem Prozent lag.

• Radio Berg gestartet: Mit Erleichterung konnte die Mannschaft von Radio Berg im TechnologiePark Bergisch-Gladbach Moitzfeld mit Chefredakteur Frank Frewer (acht Jahre lang freier Mitarbeiter im WDR-Studio Wuppertal) an der Spitze den gelungenen Start um sechs Uhr morgens erleben. Hatten sie doch in den letzten Wochen in einem totalen Bauchaos oft die Frage hören müssen: Schafft Ihr es bis zum Sendestart am 7. Oktober? Vier festangestellte und 21 freie Mitarbeiter (für die 21 Kommunen des Sendegebietes) werden in zirka 100 Quadratmetern Studiofläche mit zwei Selbstfahrerplätzen und vier digitalen Schnittplätzen das Programm erstellen.

• BR startete Programm für DAB-Hörer: Zum Start des Pilotprojektes DAB Bayern während der Medientage München am 17. Oktober präsentierte der Bayerische Rundfunk ein neues Radioprogramm: Bayern digital. Im überregionalen Sendegebiet des digitalen, terrestrischen Hörfunks DAB bietet der BR damit - neben seinen Programmen Bayern2Wort, Bayern 3, Bayern 4 Klassik und B5 aktuell - auf einem Kanal Musik non stop. Anregen aber nicht aufregen lautet die Devis für das neue Programm. Romantische Titel sind ebenso zu hören wie Oldies und Klassiker der Popmusik. "Bayern digital" liegt in der Musikfarbe zwischen Bayern 1 und Bayern 3, so BR-Hörfunkdirektor Dr. Thomas Gruber.

• ROCK ANTENNE on air: Der private Hörfunksender ANTENNE BAYERN stellte zum Beginn der Medientage München sein zweites landesweites Programm - die ROCK ANTENNE - vor. Sie ging mit begleitenden Datendiensten auf Sendung und wendet sich mit dem Format AOR (Album Oriented Rock) primär an die 20- bis 30-Jährigen. Zunächst kommen allerdings nur rund 4.000 DAB-Testfahrer in den Genuss des digital ausgestrahlten Programms, das die erfolgreichsten Rocktitel aus den 80ern und 90ern umfasst. Ergänzt wird the very best in rock durch Specials in verwandten Genres wie Classic Rock und Soft Rock.

Für das junge Radio Eins Live plant der WDR eines der modernsten Sendezentren Europas: Mit dem Umzug in den Kölner Mediapark Mitte 1996 werden neue Formen der Zusammenarbeit von Redaktion und Produktion sowie das Konzept einer digitalen Sendesteuerung realisiert. Hier hat der WDR im sogenannten Block 4 neben dem großen Kino-Komplex (Cinedom) das dritte Obergeschoss angemietet. Auf einer Fläche von 1.428 Quadratmetern werden Wort-, Nachrichten- und Musikredakton eng mit der Studiotechnik zusammenarbeiten. Radiobeiträge können künftig von Redakteuren an ihrem Arbeitsplatz vorbereitet, fertig produziert und direkt von dort zur Sendung gegeben werden. Auch Musikstücke werden von der Festplatte eines Computers und nicht von CD oder Schallplatte gespielt. Der Service für die Hörer wird weiter verbessert. So plant Eins Live Pilotangebote für "Radio on demand", ein Online-Dienst zum Abrufen von Audio-Beiträgen. Zusätzliche Programm-Informationen wird der digitale Radiotext bieten, der beispielsweise Fragen nach gespielten Titeln und Interpreten beantworten kann.

• Der Berliner Sender jfk 98,2 hat sich umbenannt: Soft Hit Radio beschreibt die seit dem letzten Herbst dominierende Musikfarbe. Moderiert wird jetzt bis 20.00 Uhr, als Hauptinhalt der Wortbeiträge hat man sich Filmtipps für Fernsehen, Video und Kino vorgenommen.

• Vor 70 Jahren begann auch in Lettland die Rundfunkära. Am 1. November 1925 wurde Radio Lettland als Abteilung der Post eröffnet. Heute [1995]verfügt der Lettische Rundfunk über drei Programme, in die auch Sendungen privater Anbieter und westlicher Auslandsdienste eingebettet sind. Deutsche Nachrichten von Radio Lettland in Riga werden montags bis freitags um 22.35 Uhr auf 5935 kHz ausgestrahlt.

• Life Radio Show '95 erreichte 127.000 Besucher: Insgesamt 127.000 Besucher an 45 Orten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen - das ist die Bilanz der Life Radio Show '95. "Damit haben wir unseren Erfolg vom Vorjahr sogar noch übertreffen können", so Niels N. von  Haken, Programmchef von MDR life. Zum vierten Mal seit 1992 war MDR life, das Musik Radio des Mitteldeutschen Rundfunks mit seinem Truck den ganzen Sommer unterwegs. Viel Beifall vom Publikum gab es für die Life-Moderatoren Peggy Patzschke, Michael Drevenstedt und Toni Rupprecht, die nicht nur durch das Programm führten, sondern auch durch eigene Tanz- und Comedy-Einlagen überzeugten. Jetzt stürzt sich das MDR life-Team in ein völlig neues Projekt: die erste "MDR life Weihnachtsrevue". Die märchenhafte Show mit viel Musik und Tanz für die ganze Familie beginnt am 1. Dezember in Halle und ist anschließend in Magdeburg, Bitterfeld und Freyburg zu erleben. Im Bild: Michael Drevenstedt (links) und Toni Rupprecht. Foto: © MDR (Hopf)

• Eine neue Sendung steht beim landesweiten Hörfunksender ANTENNE BAYERN auf dem Programm: »Soft Rock« - immer dienstags von 22.00 bis 24.00. Uhr sowie jeden Mittwoch und Donnerstag von 21.00 bis 24.00 Uhr. Im Mittelpunkt der neuen Show, die die Sendung »Classic Hits« ablöste, stehen Rock Balladen und gefühlvoller Smooth Rock. Die neue Voice Station verkörpert Volker Lechtenbrink.

• Radio Brocken noch näher dran am Hörer: Der sachsen-anhaltinische Privatsender machte Anfang Oktober einen weiteren Schritt zur vollständigen Regionalisierung seines Programms. So konnten erstmals die Naumburger und die Bewohner des umliegenden Burgenlandkreises ihre "eigenen Nachrichten" hören. Die Hörer der Naumburg-Frequenz 98,8 können jetzt in der Zeit von 6.30 bis 18.30 Uhr stündlich in »Burgenlandkreis vor Ort«, immer um halb, die wichtigsten und aktuellsten Informationen aus ihrer Region empfangen. Radio Brocken eröffnete mit den regionalen Nachrichten auf der Naumburg-Frequenz die nunmehr vierte Lokalnachrichtenschiene im Sendegebiet.

• Der bekannteste deutsche Schlagerstar und Produzent Roland Kaiser, wird beim Privatsender Radio Brocken in Halle wöchentlich die »Roland-Kaiser-Show« moderieren. Roland Kaiser, der seit Mitte der 70er Jahre als Sänger bekannt ist, landete seitdem einen Hit nach dem anderen. Ohrwürmer wie "Santa Maria", "Sieben Fässer Wein", "Manchmal möchte ich schon mit dir" brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen, Goldene Schallplatten und die Gunst seiner vielen Fans. Foto: BMG Ariola (Esser & Strauß)

• RNO Radio hat sich in Radio Sunshine umbenannt. Radio TON-Regional nennt sich jetzt nur noch Radio TON. TON steht für Tauber-Odenwald-Neckar. Über den Radio Neckarburg-Sender Rottweil auf 102,0 MHz meldet sich jeden zweiten Donnerstagabend Radio Nachtwerk bis 21.00 Uhr. Es handelt sich um ein Programm einer regionalen Diskothek, welches als Fensterprogramm im Rahmen von Radio Neckarburg läuft. Radio Lindau übernimmt nachts nicht mehr das BLR-Rahmenprogramm, sondern strahlt ein eigenes Nonstop-Musik-Programm aus. Radio Primavera übernimmt nachts von 21.00 bis 6.00 Uhr nicht mehr das BLR-Rahmenprogramm, sondern sendet das Programm »Nachtschwärmer«.

• Seewetterberichte jetzt auch auf Kurzwelle: Das Deutschlandradio hat sein Serviceangebot für Profi-Schiffer und Hobby-Kapitäne erweitert. Der ausführliche Seewetterbericht wird jetzt zusätzlich dreimal täglich über die Kurzwellenfrequenz 6005 kHz ausgestrahlt. Außerdem können die Informationen über die Seewetterlage weiterin um 1.05, 6.40 und 11.05 Uhr über Mittelwelle 1269 kHz und Langwelle 177 kHz gehört werden. Der Bericht des Seewetteramtes Hamburg enthält für Nord- und Ostsee sowie den südskandinavischen Raum die wichtigsten meteorologischen Daten, Seewarnnachrichten, Wasserstandsmeldungen und im Winter den Eisbericht.

• radio ffn strahlt via RDS-Radiotext jetzt Informationen über Musiktitel und Moderatoren des laufenden Programms sowie Servicetexte aus.

• Radio Dresden 103,5 strahlt jetzt RDS-Radiotext aus. Es werden aktuelle Wetterberichte, lokale Serviceinformationen und Hinweise zum laufenden Programm angezeigt.

• Künftig darf der Evangeliums-Rundfunk (ERF) über den Mittelwellensender Mainflingen bei Frankfurt/Main senden. Der Mittelwellensender Mainflingen wurde früher vom Deutschlandfunk auf 1539 kHz eingesetzt. Voraussichtlicher Sendebeginn ist im April 1996. Die vertraute Frequenz Monte Carlo 1467 kHz wird zunächst weitersenden. Der Mittelwellen-Vertrag mit Radio Monte Carlo läuft noch bis Ende September 1997.

• Ab 2. November heißt die neue Adresse von Radio Köln: Mediapark 5. Hier gestalten jetzt 19 festangestellte Mitarbeiter das Programm des NRW-Lokalsenders aus der Domstadt. Allerdings wurden die Studios nicht digital ausgerüstet, obwohl auch Radio Köln in den DAB-Feldversuch NRW eingeplant ist.

• Neu bei SWF3: »Mack and Roll«. "Ich grüße meinen Vetter unterwegs in seinem leberwurstgrauen Trabant auf der Standspur der A5 mit dem Titel 'Jenseits von Eden'". Diese Zeiten sind zwischen Köln und Konstanz, Stuttgart und Straßburg vorbei. Bei SWF3 »Mack am Nachmittag« gibt es jetzt nicht mehr die Grußspalte »SWF3 Pop and Go«, die zu einem wahren Staubegleiter für Autofahrer in der Rush-Hour geworden war. »Mack and Roll« heißt die neue Form, die jeweils am Freitagnachmittag läuft. Grund für die Änderung: Manchmal klang SWF 3 'Pop and Go' fast wie ein verlängerter Radiodienst, so die SWF3-Macher. »Mack and Roll« soll schlanker klingen und unterschiedliche Botschaften vermitteln.

• Oldies und Schlager bestimmen seit dem 6. Dezember 1995 das Programm von BB RADIO, das als "Heimatsender" den Weg in die Ohren der Brandenburger finden will. Und unverzichtbar auch hier der notorische Frohsinn, unter dem Motto "Immer gut gelaunt". Der Sender hatte bei den Hörerzahlen abgebaut, schuld sei das alte BB RADIO-Format gewesen, das sich im hart umkämpften Berlin-Brandenburger Radiomarkt nicht durchsetzen konnte. Der neue Programmdirektor Jürgen Karney soll BB RADIO aus dem Tief holen. Karney, der in der Branche als alter Radiohase gilt und schon zu DDR-Zeiten erfolgreich bei Radio wie Fernsehen tätig, war zuvor beim Berliner Rundfunk ebenfalls Programmchef. Zudem wurde eine gründliche Analyse über den Berlin-Brandenburger Radiomarkt in Auftrag gegeben, abgerundet durch eine Hörerumfrage. Ergebnis: ein großer Teil der BB RADIO-Hörer will mehr deutsche Schlager und Oldies im Programm haben. Von 6.00 bis 10.00 Uhr gibt es eine neue »Frühstücks-Show«. Nachrichten kommen nicht mehr fünf Minuten vor, sondern sind jetzt genau zur vollen Stunde zu hören, gefolgt von den Brandenburg-Meldungen. Foto: © BB RADIO

• 98,2 Soft Hit Radio hat seine Lizenz an die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) zurückgegeben. Der Sender, der ursprünglich unter jfk firmierte, ist inzwischen offenbar eine Filiale des etablierten Kommerzsenders Hundert,6. Gleich vier Gesellschafter haben ihre Anteile an die Hundert,6 Medien GmbH abgegeben. Der neue Soft-Hit-Geschäftsführer Georg Gafron, auch bekannt als Hundert,6-Geschäftsführer, hofft auf eine Neulizenzierung und will erstmal in das Programm investieren.

• Seit 1987 führt Radio Hamburg jedes Jahr zu Weihnachten die gemeinnützige Aktion Hörer helfen Kindern durch. Durch die Versteigerung von einmaligen Objekten prominenter Künstler und Spenden der Hörer kamen 1995 über 60.000 Mark zusammen, die ohne Abzug an Kinder in Not weitergeleitet werden.