Radioarchiv

 Memories aus 20 Jahren RADIOJournal

Radio-Nachrichten 1993

»Man muss ja jedem Sender, der Konkurrenz macht, alles Gute wünschen, weil man nie weiß, ob man nicht eines Tages dort landet« (RTL-Erwerbung Thomas Gottschalk)

• Radio Ohr und Radio Telstar arbeiten zusammen: Die neuen Bestimmungen des Landesmediengesetzes Baden-Württemberg ab 1. Oktober 1994 haben auch Auswirkungen auf die Radio-Landschaft im Südbadischen Ortenau-Kreis, wo sich Radio Ohr mit 19,5 Stunden und Radio Telstar mit 4,5 Stunden die Frequenz 107,4 MHz geteilt haben. Der künftigen Gesetzeslage sind die Gesellschafter der beiden Sender frühzeitig begegnet und haben sich am 1. Januar 1993 zusammengeschlossen. Radio Ohr übernimmt seitdem die Sendezeiten von Radio Telstar, so dass jetzt in der gesamten Ortenau auf allen verfügbaren Frequenzen ein einheitliches Programm unter dem Grundsatz "Aus der Ortenau - für die Ortenau" gesendet wird. Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter von Radio Telstar, Frank Leonhardt, bringt damit seine Erfahrungen als weiterer Gesellschafter von Radio Ohr in die Hörfunklandschaft der Ortenau ein.

• Der Südwestfunk startet am 2. Januar um 6.30 Uhr von den Standorten Ravensburg und Konstanz aus das „Bodensee-Radio“, das sich mit Regionalinformationen zur halben Stunde in die Programmstruktur von S4 Baden-Württemberg einfügt. Der Tag beginnt mit Regionalnachrichten, Kurzbeiträgen, Interviews, Vorberichten zum Tag und einem speziellen Wetterbericht für das Gebiet. Um 7.30 Uhr kommen noch Pressestimmen und ein Live-Reportagebericht dazu. Um 8.30 Uhr gibt es den Regionalservice, der auch für die vielen Urlauber am Bodensee und im Allgäu nützlich sein soll.

• Innerhalb von SWF 4, der Landeswelle Rheinland-Pfalz, wird seit 4. Januar neben den Regionalprogrammen für die Pfalz, Rheinhessen und das Rheinland von Montag bis Freitag eine eigene Nachrichtensendung für den Hunsrück ausgestrahlt. Ihr Titel: »Hunsrück Aktuell«. Sie ist im „Rheinland-Programm“ ab 12.50 Uhr über die Sender Haardtkopf (107,1), Kirn (106,1) und Nahetal (106,4 MHz) zu empfangen.

• Seit 15. Januar gibt es nur noch fünf deutschsprachige Sendungen des Auslandsdienstes von Polskie Radio. Anlass dafür sind finanzielle Einschränkungen.

• Dr. Norbert Schneider neuer Direktor der LfR: Die Rundfunkkommission der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR) wählte Mitte Januar Dr. Norbert Schneider zum neuen Direktor. Er löst Klaus Schütz ab, der am 1. Juli aus dem Amt scheidet. Dr. Norbert Schneider studierte evangelische Theologie und Publizistik, war Direktor des Gemeinschaftswerkes für Evangelische Publizistik in Frankfurt sowie Hörfunk- und Fernsehdirektor beim Sender Freies Berlin. Seit 1986 ist er Geschäftsführer der Allianz Filmproduktion GmbH Berlin.

• Bodensee-Festival GmbH gegründet: Die Stadt Friedrichshafen und der Südwestfunk Baden-Baden haben am 22. Januar 1993 die Bodensee-Festival GmbH mit Sitz in Friedrichshafen gegründet. Damit soll das seit 1989 jährlich stattfindende Bodensee-Festival langfristig gesichert werden. Beide Gesellschafter wollen sich bemühen, weitere Bodensee-Anliegergemeinden auch in Österreich und in der Schweiz als Mitgesellschafter zu gewinnen.   

• Am 25. Januar begann das Rems-Murr-Bürgerradio (RMB) in Waiblingen mit den Bauarbeiten für ein neues, modernes Funkhaus. An exponierter Stelle, für Autofahrer auf der alten B14 schon weithin sichtbar, entsteht im Industriegebiet Elsental ein dreistöckiges Medienzentrum mit rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche. Außer RMB werden in dem Neubau eine Werbeagentur, ein digitales Tonstudio und ein Musikverlag Platz haben. Außerdem stehen im Keller ausgebaute Übungsräume für Bands zur Verfügung. Der Neubau ist notwendig geworden, da das Rems-Murr-Bürgerradio seit seiner Gründung im Sommer 1989 sehr viel schneller als erwartet gewachsen ist. Die derzeitigen Räumlichkeiten ist der Waiblinger Dammstraße platzen aufgrund der kontinuierlichen Personalaufstockung mittlerweile aus allen Nähten. Nach der jüngsten Mitteilung der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) ist der Fortbestand des RMB auch über das Jahr 1994 hinaus gesichert.

• Im ostthüringischen Ronneburg ging der erste Grundnetzsender der Telekom in Betrieb. Der 175 Meter hohe Stahlgittermast schließt eine Versorgungslücke beim Radio- und Fernsehempfang. Mit Hilfe des neuen Senders empfangen Hörer in Ostthüringen bereits das Fernsehprogramm MDR 3 und den Hörfunksender MDR 1 Radio Thüringen.

• ANTENNE BAYERN setzt auf mehr Service für Autofahrer: Der landesweite Privatsender bietet mit Hilfe des „Service 700“ schnellere Information für alle Verkehrsteilnehmer im Sendegebiet. Hinter der Idee verbirgt sich folgendes Konzept: ANTENNE BAYERN ruft seine Hörer auf, aktiv am reibungsloseren Verkehrsfluss im Sendegebiet mitzuwirken. Diejenigen, die viel mit PKW und LKW unterwegs sind und dazu noch ein Auto/Funktelefon besitzen, sind angesprochen. Interessenten, die „Verkehrsmelder“ bei ANTENNE BAYERN werden wollen, haben die Möglichkeit, dem „Service 700“-Club beizutreten. Fast 200 Mitglieder hat der Sender seit Beginn der Aktion in diesen  Club aufgenommen (dazu gehören auch die „Gelben Engel“ des ADAC, der die Service-Idee unterstützt).

• Am 29. Januar um 18.20 Uhr startete das neue »Medienjournal« auf Österreich 1. Ernest Hauer, Franz Manola und Manfred Steinhuber präsentieren wöchentlich Hintergrund-Informationen über relevante Entwicklungen in allen Medienbereichen - von elektronischen Medien bis Print, öffentlich-rechtlich wie privat, österreichbezogen wie international. Thema der Premieresendung war das kommende Privatradiogesetz. Weitere Themen: Ein Belgrader Privatradiosender, der die Opposition zu Wort kommen lässt und die ersten heimischen Privatfunkversuche mit „Radio Adria“. 

• Privatradio-Lizenz ausgehändigt: Am 29. Januar 1993 überreichte der Direktor der Landesrundfunkzentrale, Joachim Steinmann, dem Vertreter von „Antenne Mecklenburg-Vorpommern“, Hans-Ulrich Gienke, die Lizenzurkunde für das erste Privatradio im Land. Die Auflagen zur Sendelizenz bestimmen, dass spätestens am 1. Mai diesen Jahres der Programmbetrieb beginnt. Den technischen Möglichkeiten entsprechend werden die Privatradiomacher ein zunehmend vollmoderiertes und regionalisiertes Programm über die Sender Schwerin, Marlow, Bergen, Helpterberg und Röbel verbreiten lassen.

• Der Bayerische Rundfunk hat seine Sendestation „Hoher Bogen“ modernisiert; hierüber wird die Region Niederbayern/Oberpfalz mit den fünf Hörfunkprogrammen des BR und dem Ersten Deutschen Fernsehen versorgt sowie das Programm des Privatsenders ANTENNE BAYERN abgestrahlt. Das Signal reicht aber auch bis weit in die Tschechei und kann noch in Pilsen aufgenommen werden.

• Ab 1. Februar sendet Radio Norway International aus Oslo nur noch sonntags 25 Minuten ein englisches Programm. Das Samstag-Programm wurde aus finanziellen Gründen vom Außenministerium gestrichen.

• Am 1. Februar ist der frühere Direktor des Europa-Programms des Deutschlandfunk, Dr. Jürgen Reiß, im Alter von 68 Jahren verstorben. Dr. Reiß, der zuletzt auch stellvertretender Intendant des DLF war, übernahm am 1. Juli 1968 die Leitung der Fremdsprachenprogramme des Deutschlandfunks. Bis zu seiner Pensionierung am 31. Mai 1989 trug er wesentlich zum Aufbau und zur Fortentwicklung dieser Sendungen bei. Grundlage seiner Arbeit war die Überzeugung, dass in der Ausbreitung sachlicher Informationen eine wesentliche Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben der Völker besteht.

• »Guten Morgen Skandinavien«: Die drei nordischen Redaktionen im Europa-Programm des Deutschlandfunks starten am 1. Februar mit einer neuen aktuellen Frühsendung. »Guten Morgen Skandinavien« heißt das Programm für Hörer in Schweden, Norwegen und Dänemark. Es wird täglich zwischen 6.30 und 7.00 Uhr ausgestrahlt. Jeder Sprachblock ist zehn Minuten lang und enthält locker präsentierte Frühinformationen, bestehend aus Nachrichten, einer Presseschau und einer Tagesübersicht.

• „We are the kings on ice“ heißt der beziehungsreiche Titel, der Fans, wie Teams gleichermaßen auf dem Weg zur Eishockey-Weltmeisterschaft (18. April bis 2. Mai 1993 in München und Dortmund) einheizen soll. Die Premiere des Liedes fand am 17. Februar beim landesweiten Hörfunksender ANTENNE BAYERN, dem offiziellen WM-Radio, im Rahmen der Sendung »Sport Antenne« statt.

• Am 16. März wurde die 1000. Sendung von »Tag für Tag«, das in der ARD einzigartige Ethikmagazin, ausgestrahlt. Die Sendung wird von der Redaktion „Religion und Kirche“ betreut und läuft an jedem Werktag von 8.35 bis 9.00 Uhr im Deutschlandfunk.

• 1993 wird das umfangreiche Schulungsangebot von radio NRW für Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen Lokalradios ausgebaut. Bereits 1992 hat der Mantelprogrammanbieter für 43 Lokalstationen zahlreiche Schulungen durchgeführt. Zirka 250 Teilnehmer nahmen die Fortbildungsveranstaltungen zu Themen wie "Management-Wissen", "Datenfernübertragung" oder "Privater Hörfunk in NRW" wahr.

• 15 Lokalradios in Nordrhein-Westfalen bilden jetzt für gemeinsame Werbeaktivitäten die "Lokalfunk Kombi Westfalen". Sie soll überlokale und regionale Werbekunden ansprechen. Verwaltet wird die neue Regionalkombi durch die Audio Media Service (AMS) in Bielefeld. Die regionalen Kombis im Münsterland, am Hellweg und in Ostwestfalen-Lippe bleiben bestehen.

• »Hit-Haus« präsentiert Deutschland bekannteste Pop-Moderatoren: Mit »Hit-Haus« hat der Hessische Rundfunk (hr) Mitte Februar 1993 eine neue Radioshow in seinem dritten Hörfunkprogramm hr3 gestartet. Die Sendung, die werktäglich von 14.00 bis 15.00 Uhr (in Nachfolge der »Jukebox«) über den Äther geht, kommt live von einer technisch neu eingerichteten Bühne in der Ebene 7 der Frankfurter Zeilgalerie „Les Facettes“. Sie wird produziert von hr-club, der zur hr-werbung GmbH gehört. Der hr-club veranstaltet bereits die samstägliche Sendung „0138-6000“. Im »Hit-Haus« präsentieren jeweils eine Woche lang bekannte Radiostimmen als Gastmoderatoren ihre ganz spezielle Radioshow. Vom hr sind unter anderem Frank Seidel (Bild), Martina Regel und Olaf Pressler vertreten.

• Der SFB stellte Radio 4 U (98,2 MHz) ein und übernahm auf dieser Frequenz zunächst Rockradio B. Ab 1. März 1993 wurde aus Rockradio B das neue ORB-Jugendradio Fritz. SFB 2 heißt nun B2 und sendet auch für Brandenburg.

• Mit einer neuen Sendereihe in Bayern 1 startete der Bayerische Rundfunk ab 1. März in den Radio-Nachmittag: Montags bis freitags, jeweils zwischen 14.10 und 15.50 Uhr, heißt es »Unterhaltung am Nachmittag« - eine Mischung aus Wort und viel Musik. Damit wird die bisherige Reihe „Weißblau und Heiter“ abgelöst, die mehr als tausend Mal über den Äther ging. Zum Moderatorenteam gehören neben dem zuständigen Redakteur Wolf Schmidt-Arget, Conny Glogger, Eva Deiglmayr, Barbara Jelen und Peter Fraas.

• Der Newcomer im Norden: Am 1. März 1993 geht alpha radio on air. Der neue Sender spricht die Zielgruppe der 25 bis 49-Jährigen an. Verbreitungsgebiet ist Schleswig-Holstein und Hamburg, teilweise auch Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Dänemark.

• Bayern 1 passt sich Hörerwünschen an: Im März 1993 wurden einige Änderungen in der Struktur von Bayern 1 wirksam, die eine behutsame Weiterentwicklung des Programms zum Ziel haben. Mehr Information soll es geben, mehr Aktuelles und Wissenswertes aus den Regionen, mehr Sendezeit für beliebte Unterhaltungssendungen und bessere Termine für Volksmusik. Getrennt in zwei Regionen werden werktäglich nach den 14.00 Uhr-Nachrichten die neuen Kurzmagazine »Heute in Altbayern und Schwaben« sowie »Heute in Franken« ausgestrahlt.

• Der private Radiosender Antenne Niedersachsen ist seit 19. März auch „regional auf Sendung“. Die Regionalbüros in Hannover, Göttingen, Braunschweig, Osnabrück und Oldenburg liefern täglich für die Regionalfenster um 18.30 Uhr aktuelle Informationen, Nachrichten und Reportagen aus den Regionen.

• "Hörfunk-Oskars" für STADTRADIO-Redakteure: Bei der Verleihung des "Hörfunkpreises der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK) am 18. März 1993 waren in diesem Jahr die Redaktionen des "STADTRADIO - Melodie für Sie"-Verbundes besonders erfolgreich. Die Redaktionsleiterin von STADTRADIO FÜR STUTTGART, Valerie Weber, erhielt den 1. Preis in der Kategorie Politik für einen Beitrag zum Thema "40 Jahre Baden-Württemberg". STADTRADIO NECKAR-ALB (Sendegebiet Reutlingen-Tübingen) erhielt den 1. Preis in der Kategorie Soziales und Feature. Der 1. Preis in der Kategorie Wirtschaft ging an STADTRADIO HEILBRONN für einen Beitrag über "Park & Ride" von Willi Kloss.

• Das Stadtradio Stuttgart (107,7 MHz) nennt sich jetzt Stadtradio PS Powerstation.

• Der Funkspot-Bobby von R.SH ist im dritten Jahr seines Bestehens zu einer anerkannten Institution und einem besonders begehrten Award geworden. Die HARIBO-Funkspots wurden auch 1992 wieder zum „R.SH-Spot des Jahres“ gewählt und bekamen zum zweitenmal den R.SH-Platin-Bobby. Am 24. März wurde er in München den Machern überreicht.

• Oliver Baier (»On O'Clock«) ist der neue Moderator des »Club Ö3«. Dieses Ö3-Magazin präsentiert sich seit Januar im neuen Outfit. Jeden Samstag von 15.05 bis 16.00 Uhr werden die neuesten Freizeittipps vorgestellt.

• Ein neuer Moderator ergänzt das Team der »Morgenmelodie« auf WDR 4: Uwe Hübner, bekannt durch die ZDF-»Hitparade«, gehört seit kurzem zu den Präsentatoren der beliebten Radio-Sendung des WDR, die jeden Morgen von mehr als drei Millionen Hörerinnen und Hörern eingeschaltet wird. Neben Uwe Hübner moderieren Ulla Norden, Jörg Ulrich, Rainer Hagedorn und Bernd Reheuser.   

• Seit Radio Beijing den Sprachkurs »Alltagschinesisch« ins Programm aufgenommen hat, findet er ein lebhaftes Echo. Viele Hörer äußerten den Wunsch nach mehr Lehrmaterial. Die Redaktion hat deshalb zwei Kassetten und ein Buch vorbereitet.

„Reality Radio“ auf R.SH: Seit Wochen ist es unter Fernsehzuschauern und Medienmenschen das Gesprächs- und Diskussionsthema Nummer eins: “Reality TV”. Die beiden R.SH-Mitarbeiter Frank Bremser (Bild) und Jens Lehrich haben sich dazu ihre eigenen Gedanken gemacht. Das Ergebnis: „Reality Radio“. Kritisch, sarkastisch und zugleich humorvoll beleuchten die zwei in ihren selbstgeschriebenen „Reality Radio“-Folgen den alltäglichen Tod, der scheinbar überall lauert. Gastmoderator Olaf S. Kracht versichert mit blumigen Worten: “Ein Tod, der nicht hätte sein müssen - aber das beste: Sie waren live dabei und haben hoffentlich daraus gelernt. Schalten Sie wieder ein beim nächsten Mal - ich quäl’ auch Sie“ - täglich zu wechselnden Zeiten auf R.SH. Foto: © R.SH

• Die Sender des Moskauer Rundfunks in Prag verstummten. Die Anlagen auf dem Areal der Russischen Botschaft in Prag-Bubenec (1584 kHz Hörfunk, Kanal R11 TV) wurden abgeschaltet.

• Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten hat der BRF eine internationale Sendung ausgerichtet. Anlass war das zehnjährige Bestehen seines Studios in St. Vith am 4. April 1993. Das Jubiläum wurde gemeinsam mit dem SWF-Studio Trier und dem neuen soziokulturellen Radio 100,7 aus Luxemburg begangen. Gespräche und Musik aus dem Raum Eifel/Ardennen rundeten die 125-minütige „Dreiländer-Matinee“ ab. Medienpolitische Themen aus allen drei Ländern zogen sich wie ein roter Faden durch die Live-Veranstaltung.

• Seit 5. April 1993 wird das Programm von Radio PSR für die drei Regionalbezirke Leipzig, Chemnitz und Dresden für einzelne Programmteile und die Werbeblöcke auseinandergeschaltet. Zur gleichen Zeit hören dann die Bürgerinnen und Bürger im Raum Dresden, der Lausitz und Niederschlesien bzw. die Hörer im Raum Chemnitz, dem Erzgebirge und dem Vogtland sowie in Leipzig und Westsachsen Nachrichten, Beiträge, Interviews, Veranstaltungshinweise usw., die besonders auf die jeweilige Region eingehen. Unterstützt wird die Lokalisierung von den etablierten Studios in Dresden, Chemnitz und Plauen (Löbau folgt demnächst).

• Radio FFH macht jetzt seine Wetterprognosen im eigenen Haus: Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach steht dem hessischen Privatsender seit 5. April 1993 halbtags als „Wetterfrosch“ zur Verfügung und meldet sich mindestens dreimal täglich mit detaillierten Wettermeldungen der einzelnen hessischen Regionen. Informationen dazu bezieht er per direkter Leitung vom Deutschen Wetterdienst und über eine Meteosatanlage von Radio FFH.

• Zum ersten Mal in Berlin führte ENERGY 103,4 (das Erlebnisradio für Berlin und Brandenburg) vom 9. bis 12. April 1993 eine 80-stündige Dauermoderation durch. Bernard und Bernhard erfüllten die Musikwünsche der Hörer. Für diese Aktion baute der Sender ein neues gläsernes Studio in der Potsdamer Straße 148.

• Zum ersten Mal hat Radio PSR am Ostersamstag die »Radio PSR-Hitparade« ausgestrahlt. In dieser Sendung werden jeden Samstag von 18.00 bis 20.00 Uhr die sächsischen "Top 20" präsentiert. Die Hörer können sich per Telefon und per Post an der Zusammenstellung beteiligen. Pro Sendung gibt es drei Neuvorstellungen, den Tipp eines sächsischen Plattenhändlers und das Gewinnspiel "Musikversteck", bei dem ein bekannter Titel zu erraten ist.

• Mit neuem Konzept und neuem Titel präsentiert sich die Samstagmorgen-Sendung auf WDR 2 von 9.20 bis 12.00 Uhr: »WDR 2 mobil - Auf dem Weg ins Wochenend«. Schwerpunkt ist der öffentliche Personennahverkehr. In Fahrberichten werden neue Verkehrsmittel vorgestellt, Streckenverbindungen per Bus und Bahn getestet.

• Mit "Udo unterwegs" - frei nach dieser Devise versammelte sich die gesamte MDR Life Mannschaft am 20. April im Fuhrpark des Mitteldeutschen Rundfunks in Leipzig, um ein Prunkstück seiner Bestimmung zu übergeben: den MDR Life-Showtruck, frisch gespritzt in neuem schicken Outfit, der von Moderatorin Peggy Patzsckke mit viel Schampus auf den Namen "Udo" getauft wurde. Start der MDR Life Tour'93 war am 1. Mai in Kloschwitz bei Halle mit der ersten MDR Life-Party. Durch das Programm führen mit viel Musik, Spielen, Unterhaltung und Spaß die Moderatoren Peggy Patzschke, Toni Rupprecht, Markus Fischer und Michael Drevenstedt (Bild). Letzterer, vielen als Sänger der Gruppe Graf bekannt, wird sich erstmals als Mitglied der neugegründeten MDR Life-Band vorstellen. Die Gruppe, mit Profimusikern hochkarätig besetzt, hat alle Life-Songs im Repertoire; ebenfalls mit dabei: die bekannte Ostrockband "Possenspiel" und die MDR Life-Disco. Foto: © MDR

• Info-Radio 101 in Berlin stellte am 24. April 1993 seinen Nachrichtenbetrieb ein. Das Experiment mit 8,1 Prozent Einschaltquote scheiterte nicht an den Hörern, sondern an den ausbleibenden Werbekunden. Der Berliner Tagesspiegel geriet in eine Krise, Holtzbrinck und R.SH wollten nicht länger Kredite zuschießen. Der Verlust beträgt 20 Millionen DM. Die Interessenten, darunter n-tv und 104.6 RTL, konnten keine Wiedergeburt herbeiführen. Die sechs freigewordenen UKW-Frequenzen vergab die MABB an Klassik-Radio und die Kulturwelle Radio Flamingo.

• Auch in diesem Jahr sendet Radio Vest in Ulfborg für Urlauber, die sich an der Nordseeküste in Mitteljütland aufhalten, vom 1. Mai bis 15. September wieder Nachrichten in deutscher Sprache auf der Frequenz 94,6 MHz.

• Die Sachsen-Anhalt Welle hat die Ausstattung ihrer Frequenzen mit dem ARI / RDS-Signal komplettiert. Nachdem die SAW-Sender Leipzig und Halle bereits im Dezember 1992 mit Verkehrsfunkkennung ausgestattet wurden, folgten nun auch die Sender Brocken und Magdeburg. Damit kann radio SAW jetzt auf allen Frequenzen mit der RDS-Kennung SAW empfangen werden.

• KBS Seoul wird ab Anfang Mai sein deutsches Programm über eine Relaisstation der BBC in England ausstrahlen. Das ergaben Gespräche, die zwischen der BBC und KBS Mitte Januar in Seoul geführt wurden. Der Deutsche Dienst begann am 1. Mai 1983 zu senden.

• Spektakulär und außergewöhnlich waren Ort und Thema, die sich das Team von MDR Sputnik für seine erste Live-Berichterstattung seit Sendestart am 1. Mai 1993 ausgesucht hat: Über eine Direktschaltung via Satellit berichtete das Jugendradio live vom Radioschiff „Droit de Parole“ (Redefreiheit), das außerhalb der Drei-Meilen-Zone in internationalen Gewässern vor der jugoslawischen Küste liegt. Auf große Resonanz stieß die Aktion (mit der das MDR-Jugendradio zudem über die Arbeit des französischen Vereins „Droit de Parole“ informieren wollte) bei den Kollegen anderer Hörfunkprogramme wie Radio B2, Bayern 3, WDR 2, Radio Bremen 4, SWF 3, NDR 2, MDR Info, MDR Kultur und WBAI-Pacifica, New York, welche die MDR Sputnik-Reportagen ebenfalls für ihr Programm übernahmen.

• Vor 25 Jahren, am 2. Mai 1968, wurde beim Südwestfunk die erste Sendung »Baden-Württemberg aktuell« ausgestrahlt. Der Titel war und ist Programmauftrag: Rund 70.000 aktuelle Berichte aus der Hauptstadt und den Regionen Baden-Württembergs recherchierten und produzierten seither die Redaktionen in den beiden SWF-Landesstudios Freiburg und Tübingen sowie die Korrespondenten in acht Studios und Regionalbüros. Mittags wird »SWR Baden-Württemberg aktuell« über die Programme SWF 1 und S4 Baden-Württemberg ausgestrahlt und erreicht täglich über 500.000 Hörer. Die Erfinder-Redakteure Rainer Rinker und Wolfgang Heidenreich (heute Studioleiter in Tübingen und Freiburg), sind der Meinung, dass die aktuelle Landessendung „aus dem Profil der Medienlandschaft in Baden-Württemberg nicht mehr wegzudenken ist“.

• SWF und WDR begannen am 3. Mai 1993 mit einem Feldversuch, bei dem mit Hilfe des Verkehrsdurchsagekanals TMC (Traffic Message Channel) die Verkehrsmeldungen unhörbar mit dem Programm übertragen und mittels eines Decoders in der Muttersprache des Fahrers hörbar gemacht werden. Durch Standardisierung und digitaler Codierung von Verkehrsinformationen wird es in Zukunft möglich sein, die Autofahrer in ihrer Muttersprache zu informieren, egal in welchem Land sie sich aufhalten. Dies ist mit Hilfe des Radio Daten Systems (RDS) möglich, das überall in Europa in Betrieb ist. Das TMC-Versuchsfeld erstreckt sich zunächst nur auf Teile der Bundesautobahnen mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen.

• Radio PSR motzt zurück: „Wer langweilt uns am Dienstag - und wer ist so dämlich wie sein Hund - ja das ist Motzki“. So beginnt ein neuer Song von Radio PSR, dem Sächsischen Privatsender - als Antwort auf die ARD-Serie „Motzki“ von Wolfgang Menge. Der Text des „Motzki-Songs“ stammt von Programmdirektor Jürgen Vogel. Produzent ist Horst Lustenberger.

• Kirch-Gruppe verklagt alpha radio: Kaum ist alpha radio auf Sendung, steht schon der erste Ärger mit der Konkurrenz ins Haus. Die Kirch-Tochter "Alpha-Radioprogrammgesellschaft mbH" aus München hat vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erreicht, dass alpha radio seinen Firmennamen nicht mehr verwenden darf. Nachdem alpha radio auf Rechtsmittel gegen das Urteil verzichtet hatte, gestanden die Vertreter der KirchGruppe dem neuen Sender immerhin zu, den Namen alpha radio übergangsweise bis zum 15. April verwenden zu dürfen. "Gegen den Medienriesen Kirch hätten wir keine Chance gehabt", erklärte alpha radio-Geschäftsführer Peter Völpel, "aber aufhalten kann uns das nicht". Wer alpha sagt... muss auch delta sagen - entschieden sich die Hörerinnen und Hörer des Kieler Rock-Radios für delta radio.  

• Ende April wurde der Mittelwellensender Rostock (NDR 4) abgeschaltet und durch einen neuen (der alte war ein DDR-Post-Notsender) am Standort Jennewitz (zirka 30 Kilometer westlich Rostock) ersetzt. Die Leistung beträgt weiterhin 20 Kilowatt, die Frequenz ist 558 kHz.

• Über UKW konnte S4 Radio Breisgau nur einen Teil seines Stammgebietes erreichen. Durch die zusätzliche Mittelwellenfrequenz 828 kHz kann der Sender jetzt auch überall im Kaiserstuhl, im nördlichen Kreis Emmendingen, im Markgräferland mit den Städten Staufen, Mülheim, Neuenburg und Bad Krozingen sowie im Südschwarzwald empfangen werden. S4 Radio Breisgau beginnt morgens um 6.30 Uhr mit regionalen Nachrichten zur halben Stunde bis um 18.30 Uhr sowie mit Magazinen um 10.05, 12.30, 16.30 und 17.05 Uhr. Einer der Renner im Programm: Das Freiburger Wunschkonzert mit Heinz Siebeneicher um 13.05 Uhr.

• Virgin 1215, der zweiten landesweite private Radiosender in Großbritannien, startete offiziell am 30. April um 12.15 Uhr. Der Musiksender im Rock-Oldie-Format, der in Soho (London) seinen Sitz hat, klingt wie eine Mischung aus MTV ohne Bild und BFBS. Die gestandenen Radio-DJs waren früher bei den englischen Soldatensendern in der Welt tätig: Richard Brandson, Thommy Vance und Richard Scinner. Aufgrund ihrer Hörfunkerfahrung war der Sendestart für sie nichts Aufregendes. Insofern spürte der Hörer wenig von der immer wieder beschworenen radio revolution. Gleich in der ersten Stunde gab es Live-Schaltungen zu Außenübertragungen. Werbung wird unvermittelt zwischendurch eingeblendet. Außerdem sind Kurznachrichten mit Wetter zu hören. Das Mittelwellenradio Virgin 1215 ist eine ernst zu nehmende Konkurrenz für BBC Radio One. Am nächsten Tag wurde das analoge Satellitensignal digitalisiert und verschlüsselt; es dient nunmehr ausschließlich der Zulieferung an die Mittelwellensender in Großbritannien.

• Radio PSR eröffnet Studio in Dresden: Radio PSR zieht nach neun Monaten im „6 qm-Provisorium“ in der Landeshauptstadt in sein neues Regionalstudio Dresden im Erdgeschoss des Hotels „Dresden Hilton“ ein. Damit hat der Privatsender sein endgültiges Domizil im Herzen der sächsischen Landeshauptstadt direkt gegenüber der Frauenkirche gefunden. Das Dresdner Studio wird geleitet von Frau Dr. Karla Engelhardt. Sie gehört zu den ersten Mitarbeiterinnen von Radio PSR, die im Juli 1992 den Sendebetrieb aufnahmen. Sie war bisher im Leipziger Funkhaus als Redakteurin, Reporterin und Sprecherin des Sachsen-Reports tätig. Aus dem gläsernen Studio im Hotel „Dresden Hilton“ können sowohl Sendungen für das landsweite Programm von Radio PSR als auch Sendungen nur über die regionalen Frequenzen für den Großraum Dresden ausgestrahlt werden. Das Studio Dresden und das Leipziger Funkhaus sind über Standleitungen miteinander verbunden. 

• 25 Jahre »Sie wünschen - wir spielen«: Die beliebte Wunschsendung von SDR 1 feiert am 6. Mai Geburtstag. Zum ersten Mal wurde sie 1968 ausgestrahlt. Täglich gehen in der Redaktion zwischen 100 und 200 Zuschriften ein, welche die Grundlage für die Arbeit der betreuenden Redakteure sind. Dies ist in den letzten Jahren vor allem die Aufgabe von Christel Freitag. Zu besonderen Anlässen wie der IGA geht das Sendeteam live vor Ort.

• Mit einem kräftigen Hebeldruck starteten Ingrid Biedenkopf, Gattin des sächsischen Ministerpräsidenten und Dresdens OB Dr. Herbert Wagner am 9. Mai gemeinsam den privaten Hörfunksender „Radio Sachsen“. Die Hörer des ersten der vier sächsischen Stadtsender sitzen im Großraum Dresden. In den Kreisen Dresden-Land, Meißen, Riesa, Kamenz, Bischofswerda, Brand-Eibisdorf, Großenhain, Döbeln und Dippoldiswalde ist Radio Dresden gut zu empfangen.

• „Grüße von Mensch zu Mensch“ können Hörer aus Ost und West beim privaten Rundfunksender Radio Brocken über den Äther schicken. Einzige Bedingung ist die Formulierung eines vierzeiligen Reims, der Anregungen gibt, wie Deutsche in Ost und West sich besser verstehen können. „Nur wenn es uns gelingt, die unterschiedlichen Probleme und Interessenlager der Menschen einander näher zu bringen, wird auch die Bereitschaft zum Teilen steigen“, begründet Steffen Müller, Geschäftsführer und Programmdirektor des Senders die besondere Kampagne. Radio Brocken sendet auf UKW 89,0 MHz ein musikbetontes Vollprogramm mit überwiegend deutschen Schlagern. Das Programm ist in Sachsen-Anhalt, weiten Teilen Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs, Sachsen, Thüringens und Nord-Hessen zu empfangen. Im Bild: Die Moderatoren-Crew mit Programmchef Steffen Müller (Mitte). Foto: © Radio Brocken.

• Die Radiogesellschaft SABC in Südafrika wird vollkommen umgestaltet. Im Zuge der Demokratisierung wird aus der staatlichen Anstalt ein öffentlich-rechtlicher Sender mit einem plural besetzten Rundfunkrat. Die Verantwortlichen versprechen sich davon faire und ausgewogene Berichterstattung über die Vorgänge im Lande. Der zentral aus Johannesburg gelenkte Sender wurde bisher als Übermittler der Apartheid-Politik angesehen.

• Thüringen hatte eine Woche lang ein lokales Radio. In diesem Bundesland ist nur landesweiter Hörfunk medienrechtlich vorgesehen. Doch die Landesanstalt für privaten Rundfunk machte eine Ausnahme und erlaubte dem Hochschulfunk (HSF) Studentenradio e.V. vom 16. bis 22. Mai 1993 einen 200 Watt-Sender zu nutzen. Anlass war die „Internationale Studenten-Woche in Illmenau“ (ISWI), 30 km südlich von Erfurt. Sie wurden von 400 Studierenden aus 50 Ländern besucht. ISWI-Radio nutzte die Frequenz 104,2 MHz, die zur Senderkette für den zweiten privaten Anbieter gehört. [Der Hochschulfunk hatte in den vergangenen Jahren bereits Rundfunkerfahrung sammeln können. Er sendet dienstags und donnerstags in der Mittagszeit aus dem Mensa-Studio sowie dienstagsabends die „Tuesday Night“ von 21.00 Uhr bis Mitternacht und zu besonderen Anlässen aus einem zweiten Studio. Zu empfangen ist das Studentenradio HSF über die Mensalautsprecher, im Campus-Kabelnetz und auf dem TV-Kanal 12 als Begleitton zu den Texttafeln mit aktuellen Informationen, die ebenfalls vom HSF zusammengestellt werden. In der übrigen Zeit wird auf dem Radio- und TV-Kanal das Jugendradio MDR Sputnik aufgeschaltet.]

• Einen Tag vor der R.SH-Oldie-Nacht am 21. Mai 1993 veranstaltete der Privatsender in Schleswig-Holstein eine gigantische Revival-Party, bei der sechs Gruppen um den Titel der besten „deutschen“ Revivalband kämpften. Moderiert wurde die Show von den „Blues Brothers“, alias R.SH-Moderatoren Ulf Hagge und Frank Bremser.

• Seit drei Jahren ist Antenne.Das Radio in Niedersachsen auf Sendung. Der Startschuss fiel am 21. Mai 1990 um 17.00 Uhr. Inzwischen beschäftigt der Sender über 60 Mitarbeiter und verfügt über eine technische Reichweite von zirka zehn Millionen Hörern. Das Motto auch für den dritten Geburtstag: „Wir lieben Land und Leute“. Antenne-Reporter waren am 21. Mai wieder im Land unterwegs und berichteten über den Alltag der Menschen in Niedersachsen. Mit dabei auch Reporter aus den Regionalbüros. Seit März 1993 liefern sie Informationen und Reportagen aus ganz Niedersachsen. Von Montag bis Freitag um 18.30 Uhr sind die Regionalbüros in Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Göttingen und Hannover mit den regionalen Schlaglichtern des Tages auf Sendung.

• Der bisherige ERF-Hörfunkchef Jürgen Werth wird im Sommer 1994 die Nachfolge von Direktor Horst Marquardt antreten, der beim Evangeliums-Rundfunk in Wetzlar seit 1960 in leitender Position tätig ist. Der in Lüdenscheid geborene Werth arbeitet seit 20 Jahren beim ERF und leitete von 1977 bis 1984 die e.r.f. junge welle, bevor er 1986 Chefredakteur wurde. Seit 1987 ist er Mitglied in der Missionsleitung.

• Die freie Radiostation „Coloradio“ hat jetzt eine offizielle Sendelizenz. Zu Beginn seiner Aktivitäten war der Sender einer der ersten ostdeutschen Radiopiraten. Als in Sachsen Lizenzen für lokale Privatradios ausgeschrieben wurden, fand man bei der Elbwelle Dresden Platz für ein vierstündiges Fensterprogramm. Es soll ab 30. Juni wöchentlich jeweils donnerstags von 20.00 bis 24.00 Uhr auf 100,2 MHz (Dresden-Wachwitz / 5 kW) gesendet werden.

• Jörg Bombach ist neuer Leiter von hr3, der Service-Welle des Hessischen Rundfunks. Er wurde Nachfolger von Jörg Riemenschneider, der als Programmchef zu NDR 2 wechselte. Als hr-Redakteur hat Bombach unter anderem das hr3-Vormittagsprogramm »Von acht bis zwölf« mitaufgebaut und gestaltet. Dem Publikum ist er von Auftritten im hessischen Fernsehen (»Teletreff« und »Tipp den Trend«), vor allem aber als Moderator verschiedener hr3-Sendungen bekannt. Foto: © hr  

• Über 40.000 begeisterte Fans feuerten das 15-köpfige »Hit-Marathon«-Team von Radio FFH an. Das Moderatoren-Paar Diana Hartmann und Wolfgang Kurzke präsentierte die "längste Hit-Parade rund um Pfingsten 93" stündlich live aus 42 hessischen Städten - unterstützt durch zwei Satelliten-Übertragungsanlagen der Telekom.

• Nach dem Brandanschlag auf ein von Türken bewohntes Haus, sendete Radio RSG, das Lokalradio für Remscheid und Solingen fast ununterbrochen Berichte von den Eskalationen. Die Redakteure fuhren mehrstündige Schichten. Unterstützt wurden sie vom Nachbarsender Radio Neandertal. Mitarbeiter begaben sich mit einem Ü-Wagen zum Ort des Geschehens und zu den Demonstrationen. Teilweise konnten sie nur unter Lebensgefahr live von den schweren Ausschreitungen und den Plünderungen von Geschäften berichten, weil Leuchtspurmunition und Leuchtraketen durch die Luft flogen. Die beiden Lokalradios strahlten noch einige Nächte nach dem Brandanschlag Sonderprogramme aus. Dabei entwickelte sich Radio RSG zu einer Nachrichtenagentur. Jörg Bertram war zunächst der einzige Außenreporter vor Ort, der nachts live über die Geschehnisse in den Solinger Stadtteilen berichtete und versuchte, den Überblick zu behalten. Deshalb rief sogar die BBC bei dem Sender an und bat um einen Korrespondentenbericht.

• Radio Slovenia hat Anfang Juni wieder die fremdsprachigen Touristeninformationen in seinem zweiten landesweiten Programme („Welle 202“) aufgenommen. Gesendet werden täglich um 6.35 und 9.40 Uhr Kurznachrichten, Wetter und Touristentipps in slovenischer, deutscher, englischer und italienischer Sprache.

• ENERGY FÜR SACHSEN - ein gemeinsames Projekt der 7010 Radio Leipzig, der Elbwelle Dresden und der Citywelle Chemnitz - startete am Montag, 21. Juni um 12.00 Uhr. Die Ausstrahlung erfolgt über die Sender Leipzig 99,8 - Dresden 100,2 und Chemnitz 97,5 MHz. Alle drei wollen 18 Stunden des Tages programmlich zusammenarbeiten und ein Mantelprogramm, das in Leipzig entsteht, ausstrahlen. Sechs Stunden werden lokal genutzt, jeweils zwischen 5.00 und 8.00 Uhr morgens und zwischen 18.00 und 21.00 Uhr abends. Hinter ENERGY FÜR SACHSEN steht eine Vielzahl von mittelständischen sächsischen Unternehmern sowie die französische Radio-Gruppe NRJ, die bereits in ihrem Mutterland Frankreich erfolgreich Lokalfunk macht. Nach intensiver Marktforschung entschieden sich die Macher für ein rockorientiertes Musikformat. Geschäftsführer und Programmdirektor ist Adam Hahne, der zuvor vier Jahre lang in gleicher Position für Radio Salü tätig war.

• Die schweizerische PTT hat die Mittelwellensender Steilstrahler Sarnen (1566 kHz) und Monte Ceneri (558 kHz) abgeschaltet. Grund: zu hohe Energiekosten.

• Antenne Brandenburg hat aus finanziellen Gründen die Mittelwellensendungen auf 693 kHz eingestellt. 

• MDR Info wurde auf Mittelwelle 1044 kHz aufgeschaltet. Gleichzeitig verlor MDR Sputnik diese letzte terrestrische Frequenz und ist seitdem nur noch über Astra zu hören.

• RadioRopa Info strahlt bis Ende Juni Testsendungen über einen 100 kW-Kurzwellensender in der Tschechischen Republik aus. Der reguläre Programmbetrieb wird am 1. Juli aufgenommen. Dann soll von 5.00 bis 1.00 Uhr das Dauner Programm ausgestrahlt werden. Nach Angaben des Senders spiegeln die Empfangsberichte aus Europa „helle Begeisterung“ wider. RadioRopa Info ist damit der erste private deutsche Hörfunksender, der auf Kurzwelle sendet. Dieser Schritt sei notwendig gewesen, so Geschäftsführer Peter Lepper, weil in Deutschland keine terrestrischen Sender mehr flächendeckend verfügbar seien. "Wir müssen uns die Lang- und Kurzwelle leisten, weil wir den Anspruch haben, europaweit hörbar zu sein. Kabel und Satellit ist die Versorgung für den Heimempfang". Im Bild: DX-Editor Manfred Böhm im Dauner Studio. Foto: © RadioRopa

• B5 aktuell, die Nachrichtenwelle des Bayerischen Rundfunks, ist in den Ferienmonaten wieder auf Kurzwelle aktiv. Ab Juli wird das Informationsprogramm zu verschiedenen Zeiten auch auf 6085 kHz aufgeschaltet.

Der Sender Wilsdruff ist nicht mehr mit dem Sendestudio von MDR Sputnik in Berlin verbunden, sondern übernimmt seit dem 7. Mai das Signal vom Satelliten Astra. Ab 1. Juli soll die Sendeleistung auf 1044 kHz aus Kostengründen von 250 auf nur noch 20 Kilowatt heruntergefahren werden. Parallel dazu versorgt 1531 kHz den Dresdner Raum.

• Freie Radios in Baden-Württemberg gründeten Dachverband: Insgesamt acht Radioinitiativen gründeten Mitte Mai in Stuttgart die "Assoziation Freier Gesellschaftsfunk" (AFF). Ziel dieses Dachverbandes ist es, den Bürgerfunkern im Ländle zu mehr Durchsetzungsvermögen gegenüber der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) verhelfen. Denn obwohl das Mediengesetz ausdrücklich nichtkommerziell arbeitetende Rundfunksender zulässt, ist bisher nur das Freiburger Radio Dreyeckland auf Sendung.

• Ab 1. Juli nicht mehr im Einsatz sind die früher für DDR-Auslandssendungen, später auch für DLF-Sendungen eingesetzten Mittelwellen Berlin 1359 und Burg 1575 kHz.

• Modernste Studiotechnik für Blue Danube Radio: Blue Danube Radio, das internationale Programm des ORF, verfügt seit kurzem über die modernste Studiotechnik; das Programm wird seit Juli schrittweise auf die CAR-Technologie (Computer Aided Radio) umgestellt. CAT leitet eine neue Ära des Radiomachens ein, die auch traditionelle Berufsbilder ändern wird. CAR ist ein Sprung in die Radiozukunft. Die gesamten technischen und administrativen Abläufe eines Radiosenders werden im Studio und in der Redaktion über Computer abgewickelt. Auf 21 Personal Computern können die Redakteure ihre Texte schreiben und O-Ton Beiträge (Interviews, Korrespondentenberichte) aufnehmen und bearbeiten. Die Musikbeiträge kommen aus einem eigenen BDR-Musikarchiv, das digital auf herkömmlichen Computerplatten gespeichert wird. Die Musikauswahl wird ebenfalls vom Rechner unterstützt. Das Programm wird dann von einem Moderator ohne Techniker am DJ-Platz computerunterstützt abgewickelt. Das System stellt dem Moderator Texte, O-Ton-Beiträge und Musikstücke laut Sendeliste automatisch zur Verfügung. Die Anlage besteht aus zwei Selbstfahrer-Sendestudios identischer Bauart und einem dazwischenliegenden Vorbereitungsraum. Es ist jeweils nur ein Studio on air, das andere ist Ausfallreserve und dient als Produktionsplatz.

• Das Europa-Programm des Deutschlandfunk ging am 1. Juli in die Zuständigkeit der Deutschen Welle über. Die Sendungen in Elf europäischen Fremdsprachen werden vorläufig weitergeführt. Die Sendezeit - täglich rund 13 Stunden - bleibt zunächst erhalten, ebenso die Sendeplätze sowie die Empfangsmöglichkeiten über Mittel- und Kurzwelle und Satellit. Die Leitung hat weiterhin Dr. Rolf Anger.

• Der Deutschlandfunk hat die Berliner Mittelwellenfrequenzen 1359 und 1575 kHz am 1. Juli abgeschaltet.

• Neuer Leiter des Studio Ulm des Süddeutschen Rundfunks und des Regionalprogramms "S4 Schwabenradio" ist seit 1. Juli Matthias Schneider. Ab 1979 war er maßgeblich am Auf- und Ausbau des Regionalprogramms beteiligt. Regelmäßig moderiert er dort die Sendungen »S4 Schwabenradio-Wunschmelodie« am Samstag, die von bekannten Persönlichkeiten aus der Region musikalisch zusammengestellt wird. Zu hören ist "S4 Schwabenradio" in den Regionen Ost-Württemberg und Donau-Iller über die UKW-Sender Ulm (94,5) und Aalen (96,9 MHz).

Der landesweite Privatsender radio SAW mit Sitz in Magdeburg, hat jetzt sein Landesstudio in Halle eingeweiht. Rund 250.000 DM wurden in den Ausbau der Redaktion und des Studios investiert. Das bisher zweiköpfige Team wurde auf drei Mitarbeiter vergrößert. Mit dem Ausbau des Studios ist der Sender nun technisch in der Lage künftig Magdeburg und Halle (103,3 MHz) auseinanderzuschalten.

• Landesstudio Magdeburg eröffnet: Der private Hörfunksender Radio Brocken hat in Magdeburg ein Landesstudio eröffnet. Das Gläserne Studio ist in Zusammenarbeit mit dem Warenhaus Karstadt an einem der belebtesten Punkte der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt eingerichtet. Radio Brocken wird wochentags jeweils von 10.00 bis 11.00 und 16.00 bis 17.00 Uhr ein Regionalprogramm für den Großraum Magdeburg ausstrahlen. Darüber hinaus werden aus dem Studio auch Sendungen für das landesweite Programm gefahren.

• Rainer Eichhorn, bisher Programmchef bei RTL Radio Baden-Württemberg, hat den Sender zum 1. August 1993 verlassen, um sich ganz seiner eigenen Firma ON AIR Rundfunkproduktion und Beratung zu widmen. Das Unternehmen betätigt sich schwerpunktmäßig in den Bereichen Sendeautomation, Syndication und Consulting. Produziert werden unter anderem die Shows "American Country Countdown", "The Beatle Years" und "Hollywood Express" für den deutschen Markt.

• Schadowstraße 6 - so lautet seit 1. September die neue Adresse des Gemeinschaftsstudios der drei größten ARD-Anstalten. Wenige Hundert Meter vom Reichtagsgebäude sowie vom künftigen Regierungszentrum entfernt, haben BR, NDR und WDR ihr komplettes, leistungsfähiges Hauptstadt-Studio eingerichtet. Auf mehr als 800 Quadratmetern Bürofläche arbeitet ein gemeinsames Hörfunk-Studio Berlin. Im Erdgeschoss der Schadowstraße 6 - das sechsstöckige Gebäude war früher Sitz zahlreicher westlicher DDR-Korrespondenten, unter anderem auch des ARD-Hörfunkstudios DDR - gibt es jetzt drei hochwertige Tonstudios mit angegliederten Technikräumen, 15 Redaktionsbüroräume, drei Sekretariate, ein Konferenzraum, Teeküche, ein Schaltraum sowie einen neuen Innenhof. Alle organisatorischen und technischen Einrichtungen werden untereinander geteilt, die Kosten gedrittelt, auch die Personalausgaben für die Mitarbeiter in Technik und Sekretariaten von allen drei Sendern anteilig getragen.

• Die Abkürzung BRF steht für "Belgisches Radio- und Fernsehzentrum". Ab dem 3. September will der kleine öffentlich-rechtliche Sender auch ein regelmäßiges Fernsehmagazin produzieren. »Maskerade« wird die 15-minütige Sendung heißen, die dann jeweils zwischen freitags 18.00 und sonntags 1.00 Uhr mehrmals auf TeleVestre wiederholt wird.

• Am 12. September 1993 wurde der Radio FFH-Hit-Zeppelin auf dem Flugplatz Wehrheim/Anspach im Taunus auf den Namen „Hessen“ getauft. Denn über ganz Hessen war das größte Luftschiff der Welt in den darauf folgenden Wochen zu sehen. Unter dem Motto „Hit für Hit ein Hit“ startete die „fliegende Zigarre“ zu einer hessenweiten Höreraktion. Aus der Luke des Radio FFH-Zeppelins schwebten federleichte Schaumstoff-Hit-Scheiben auf den Ort herab über dem er gerade kreiste.

• Radio Tallinn, Estland wollte ursprünglich zum 1. Oktober 1993 die Auslandssendungen einstellen, tut das aber schon zum 1. September. Tags zuvor hatte das Parlament beschlossen aus Geldmangel den Kurzwellensender 5925 kHz stillzulegen. Gleichzeitig werden die Frequenzen Mittelwelle 1035 und Kurzwelle 5925 kHz aufgegeben, die im August ohnehin nur noch für den Auslandsdienst Eesti Radio eingesetzt worden waren. Aufgegeben werden auch die Mittelwellen 1215, 1332 und 1512 kHz. Über die Mittelwelle 612 kHz wird wieder das esthnische Programm von Radio Rossija übernommen. Im Bild eine QSL-Karte (Empfangsbestätigung) aus dem Jahr 1975 mit einer Ansicht aus Tallinn "Church of the Holy Ghost".  

• Am 13. September ging der erste landesweite Privatsender in Böhmen und Mähren, Radio Alfa, nach einwöchigem Probebetrieb auf Sendung. Einige Tage später wurden zwischen der Deutschen Welle und Radio Alfa ein Rebroadcasting-Vertrag abgeschlossen. Der tschechische Partner übernimmt via Astra zwei tschechische Programmblöcke täglich und sendet über ein UKV-Netz zeitversetzt Programmteile der Deutschen Welle in den Vor- und Nachmittagsmagazinen. [Bereits seit 1990 hat die Tschechische Redaktion einen festen Sendeplatz in der ersten Programmschiene (Radiozurnal) des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks.]

• Seit dem 19. September 1993 sendet in Luxemburg erstmalig ein öffentlich-rechtlicher Sender. Hundert,7 will auf der gleichnamigen Frequenz in überwiegend einstündigen Magazinsendungen ein Minderheitenpublikum bedienen. Der Informationsschwerpunkt ist die 60-minütige Sendung »Panorama« täglich ab 18.00 Uhr. Über die Woche verteilt sind Presseschauen, ein Kultur-, Wirtschafts-, Gesundheits- sowie Freizeitmagazin zu hören. Außerdem sind Verbraucher- und Umweltinformationen vorgesehen. Hundert,7 sendet täglich von 14.30 bis 22.00 Uhr. Über eine Ausdehnung des Programms soll erst 1995 entschieden werden. Der 100 Kilowatt-Sender ist von RTL gemietet.

• Radio Brocken startete am 27. September 1993 mit seinem Regionalprogramm für die Großregion Halle/Leipzig. Das Lokalfenster wird täglich zwischen 10.00 und 11.00 sowie 16.00 und 17.00 Uhr ausgestrahlt. Das neue regionale Programmangebot stoße hier in eine Marktlücke, so Geschäftsführer und Programmdirektor Steffen Müller. Mit dem jüngsten Fensterprogramm habe Radio Brocken nach den Regionalprogrammen für den Großraum Magdeburg und Harz seine Regionalisierung im Rekordtempo von nur neun Monaten nach dem Sendestart am 1. Dezember 1992 abgeschlossen.

• Mehr als 100.000 Besucher bei 37 Radio-Shows - so lautet die stolze Bilanz der MDR Life-Truck Tour 93, die Ende September zum letzten Mal in diesem Jahr in Lübs/Sachsen-Anhalt stattfand. Publikumsmagneten und Highlights waren neben der ostdeutschen Ulk-Band „Possenspiel“ die MDR Life-Band mit Moderator Michael Drevenstedt als Frontman und die Gesangsformation „Life-Steil“, die ihr Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen.  

• Ein bislang in der Geschichte des Rundfunks einmaliges Radioereignis wurde im Oktober 1993 von MDR Kultur realisiert: Pünktlich zum Start von "Europamusicale", dem erstmals stattfindenden europäischen Musikfest, hatte der Ü-Wagen des MDR-Zuhörradios seine Position in München vor der Philharmonie im Gasteig, dem Prinzregententheater unter der Residenz bezogen. An diesen Veranstaltungsorten präsentierten 33 Sinfonieorchester aus 31 europäischen Ländern, darunter auch das des MDR und der MDR Chor, klassische Musik ihres Heimatlandes. MDR-Hörfunkdirektorin Karola Sommerey, Dr. Steffen Lieberwirth, Abteilungsleiter Musik bei MDR Kultur (Mitte) und Wellenchef Dr. Detlef Rentsch - hier im Ü-Wagen von MDR Kultur - machten sich für das Engagement des Mitteldeutschen Rundfunks für "Europamusicale" stark. Die Planung für die weltweite Übertragung von 33 Konzerten lief seit einem Jahr. Foto: © MDR

• Ein Pfund Musik mit Peter Sebastian: Jeden Samstag von 15.00 bis 17.00 Uhr präsentiert Peter Sebastian für STADTRADIO Heilbronn und Karlsruhe sowie STADTRADIO FÜR STUTTGART die Sendung »Ein Pfund Musik«. Der Sänger, Texter, Komponist und Plattenproduzent moderiert eine der erfolgreichsten Sendungen bei AlsterRadio in Hamburg und gab mit »Ein Pfund Musik« seinen Moderationseinstand außerhalb der Hansestadt. [Peter Sebastian ist auch Botschafter des "Gemeinnützigen Jugendwerkes unfallgeschädigter Kinder" und feiert in dieser Eigenschaft 1993 sein 10-jähriges Jubiläum. Über 600.000 DM konnte er schon sammeln.]

• Neues in der Nacht von Ö3: Von Freitag auf Samstag stellen Gerti Senger & Co. die neue »Love Line« vor, welche die »Sex-Hot-Line« ablöst. Die »Love Line« bietet ein breites Spektrum an Themen rund um Beziehungen. Moderatoren sind Martina Rupp, Stefan Fleming und Walter Gröbchen. "Talk Radio" ist weiterhin - nachdem Moderator Dieter Moor sein Betätigungsfeld nach Deutschland verlegt hat - jeden Samstag ab Mitternacht mit Dirk Stermann zu hören.

• Beim Start von radio ffn war Rolf Bouvier als Nachrichtensprecher dabei, zwei Jahre später landete er bei ANTENNE BAYERN. Er blieb in München, wechselte im Oktober 1993 aber zu B5 aktuell. Der Info-Sender, der immer wieder neue Mitarbeiter aufweist, beschäftigt inzwischen auch Peter Lersch und Klaus Schneidereit. Sie waren bei Star*Sat Radio für Nachrichten zuständig - als der Sender noch in München ansässig war und eigene News produzierte.  

• Der französische Medienkonzern Hersant will die elsässische Zeitung "Les dernieres nouvelles d'Alsace" übernehmen, die ihrerseits beim Baden-Badener Radio Victoria einsteigen wird. Christian Fritsch vom Privatsender, der auf 100,4 MHz ein weites Sendegebiet erreicht, spricht von bis zu 30 Prozent, welche die Franzosen zur neuen Lizenzierungsperiode ab 1. Oktober 1994 übernehmen könnten. Der Sender liegt offenbar als meistgehörte deutschsprachige Station im Elsaß an sechster Stelle in der Gesamtbeliebtheit. Nachdem er sich des Zuhörerpotentials westlich des Rheins schon lange bewusst war, gibt es seit einigen Monaten sogar dreimal täglich Nachrichten aus Strasbourg im Programm.

• Der Bayerische Rundfunk (BR) hat am 1. Oktober 1993 das neu eingerichtete Korrespondentenbüro Oberland in Seehausen am Staffelsee eröffnet. Von hier versorgt Hörfunkjournalist Thomas Schustereder alle Radioprogramme des BR mit Nachrichten, Berichten und Reportagen. Das Berichtsgebiet umfasst die drei Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

• Radio PSR eröffnete am 1. Oktober 1993 sein Büro in Aue. Büroleiter Peter Höhne ist schon seit einem Jahr als Korrespondent für den Sender im Erzgebirge unterwegs. Das Privatradio berichtet jetzt aus drei Regionalstudios (Leipzig, Chemnitz, Dresden) und drei Regionalbüros (Plauen, Löbau, Aue).

• Das WDR-Studio Siegen feierte am 1. Oktober 1993 Geburtstag. Als „Schritt in die Region“ wurde vor 25 Jahren die Errichtung des Büros Siegen begründet, als Konsequenz aus dem gesetzlichen Programmauftrag und der Informationspflicht gegenüber den Hörerinnen und Hörern in allen Teilen des Landes. Das Studio übernahm für seinen Betreuungsbereich die Kreise Soest, Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein sowie die Stadt Hagen, neben der Zulieferung für alle WDR-Hörfunkprogramme ab 1. Dezember 1987 die regionale Berichterstattung. Während der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen bietet „Südwestfalen Radio“ täglich eine „Ferienwelle“ mit zahlreichen Reportage- und Ü-Wagen-Einsätzen.

• Mehr Information, mehr Hessen und mehr Unterhaltung - unter diesem Motto startete Radio FFH in den Herbst. Die "Verpackung" des Privatsenders wurde aufgefrischt mit neuen Jingles, entstanden im eigenen Produktionsstudio. Neu ist auch die Regionalisierung um 12.25 Uhr: Die 14 UKW-Sender werden in die vier Senderregionen Mittelhessen, Südhessen, Rhein-Main und Nord-/Osthessen auseinandergeschaltet. Weitere Regionalzeiten sind 9.25 und 16.25 Uhr. Außerdem wird auseinandergeschaltet immer dann, wenn etwas los ist.

• Alle Lokalradios in Nordrhein-Westfalen übernehmen jetzt das radio NRW-Mantelprogramm. Zuletzt wechselte Antenne AC (Kreis Aachen) von RTL Radio Baden-Württemberg zum Rahmenprogrammanbieter nach Oberhausen.  

Einmal im Monat präsentiert Dieter Dorner das »Mitteleuropa-Magazin« auf Radio Österreich 1. Daran beteiligt sind neben dem ORF die Radiostationen von Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Ungarn und landesweit die italienische RAI.

• Bisher bot das Hörfunkprogramm Bayern 3 zu verschiedenen Tageszeiten verschiedene Arten von Nachrichten unter dem Sammelbegriff »Bayern 3 Info«. Vom 4. Oktober 1993 an wird es stündlich »Bayern 3-Nachrichten« geben und zwar eine Mischung aus Meldungen, Kurzberichten von Korrespondenten und Originalton-Zitaten. Damit erhalten die Hörer jeweils zur vollen Stunde authentische Nachrichten vom Geschehen in Bayern, Deutschland und der Welt. Die Schlagzeilen zur halben Stunde am Morgen werden beibehalten.

Radio PSR intensiviert nach Fertigstellung der Umbauarbeiten des Vogtland-Studios in Plauen die regionale Berichterstattung im Programm. Studioleiter in Plauen ist Gunther Brand, der redaktionell eng mit dem Regionalstudio Chemnitz und dem Funkhaus Leipzig zusammenarbeitet.

MDR Info bietet jetzt jeden Tag 24 Stunden lang Nachrichten, Berichte, Wetter und Verkehr im Viertelstundentakt. Der wurde nun auch vom Mittelwellen-Programm übernommen.

„Papstfinger“ oder „Dito del Papa“ - so nannten die deutschen Techniker von Telefunken scherzhaft eine Antenne, die sie 1937 gebaut haben. Es handelte sich dabei um einen Rundstrahler für Kurzwelle vom Typ „Ground-Plane“, deren Höhe 64 Meter beträgt und deren vertikaler Strahler je nach der auszustrahlenden Wellenlänge regulierbar ist. Außer dem „Papstfinger“ ragen in der Nähe des Senders, der von Marconi eingerichtet worden ist, noch drei logarithmischperiodische Drehantennen für Kurzwelle in den Himmel. Zwei von ihnen wurden im Jahr 1962 gebaut und eine noch größere im Jahr 1986. Auf dem Turm Leo XII ragt die UKW-Antenne, die aus vier über 10 Yagi-Antennen besteht. In den kommenden Monaten nun wird sich das Panorama der Antennen auf dem Vatikanhügel ändern: Der „Papstfinger“ und die logarithmische Antenne werden abgebaut. Letztere diente dem telegrafischen Verkehr der Vatikanstadt, der aber jetzt via Satellit abläuft. Foto: © Radio Vatikan

• Der FFB-Sender Goslar/Schalke auf 92,7 MHz, der zuletzt Europe 1 ausstrahlte, stellte den Betrieb ein. Auf 92,6 MHz soll nun NDR 4 Hannover auf Sendung gehen.

• Mit einem Sonderprogramm am 20. Oktober 1993 feierte WYFR („Your Family Radio“) Okeechobee 20 Jahre auf Kurzwelle. Die amerikanische Missionsgesellschaft hatte 1973 einen maroden Kurzwellensender in Scituate übernommen und ab 1977 in Florida eine neue Station aufgebaut. Es war eine Besonderheit in der US-Rundfunkgeschichte, dass einige Jahre gleichzeitig zwei tausende von Kilometern getrennte Stationen unter demselben Rufzeichen WYFR arbeiten konnten.  

• Am 30. Oktober 1993 feiert der Schweizer Zweig des Evangeliums-Rundfunks sein 20-jähriges Bestehen im Stadthof in Zürich-Oerlikon. Obwohl seit Beginn des ERF in Wetzlar im Jahr 1959 auch Schweizer beteiligt waren, wurde erst 1973 ein ERF-Schweiz gegründet. Bis voriges Jahr produzierte der ERF seine Sendungen in einer alten Villa in Herrliberg am Zürcher See und zog dann in ein Bürogebäude in Pfäffikon bei Zürich um. Der ERF-Schweiz ist auch mit rund 300 Sendungen beteiligt an den Programmen über Trans World Radio Monte Carlo, Radio Tirana und via Astra. Seit zehn Jahren ist der ERF über das Züricher „Radio Z“ regelmäßig mit Kurzbeiträgen zu hören. Bisher sind Sendungen bei über 20 Lokalstationen eingespielt worden. Missionare des ERF-Schweiz sind Lars und Silvia Gunnarsson seit 1990 in Swaziland (Afrika) und Marlies Maier seit 1990 auf der Karibikinsel Bonaire.

• Seit Oktober geht radio SAW - die Sachsen-Anhalt Welle - mit dem Hitmobil auf Reisen, kreuz und quer durch das Sendegebiet. Einsatzorte sind Messen, Open-Air-Feste, Stadtfeste und andere Publikumsveranstaltungen. An Bord ein SAW-Moderator, der vor Ort für fetzige Musik sowie für jede Menge Aktion sorgt und dabei ein offenes Ohr für die Wünsche und Interessen der Hörer zeigt. Ausgestattet mit einem Reporter-Funktelefon hat der Moderator auch die Möglichkeit, sich live ins laufende SAW-Programm einzuschalten.

• Brigitte Barthel neue Programmchefin von Radio Salü: Die neue Programmchefin ist seit Sendestart am 31. Dezember 1989 bei Radio Salü als Moderatorin tätig und seit Anfang 1991 für das Musik-Management des Senders verantwortlich. Damit hat sie wesentlich zur Aufbauarbeit und zum Erfolg des saarländischen Privatsenders beigetragen. Brigitte Barthel führte bisher das gesamte Musikplanungssystem und leitete die Abteilung Music Research. Ihr Hauptziel als Programmchefin sieht sie vor allem darin, den Sender weiterhin auf Erfolgskurs zu halten unter Einhaltung des bisherigen Hot AC Formats. Das Salü-Programm soll künftig noch attraktiver und abwechslungsreicher werden. Die Hörer-Sender-Bindung wird dabei im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen.

• Der Südwestfunk ist der erfolgreichste deutsche Radioanbieter im Elsaß. Dies bestätigt eine von Infratest-Kommunikationsforschung München im Gebiet Bas-Thin / Straßburg im Frühjahr 1993 durchgeführte Repräsentativbefragung. Nach den Ergebnissen der Studie erreichen die SWF-Programme im Befragungsgebiet an einem durchschnittlichen Wochentag (Montag bis Sonntag) fast 100.000 Hörer. Hörfunkdirektor Peter Frei sieht darin eine erneute Bestätigung für die jahrzehntelange Programmarbeit des Südwestfunks für den gemeinsamen badisch-elsässischen Kulturraum.

• Seit der „Aktion Blitz“ von MDR 1 - Radio Thüringen achten Kraftfahrer im Land häufiger auf ihr Fahrverhalten. Das ergab eine Telefonbefragung, welche die Radiomacher aus Weimar durchführten. 382 Kraftfahrer gaben in der Zeit von 7.15 bis 17.00 Uhr Auskunft. Weit über 90 Prozent der Befragten begrüßten die Aktion. Die Thüringer Polizei verspricht sich von der „Aktion Blitz“ einen Rückgang der Verkehrsunfälle, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht werden. Mittlerweile beginnt die „Aktion Blitz“ auch in anderen Bundesländern Schule zu machen. Die Idee zu der Aktion hatte MDR 1 - Radio Thüringen-Chef Matthias Gehler.

• Mit der Aktion „Heißer Werbe-Herbst“ entwickelt und erprobt der Privatsender Antenne Sachsen innovative Formen der Hörfunkwerbung. Damit bekommt der gute alte Rundfunkspot zunehmend Konkurrenz, zum Beispiel durch Sponsoring, Patronate und Präsentationen. „Gebührenfreier privater Rundfunk wird letztendlich ermöglicht durch die werbetreibende Wirtschaft, die ihn finanziert“, so Hans Rombeck, Marketing-Chef des Senders. „Wichtig ist dabei dem  Hörer deutlich zu machen, dass die jeweilige Sendung eine echte Service-Leistung des Sponsors und Präsentators ist“. Antenne Sachsen sendet ein oldie-based AC Musik-Format und hat mit rund 30 Prozent einen relativ hohen Wortanteil; damit zielt der Sender auf das kaufkräftige Publikum zwischen 30 und 49 Jahren.

• ANTENNE MV ging mit neuen Programmideen, bereits bewährten Elementen und kompetenter journalistischer Berichterstattung in die erste „Wintersaison“ nach dem Sendestart am 31. Mai 1993. „Wir wollen unser Programm der Jahreszeit anpassen“, so Wellenchef Horst Müller. Für besonders wichtig hält er die weitere Stärkung der journalistischen Kompetenz. Mit Stolz verweist er dabei auf die täglichen Informations- und Hintergrundsendungen »Journal«, »Redaktion« und »Spezial«. Dieses umfassende Angebot, so Müller, werde nur von wenigen anderen privaten Hörfunksendern in Deutschland erreicht.  

• Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat zum 1. November 1993 erstmals Mittelwellen an private Anbieter vergeben. Die Mittelwelle Königs-Wusterhausen 603 kHz ging an RTL - Der Oldiesender, so dass RTL Radio jetzt mit zwei Programmen im Berliner Großraum vertreten ist. Die Berliner Mittelwellen 693 und 1359 kHz gingen an die Dauner Privatsender RadioRopa Info und Star*Sat Radio, die damit erstmals bei Lizenzanträgen in den ostdeutschen Bundesländern erfolgreich waren. Alle drei Stationen gingen noch am 1. November in Betrieb. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Mittelwellen gegen die zahlreiche Konkurrenz in UKW-Qualität behaupten können. Es ist das erste Mal, dass Privatsender in Deutschland Mittelwellen zugesprochen bekamen.

• Seit Anfang November läuft die alternative Radiosendung »Blue Monday« regelmäßig über den Äther: anfänglich noch auf Radio Chemnitz 102,1 und ab 1995 in der Powerversion auf ENERGY Sachsen / ENERGY Zwickau. Blue Monday-Macher Karsten Zinsik, der bereits im April mit der selbstfinanzierten Compilation-CD "Blue Monday On Air" für Furore in der Undergroundszene sorgte, bewarb sich jüngst auch für den Hörfunkpreis 1994/95 der SLM und erhielt eine "ehrende Anerkennung" für den Hörfunkbeitrag Blue Monday. Gewürdigt wurde damit die kontinuierliche und hartnäckige Arbeit zur Förderung der heimischen Rockszene. Doch Karsten Zinsik gibt sich damit nicht zufrieden: im Herbst soll der nächste Blue Monday-Sampler "Blue Monday Vol. 3" erscheinen. Die Partyreihe zur Spezialsendung in verschiedenen Clubs des Landes (Chemnitz, Zwickau, Leipzig) wird ebenfalls fortgeführt.

• Lange geplant, am 5. November um 18.03 Uhr umgesetzt: MDR Sputnik sendet aus Halle/Saale. Unterkunft fand man in Gebäuden am Waisenhausring 8/9, die zuvor vom MDR-Fernsehen des Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt genutzt wurden. Bis zum Frühjahr 1994 sollen die Sputnik-Studios vollständig auf digitale Technik umgerüstet werden und der ARD als Hörfunk-Labor für neue Techniken dienen - bis hin zum DAB (Digital Audio Broadcasting). Die 39 festangestellten Sputnik-Mitarbeiter müssen neben dem Umzug von Berlin nach Halle auch noch die Umstellung vom „technikergesteuerten Sendebetrieb“ zum „Selbstfahrerstudio“ verkraften. Am Tag des Umzugs gaben die Staatskanzleien der MDR-Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen grünes Licht für die Abstrahlung des Programms im DSR-Paket. Unser Bild zeigt MDR Sputnik Moderatorin Birgit Abramelt im neuen Studio. Foto: © MDR

• Seit Mitte November 1993 informiert die hauseigene Wetterstation von ANTENNE BAYERN über die sogenannten "empfundenen Temperaturen". Dieser Infoservice basiert auf neuesten Forschungsergebnissen der Medizinmeteorologie. Danach kann man exakt berechnen, um wieviel Grad kälter - bei Windeinfluss - die Luft auf der Haut empfunden wird. Die aktuellen Werte gibt der Privatsender - je nach Wetterlage - laufend im Programm weiter.

• Radio PSR aus Leipzig, wird im Guinessbuch der Rekorde'95 stehen. Steffen Lucas moderierte vom 24. November, 18.00 Uhr bis 27. November, 15.00 Uhr - 69 Stunden durch. Damit hat er den alten Rekord von Dirk Steffke (66 Stunden) im Dauermoderieren gebrochen. Steffen Lucas musste unter anderem in den knapp drei Tagen rund 200 Mal den Verkehrsfunk vorlesen. Im Normalfall wechseln in dieser Zeit 18 Mal die Moderatoren, doch Steffen hielt durch. Das Verblüffende an dem Rekord war die Reaktion der Hörer: Steffen Lukas erhielt fünf Kilogramm Faxe, hunderte von Anrufen, Luftballons, Blumen, Erfrischungstücher und gekochte Nudeln. Nicht nur ganz Sachsen drückte ihm die Daumen, sondern auch viele Prominente, sogar die BBC London bekam von der Sache Wind und lud Steffen nach London ein. Nach dem Rekord feierte Radio PSR mit seinen Hörern in einem großen Festzelt.

• Ende November 1993 wurden die Sendeantennen für UKW und das 1. Fernsehprogramm am neuen 231 Meter hohen Gittermast des WDR-Senders Aachen-Stolberg in Betrieb genommen. Durch die größere Höhe von 24 Metern gegenüber dem alten Mast konnte eine zusätzliche Sendeantenne mit Richtdiagramm für WDR 4 (93,0 MHz) angebracht werden. Hierdurch wurden Verbesserungen des UKW-Empfangs in großen Teilen des östlichen Versorgungsgebietes erreicht. Foto: www.ukwtv.de 

• Seit 30 Jahren gibt es in Essen ein Studio des WDR. Von hier aus wird „Radio Ruhrgebiet“ ausgestrahlt, der Regionalfunk für und von Menschen im Revier. Schon 1959 mietete der erste WDR-Intendant, Hanns Hartmann, ein Zimmer in der Industrie- und Handelskammer und bot Rolf Buttler die Betreuung des Essener WDR-Studios an. Am 4. Juni 1984 sendete das Studio Essen zum ersten Mal eine eigene Regionalsendung: „Guten Morgen aus Essen“. Ab 1. Dezember 1987 hieß es dann „Radio Ruhrgebiet“.  

• Nachdem Radio PSR den Ausbau seiner Regionalstudios abgeschlossen hat, weitet der Sender seine Programme für die verschiedenen sächsischen Regionen aus. Der »Sachsenreport« wird jetzt viermal täglich in sogenannte Fenster auseinander geschaltet. Während die Sendungen am Morgen sich besonders dem aktuellen Geschehen in den Regionen zuwenden, stehen am Nachmittag örtliche Veranstaltungen und Freizeittipps im Mittelpunkt.  

• Mitte Dezember hat der BR das neue Korrespondentenbüro Bayerischer Wald in Kötzting eröffnet. Der Korrespondentin Heidi Wolf, die seit 1986 als Hörfunkmitarbeiterin aus den Landkreisen Cham und Regen berichtet, steht nun die vollständige technische Ausrüstung eines Klein-Studios zur Verfügung. Zu ihrem Berichtsgebiet gehören auch die grenznahen Gemeinden in der Tschechischen Republik. Über ein ISDN-Telefon werden Berichte und Reportagen ins Funkhaus nach München oder ins BR-Regionalstudio nach Regensburg überspielt. Auch Live-Schaltungen sind möglich. Die Korrespondentin schneidet und produziert ihre Reportagen selbst.

• Die Versammlung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) hat die Vergabe eines jährlichen Hörfunkpreises beschlossen. Im ersten Jahr werden „informative Reportagen über Sachsen“ ausgezeichnet, die über das soziale, politische und kulturelle Leben im Freistaat berichten.   

• Im November rief Radio PSR seine Hörer auf, Staumelder zu werden. Inzwischen sind zirka 300 Mitglieder im Staumelder-Klub registriert. Dabei handelt es sich um Leute, die geschäftlich oder privat viel mit ihrem Fahrzeug in Sachsen sowie in den angrenzenden Bundesländern unterwegs sind und ein Mobiltelefon besitzen. Sie informieren den Privatsender aktuell über Staus und Behinderungen auf den Straßen und Autobahnen Mitteldeutschlands. Die Staumelder leisten diese Hilfe unentgeltlich über eine gebührenfreie Telefonnummer, die nur den registrierten Klub-Mitgliedern bekannt ist.  

• Ein wenig Trash-Radio gefällig? Das wirkt nicht nur im Radio, sondern auch im Kino und im Fernsehen, wie der Film "Talk Radio" bewiesen hat. Zwar fiel der bedauernswerte Talkmaster im Film einem Attentat zum Opfer, doch das wird Bettina Rust, Moderatorin von »Night Talk« auf Premiere, sicherlich nicht widerfahren. Im Hamburger Raum herrschte Ende der achtziger Jahre eine wahre Talk-Welle: unerreicht Clemens Grüns »Stunde der Wahrheit« auf RADIO 107, beliebt aber auch Bettina Rusts »Late Date« bei OK Radio. Logisch, dass man so etwas dann auch im Fernsehen macht. Die Moderatorin sitzt hoch über Hamburg in einem Hotelzimmer und muss sich dann mit wütenden Premiere-Abonnenten herumquälen, die sauer sind, dass alle anderen die Sendung auch sehen dürfen. Sie ist nämlich uncodiert.