Radioarchiv

 Memories aus 20 Jahren RADIOJournal

Radio-Nachrichten 1992

• Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) beginnt am 1. Januar 1992 mit der Ausstrahlung seiner Hörfunk- und Fernsehprogramme. Der MDR wird das gemeinsame Fernsehprogramm für alle drei Länder (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) zunächst aus Dresden veranstalten. Einzelne Redaktionen werden in Gera und Halle angesiedelt. Chemnitz bleibt als Produktionsstätte erhalten. Im Hörfunk wird der MDR Gemeinschaftsprogramme für alle drei Länder veranstalten: MDR Life, MDR Kultur und MDR Info - sie kommen aus Leipzig. Dazu gibt es aus jedem Land eigene Angebote: MDR 1 Radio Sachsen aus Dresden, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt aus Magdeburg und MDR 1 Radio Thüringen aus Weimar. Innerhalb der Landesprogramme soll es eine für jedes Land dreifache Regionalisierung geben. In Sachsen wird darüber hinaus ein sorbisches Programm aus Bautzen ausgestrahlt. Neben den Landesprogrammen will MDR Life als moderne Servicewelle mit knappen Informationen und Verkehrshinweisen ein Massenpublikum erreichen mit einem Musikformat aus melodischer Popmusik und Oldies. Das wortorientierte MDR Info bringt Nachrichten im 15-Minuten-Takt, danach Ausführliches und Hintergrund, Wetter- und Verkehrsservice informieren die Hörer über das Wichtigste regional, national und international.

• Ab Januar wird Radio Mecklenburg-Vorpommern Landesfunkhaus des NDR. Seit kurzem ist die Station auf der Erfolgswelle Ostdeutscher Radiosender (Spitzenreiter mit 60,8 Prozent der Hörerreichweite). Mit seinen vier Senderstandorten (Schwerin, Putbus, Marlow und Helpterberg) verfügt RMV über die größte Reichweite und hat eine durchschnittliche Hörerschaft von 350.000 pro Stunde. Ein neuer lukrativer Werbemarkt erschließt sich erst im Sommer 1992, wenn die ganzen Ostseestädte von westdeutschen Touristen überschwemmt werden. Hier wird dann von RMV 2 auf UKW die "Ferienwelle" gesendet. Ob der Norddeutsche Rundfunk diese beibehalten wird, steht noch nicht fest.

25-jähriges Jubiläum feiert das „Telekolleg“. Den ersten Lehrgang unter dem Slogan „Lernen im Medienverbund“ startete der Bayerische Rundfunk im Januar 1967. Dieser neue „Zweite Bildungsweg“ war damals vor allem in Pädagogenkreisen als beinahe revolutionär empfunden worden. Rund 42.000 Absolventen hat das „Telekolleg“ mittlerweile zu begehrten Zertifikaten geführt, allein 13.000 davon kommen aus Bayern. Künftig soll das Angebot inhaltlich und räumlich erweitert und auch in den neuen Bundesländern offeriert werden.

• In Straßburg wurde am 20. Januar die erste gemeinsam errichtete deutsch-französische UKW-Sendeanlage auf 88,9 MHz (1 kW) für das Programm S4 Baden-Württemberg in Betrieb genommen.

• Auf der Frequenz 101,1 MHz von Schwarzwaldradio gibt es werktags nur noch etwa elf Stunden Lokalprogramm. Ansonsten wird als Mantel Radio Regenbogen übernommen. Auch die eigenen Programme aus Freiburg werden mit Regenbogen-Jingles ("Ihr Programm für den Schwarzwald" bzw. "Ihr Programm für die Region" ausgestrahlt.

• Etwas später als ursprünglich geplant nahm in NRW Radio Kiepenkerl am 1. Februar den Betrieb auf. Gesendet wird für den Kreis Coesfeld auf 106,0 und 107,4 MHz.

• Der Deutschlandfunk beging am 10. März 1992 sein 30-jähriges Bestehen. Am 1. Januar 1962 war der Kölner Informationssender für Deutschland und Europa erstmals auf Sendung gegangen. Nach gültigen Bundesrundfunkgesetz hat er den Auftrag, ein umfassendes Bild Deutschlands zu vermitteln. DLF-Intendant Edmund Gruber bilanzierte: „Information pur, ungeschminkt der Wahrheit dienen. Das war das Geheimnis des Erfolgs über dreißig Jahre hinweg“.

• Mit einer technischen Reichweite von 22 Mio. Hörern in der Bundesrepublik präsentiert sich Radioropa Info, der erste deutschsprachige 24-Stunden Nachrichten- und Informationssender. Geboten werden rund um die Uhr vor allem Informationen: viermal pro Stunde fünf Minuten Nachrichten. Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Nachrichten-Schwerpunkte, allgemeine News laufen zur vollen Stunde, Europa-Meldungen eine Viertelstunde später. Sechsmal täglich werden die deutschsprachigen Nachrichten der BBC London übernommen und um acht Uhr auch die der Voice of America. Das Thema Europa wird ganz groß geschrieben. Am Abend gibt es wechselnde Themenschwerpunkte. Interessant für Fernhörer ist der wöchentliche »DX-Report«. Die Verbreitung erfolgt via Satellit, Kabel und über terrestrische UKW-Frequenzen in Daun und Mainz. Im November 1991 wurden eigene Studios in Bonn und Berlin eröffnet.

• Die Sendestation Brotjacklriegel im Bayerischen Wald hat der BR in den letzten Jahren baulich erweitert und technisch modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten zählt die Station nun zu den  modernsten Sendeanlagen Europas. Im Auftrag der Deutschen Bundespost Telekom betreibt der Bayerische Rundfunk von dort auch die Programme Deutschlandfunk und ANTENNE BAYERN. Die Reichweite des UKW-Senders Wendelstein für das Programm B5 aktuell (105,7 MHz) wurde deutlich erhöht. Vom Wendelstein strahlt der Bayerische Rundfunk nunmehr seine fünf Hörfunkprogramme mit der gleichen Leistung aus.

• Anfang des Jahres startete auf der Frequenz von SFB 1 das neustrukturierte Programm „Berlin 88 8“. Es soll zum Markenzeichen in der ganzen Stadt werden, ein Regionalprogramm für alle Berliner. Berlin 88 8 bietet live-Berichte, Reportagen, Außenübertragungen vor und mit Publikum von Weißensee bis Reinickendorf sowie Informationen aus Kultur und Wirtschaft. Die Service-Welle für die Hauptstadt will die Stammhörerschaft von SFB 1 um die „mittlere“ Generation erweitern und gleichzeitig die Berliner in Ost und West einander näher bringen.

• Gegen „Rundfunkpiraten“ stürmten laut Presseberichten österreichische Polizisten im (bewaffneten) Kampf die Technische Uni in Wien. Sie beschlagnahmten eine Sendeanlage des „Ersten Freien Radio“. Die „mobilen“ Funker waren jedoch am Abend auf UKW 103,3 MHz wieder on air. Unterstützt werden sie von den Grünen, die einen von der „Pressure Group Freies Radio“ ausgearbeiteten Gesetzentwurf zur Zulassung der Privatradios präsentierten. Illegale „Piratensender“ mit fantasievollen Namen sind auch in Vorarlberg aktiv. Im Dreiländereck am Bodensee schießen sie förmlich aus dem Boden. Sollte irgendwann in Österreich Privatfunk zugelassen werden, wollen sie sich als „Nichtkommerzielle“ offiziell um Lizenzen bewerben.

• Radio Arabella in Flammen: Gute Nerven behielt Moderator Michael Schumacher, als ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag (25./26. Januar) Rauchschwaden im Studio einnebelten. "Es zieht weißer beißender Rauch durchs Studio und keiner weiß woher. An der Zigarette liegt's nicht..." meldete er kurz vor 3.00 Uhr in Münchens Äther. Es war kein Gag: vergeblich blieb der Versuch, gemeinsam mit einem Kollegen den Brand mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle zu bringen. Fünf Minuten später standen Besatzungen von drei Feuerlöschzügen und zwei Polizeifahrzeugen im Studio, die dann den Brand eines Trafos für die Notstrombatterien innerhalb von zehn Minuten gelöscht hatten. Denn auch Polizei und Feuerwehr hatten mitgehört, und dazu hunderte von besorgten Hörern, die Alarm schlugen. Das Programm ging natürlich trotz Rauch und Flammen weiter.

• 15-jähriges Jubiläum feierte das unterfränkische Regionalprogramm des Bayerischen Rundfunks, die „Welle Mainfranken“, am 6. Februar. Es war seinerzeit das fünfte der inzwischen sechs Regionalprogramme in Bayern. Deren Aufgabe ist es, aus der Region für die Region zu berichten, die jeweiligen Eigenarten und damit die bunte Vielfalt der bayerischen Landschaften zwischen Karwendel und Rhön, zwischen Spessart und dem Chiemgau, aber auch in den anderen Hörfunkprogrammen des weißblauen Senders, präsent werden zu lassen.

• Das »Morgenmagazin« auf WDR 2 feierte sein 25-jähriges Bestehen. Am 13. Februar 1967 krähte zum ersten Mal der Hahn im WDR-Radio und weckte viele Hörerinnen und Hörer in Nordrhein-Westfalen. Zum Jubiläum kramte das „MoMa“ in der Erinnerungskiste. Aus Berlin gratulierte der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Friedrich Nowottny. ARD-Sportreporter Günter Isenbügel, Reporter der ersten Woche im »Morgenmagazin«, das damals noch „heute morgen“ hieß, berichtete von den Olympischen Winterspielen in Albertville. Musikalisch begleitet wurde die Sendung vor allem von Hits aus dem Geburtsjahr 1967 (unter anderemm „No milk today“ von Herman’s Hermits, vor 25 Jahren die „Platte des Tages“ in der ersten Ausgabe des Morgenmagazins. Moderiert wurde die Jubiläumsausgabe von Manfred Breuckmann und Christine Lemmen; verantwortlicher Redakteur war Peter Klunkert. Im Bild: Die erste Ausgabe des »Morgenmagazin«, das damals noch »heute morgen« hieß, am 13. Februar 1967 mit Gisela Marx und Reinhard Münchenhagen am Mikrofon. Foto: © WDR

SFB und ORB haben sich Ende Februar endgültig auf zwei gemeinsame Hörfunkprogramme geeinigt, nachdem entsprechende Verhandlungen kurz zuvor schon als "gescheitert" bezeichnet worden waren. Jetzt soll es sowohl ein gemeinsames Jugendradio (Federführung: ORB; die Keimzelle - Rockradio B - sendet mittlerweile 12 Stunden über die DT 64-Frequenzen in Brandenburg) und eine gemeinsame Info/Service-Welle geben (Federführung: SFB).

• Irene von Mühlendahl, langjährige Redakteurin beim Deutschen Dienst der BBC, ging mit Kollegin Merete Blatz auf Deutschland-Tournee im roten Doppeldeckerbus der BBC. Für die Fans der beliebten Sendereihe »Tips für Touristen« und alle am Urlaub in Großbritannien Interessierten hat die BBC eigens eine Cassette mit einer Auswahl der schönsten Tips produziert. Im Bild: Michael Kaye, Leiter des Deutschen Dienstes der BBC und Irene von Mühlendahl auf einem Empfang zur Feier ihres 80. Geburtstages im Februar 1992. Foto: © BBC

• Die SDR/SWF-Funklotterie ging am 7. März zum 750-igsten Mal auf Sendung. Begonnen hatte dieses Rate- und Antwortspiel im Jahre 1949 unter dem Aspekt, Menschen in Not der Nachkriegsjahre zu helfen. Darum hieß der erste Titel „Frohes Raten – gute Taten“ mit einem Einsatz von 50 Pfennigen und einem Hauptgewinn von 300 Mark. Trotz starker Konkurrenz durch viele Lotterien im Bundesgebiet hat sich die Funklotterie über Jahrzehnte behauptet. Nach 42 erfolgreichen Spieljahren der Südfunklotterie in SDR 1 wurde im September 1991 erstmals auch das Sendegebiet des Südwestfunks in der Ausstrahlung mit einbezogen und somit ein größerer Teilnehmerkreis angesprochen. Seit Bestehen hat die Südfunklotterie bzw. SDR/SWF-Funklotterie 66 Millionen DM eingespielt. Damit konnte der soziale Zweck und Sinn der Sendereihe über die Verbände der freien Wohlfahrtspflege notleidenden Mitmenschen zu helfen, erfüllt werden.

• Die »Niederdeutsche Chronik«, eine der ältesten Hörfunk-Sendungen des Norddeutschen Rundfunks ist 40 Jahre alt geworden. Der Wandel in der Geschichte und Gegenwart des niederdeutschen Raumes ist das Thema dieser Sendereihe. Am 8. März 1952 wurde die erste Ausgabe auf den Wellen des damaligen NWDR, Bereich Norddeutschland, und von Radio Bremen ausgestrahlt. Die Beiträge galten landes- und heimatkundlichen Themen, zum Beispiel dem Helgoländer Wörterbuch, der Volkstradition oder der niederdeutschen Sprachforschung an der Universität Hamburg. Heimat, so hieß es zum zehnjährigen Bestehen, „ist nicht ein Besitz, den es zu bewahren gilt, sondern eine Aufgabe, die zu leisten ist“. In diesem Sinn hat die Chronik bis heute die Aufgabe behalten, über den steten Wandel der Gesellschaft und der Lebensbedingungen zu berichten und Orientierungshilfen zur Identität in den Regionen Norddeutschlands zu geben. Mecklenburg-Vorpommern gehört historisch und kulturell dazu. Die Berichterstattung darüber, hat nun ihren festen Platz in der Chronik. Radio Bremen, eigentlich Begründer der traditionellen Sendung, ist seit den 80er Jahren nicht mehr dabei.

• Am 4. Mai um 9.05 Uhr war auf der NDR 1 Hamburg-Welle die neue Vormittags-Sendung »Studio Eins« zum ersten Mal zu hören. Noch mehr Aktuelles aus Hamburg heißt die Devise (Veranstaltungshinweise, Hintergrundgespräche, Verbrauchertipps und Stadtreportagen, Ratespiel). Noch mehr als bisher soll Hamburg auch im Mittelpunkt des »Stadtwecker« von 5.30 bis 9.00 Uhr stehen. Jeweils zur vollen Stunde wird in Hamburg-Welle Aktuell das neueste aus Hamburg und der Welt geboten, in Berichten, Live-Reportagen und Kommentaren. Um halb gibt es Kurznachrichten sowie den Verkehrs- und Wetterservice.

• RPR sendet aus Köln: Mitten in der Kölner Innenstadt, im Olivandenhof, befindet sich seit dem 2. September 1991 das „gläserne Open-Air-Studio“ von Radio RPR. Hier werden täglich (außer sonntags) zwei Stunden Live-Programm produziert: Von 12.00 bis 13.00 Uhr geht die »Ortszeit«, das aktuelle Mittagsmagazin aus Köln für Köln, on air. Von 17.00 bis 18.00 Uhr heißt es »Rush-Hour«, ein buntes Feierabendmagazin mit Gästen aus Show, Sport, Politik und Kultur sowie aktuellen Reportagen, Themen und Regionalnachrichten. Als Moderator wurden unter anderem das Kölner Original King-Size-Dick, der Kölner Kabarettist Bernd Stelter (Bild) und Bernd Schmellenkamp verpflichtet. Das Regionale Fenster innerhalb des RPR-Programms ist auf der UKW-Frequenz 103,5 MHz im Großraum Köln-Bonn-Ahrweiler zu empfangen. In den restlichen Programmstunden sendet Radio RPR sein Programm aus der Zentrale in Ludwigshafen bzw. Koblenz. Hörerpost kam auch schon aus Aachen, Olpe und Siegen. Foto: © RPR

• Abschied von RIAS-TV: Am 22. August 1986 ging RIAS-TV erstmals on air. Der Auftrag für den Fernsehneuling war präzise vormuliert: RIAS-TV produziert Informationssendungen für Berlin und die DDR. Der Start erfolgte damals mit einer 38-minütigen politischen Magazinsendung am frühen Abend. Später kamen das Frühstücks-Fernsehen (3. Oktober) und das freche Jugendmagazin HIGH LIVE (18. Februar 1989) hinzu. Vom 3. Oktober bis 31. Dezember 1990 ging das Frühstücks-Fernsehen aus der Voltastraße in Berlin-Wedding bei ARD und ZDF gar bundesweit über die Bildschirme. Anfang Februar 1992 verabschiedete sich RIAS-TV weitgehend von der deutschen Fernsehbühne. Lediglich das »Abendjournal« (Montag-Samstag von 17.45 bis 18.15 Uhr) blieb noch bis zum 28. März erhalten. RIAS-TV schlüpft nun unter das Dach der Deutschen Welle und produziert ab April 1992 ein aktuelles Auslandsfernsehprogramm.

• Das Studio Heilbronn des Süddeutschen Rundfunks feierte sein 20-jähriges Bestehen. Am 1. April 1973 nahmen vier Mitarbeiter ihre Arbeit auf und betreuten fortan die Region Franken für alle Programme des SDR. Unter Studioleiter Werner Kieser wurde die Berichterstattung kontinuierlich ausgebaut, ehe dann durch seinen Nachfolger Lutz Wagner der erste Frankenradio-Versuch (heute "S4 Frankenradio") unternommen wurde.

• „Radio hören ist gut. Radio Essen ist besser“. Unter diesem Motto ist der Essener Lokalfunk am 1. April angetreten. Das Programm selbst kann sich hören lassen. Von einigen kleinen technischen Pannen zwischendurch abgesehen, klingt das Lokalradio, als sei es schon ewig auf Sendung. Herausragender Unterschied zu anderen Stationen in der Umgebung ist die Stunde zwischen 13.00 und 14.00 Uhr: im täglichen Wechsel wird von Montag bis Freitag von jedem der sechs Marktplätze berichtet. Damit kann der Sender neben dem »Direkt-Magazin Tagesthemen« seine Hörernähe alltäglich unter Beweis stellen und aufschnappen, was die Menschen in den Stadtteilen bewegt.

• Am Mittwoch, den 15. April feierte Radio RPR im Kölner Olivandenhof eine Premiere: Mariele Millowitsch ging auf Sendung. Der Millowitsch-Talk blickt hinter die Kulissen von Theater, Kino, Film, Musik und Show. Zu den Gästen gehören Kölner Prominente aus Kultur, Kunst und Szene. In der Premierensendung begrüßte Mariele unter anderem Samy Orfgen, die derzeit im Theater am Sachsenring und mit ihrer Fernsehshow „Der Wohnzimmer-Oscar“ große Erfolge feiert. Mariele Millowitsch ist neben King Size Dick der zweite prominente Gast-Moderator im Kölner Außenstudio von Radio RPR. Foto: © RPR

• Eine eigene Bushaltestelle hat radio NRW bekommen. Aus dem Halt „Hauptverwaltung“ wurde in beide Fahrtrichtungen „radio NRW“. Die vier Buslinien, die hier halten, verbinden das radio NRW-Funkhaus in der Hauptverkehrszeit (montags bis freitags) im Zehnminutentakt mit dem Oberhausener Bahnhof.

• Deutschlands erfolgreichste Service-Welle will seinen Hörern künftig mehr anbieten als nur Radio. SWF3 DER CLUB soll ein Treffpunkt für alle SWF3-Hörer werden und eine Plattform für ihre Interessen. Es wird auch eine eigene Zeitschrift herausgegeben: SWF3 DAS MAGAZIN. Inhaltliche Schwerpunkte sind Rock und Pop, Satire und Comics, Szene und Trend, Reise und Abenteuer. Der Club wird für seine Mitglieder Konzerte, Shows, Filmvorführungen und Diskotheken veranstalten sowie ein eigenes Reiseprogramm organisieren (»SWF3 ROAD SHOW«). Außerdem werden exklusiv Bücher, Platten, CDs und Videos herausgegeben.

• Am 1. Mai von 6.00 Uhr früh bis 1.00 Uhr nachts startete erstmals das „Europa-Radio des ORF“. Damit wurde das neue Blue Danube Radio (früher Ö3 International) zu einem vollwertigen Programm des Österreichischen Rundfunks, das auf den bisher gewonnenen Erfahrungen aufbaut. Es gibt drei konkrete Ziele: Anspruchsvolles Programm mit guter Musik, News und internationalem Flair; für Österreich ein Dialog mit Europa und der Welt; für den ORF eine Zukunftsstätte – technisch und organisatorisch modernes Radio als Beispiel für das gesamte Unternehmen. Besonderes Augenmerk wird bei Blue Danube Radio auf den Europagedanken gelegt: Sowohl in eigenen Sendungen und Sendereihen als auch in Magazinen und Berichten sowie Features verschiedener Auslandssender soll in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür erweitert werden, dass Österreich ein Teil des zusammenwachsenden Kontinents ist.

• 40 Jahre Sender Aalen: Seinen 50. Geburtstag und die Einweihung des neuen Senders für das Erste Fernsehprogramm am Standort Aalen-Braunenberg feierte der SDR am 5. Juni 1992. Von dort werden sowohl die Hörfunkprogramme SDR 1, S2 Kultur, SDR 3 und S4 Baden-Württemberg als auch das Erste Fernsehprogramm verbreitet. Die Hörfunkprogramme, die von hier abgestrahlt werden, können bis ins angrenzende Bayern und im gesamten Ostalbkreis empfangen werden. Der vor 40 Jahren in Aalen errichtete Gittermast verbreitete zunächst nur das Programm SDR 2, wird heute aber nicht mehr als Sender genutzt. Diese Aufgabe hat der daneben stehende, 1957 errichtete 80 Meter hohe Betonturm, dem ein 62,3 Meter hoher Gittermast aufgesetzt wurde, übernommen. Erst dieser weit sichtbare Sendeturm - ein Werk von Professor Fritz Leonhardt, der auch den Stuttgarter Fernsehturm erbaute - machte die Installation größerer und damit leistungsfähigerer Antennenanlagen für Hörfunk und Fernsehen möglich. Am SDR-Sender Aalen sind rund um die Uhr sechs Techniker beschäftigt.

• Auf den bisherigen UKW-Frequenzen des Jugendsenders DT 64 ging am 1. Juli der sächsische Privatsender Radio PSR auf Sendung. „Ziel ist es, gängige Musik mit Informationen aus dem Land zu verbinden“, so Programmdirektor Jürgen Vogel (Bild) in Leipzig. Der Wortanteil soll etwa 20 bis 25 Prozent betragen. Zu jeder vollen Stunde gibt es Welt- und zu jeder halben Regionalnachrichten (um jeweils fünf Minuten vor). Zunächst wird das Programm in Leipzig produziert und von dort aus über fünf unterschiedliche Frequenzen gesendet. Für später sind Studios in Dresden, Chemnitz, Plauen und Löbau geplant. Foto: © PSR

• Nach einer Bauzeit von knapp 14 Monaten hat der Südwestfunk (SWF) am 10. Juli 1992 in Mainz das Richtfest für sein neues Funkhaus gefeiert. Das bisher größte Bauvorhaben des Senders umfasst eine erhebliche Erweiterung der Studiokapazitäten im Hörfunk und im Fernsehen sowie eine grundlegende Sanierung der bisherigen Einrichtungen. Markanter Blickfang ist ein achtgeschossiger Turm, der den Eingangsbereich sowie Redaktions- und Konferenzräume beherbergen wird.

• Am 11. Juli wurde in New York das erste Programm des SFB, Berlin 88 8 mit dem ersten Preis für die besten Radiojingles unter 80 Teilnehmern aus 35 Ländern (unter anderem Neuseeland, Australien, Irland und Großbritannien) ausgezeichnet. Die Jury erkannte insbesondere an, dass es sich bei diesen Radiokennungen um Eigenproduktionen des SFB mit Berliner Komponisten und Musikern handelt.

Erwin Linnenbach ist ab 1. August 1992 zum Geschäftsführer der Radio PSR GmbH, Leipzig, berufen worden. Der Diplom-Journalist und –Betriebswirt kommt von der EUROCOM Radio & TV GmbH, Düsseldorf, bei der er als stellvertretender Geschäftsführer die Abteilung Hörfunk leitete. Als erster Mitarbeiter und Referent von Helmut G. Bauer bei radio NRW war Erwin Linnenbach bereits am Aufbau des privaten Hörfunks in Nordrhein-Westfalen beteiligt.

• Hunderte von Postkarten mit Glückwünschen an die Lieben verliest Fritz Köhler jeden Mittag von 12.00 bis 13.00 Uhr auf NDR 1 Welle Nord. Keine Sendung der Welle Nord ist beliebter als das »Wunschkonzert«. Bis zu tausend Kartengrüße erreichen Fritz Köhler jede Woche. Um sie zu übermitteln,  hat die Sendung seit 7. September 1992 einen zweiten Teil. Nachmittags von 16.05 bis 17.00 Uhr gibt es das »Wunschkonzert am Nachmittag«. Neu dabei ist der »Wunsch in letzter Sekunde«. Moderiert wird die zusätzliche Wunschsendung von Christian Enner. Er gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Moderatoren der Welle Nord. Der gelernte Schauspieler moderierte von 1982 bis 1984 bereits die Sendung »Glückwünsche und Musik«. Seitdem sit er bei der Welle Nord am Mikrofon und oft bei den Hörern zu Gast im Land mit der »Musikbox«.

• Am 5. August 1992 eröffnete der Bayerische Rundfunk in Hof das neue „Korrespondentenbüro Oberfranken-Nord“. Damit ist es dem Sender möglich, in Hof ohne Übertragungswagen Radioreportagen zu produzieren und nach München (in einigen Wochen auch nach Nürnberg) zu überspielen. Hierfür werden digitale ISDN-Telefone eingesetzt. Berichtsgebiet sind die Stadt und der Landkreis Hof sowie die Landkreise Wunsiedel, Kulmbach und der oberpfälzische Landkreis Tirschenreuth. Der Korrespondent soll aber auch aus den grenznahen Landkreisen Sachsens oder der CSFR berichten. Betreut wird das Büro von Diplom-Journalist Nikolaus Neumaier. Bereits am 15. Juli hatte der BR ein eigenes Hörfunk-Korrespondentenbüro in Kempten/Allgäu in Betrieb genommen.

• Am Samstag, den 29. August meldete sich um 12.00 Uhr „Antenne Niederrhein“ aus Kleve (90,1 und 105,7 MHz) mit seinem Programm. Die ersten Minuten wurden versehentlich live aus dem Technikraum übertragen. Ununterbrochenes Telefongeklingel, nervöses Stimmengewirr und aufgeregtes Geschreie aus dem Hintergrund gingen live über den Äther. Erst nach sechs Minuten fand ein Kundiger das offene Mikrofon im Nachbarstudio, zog den Regler herunter und spielte Musik ein. Wenig später stand die Leitung zur Außenübertragung nach Geldern. Dort fand ein Straßenmalerfest bei regnerischem Wetter statt. Um 14.00 Uhr wurde das Rahmenprogramm von radio NRW aufgeschaltet. Mit den fünf Lokalstunden begann Antenne Niederrhein erst am nächsten Tag.

• Pünktlich ab 12.00 Uhr meldete sich am 30. August Radio RSG für die Städte Remscheid und Solingen mit einem bunten, gut vorbereiteten Programm. Kurz vor 17.30 Uhr stand die Siegerin eines vorbildlichen Heimatquiz fest. Sie gewann einen zweistündigen Rundflug. Um die Hörer schon vor den sechsstündigen Lokalsendungen an das Zweistädteradio zu binden, wurden in den Morgenstunden Hörergrüße vom Anrufbeantworter ausgestrahlt.

• Am 7. September um 7.00 Uhr brach in Großbritannien das landesweite Privatradio-Zeitalter an. Classic-FM heißt der Anbieter, der schließlich die erste Frequenzkette im Königreich meistbietend ersteigerte. Ein Mitbewerber war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sodass Classic-FM (Sitz: London) zum Zuge kam.

• Die Top-Hits der vergangenen 30 Jahre und viel Information aus Sachsen-Anhalt – das ist die Mischung, mit der radio SAW („Sachsen-Anhalt-Welle“) am 8. September um sieben Uhr on air ging. Gesendet wird rund um die Uhr. „Unser Name ist uns Verpflichtung“, so Programmdirektor Alexander Heukemes, „wir wollen mit einer Mannschaft aus Sachsen-Anhalt der Sender für Sachsen-Anhalt sein“. Folgerichtig stammt fast das gesamte Team aus dem Lande, dem sich radio SAW verpflichtet fühlt. Heukemes: „Jedes Land prägt seine Bewohner, jeder Menschenschlag hat seine Eigenheiten. Unser Team kennt Land und Leute, kennt diesen Menschenschlag und seine Besonderheiten“. Das Funkhaus befindet sich in der Großen Diesdorfer Straße in Magdeburg. Hier hat die Verlags- und Mediengesellschaft (VMG) als Zusammenschluss von Mittelständlern aus Sachsen-Anhalt sowie der Oldenburger Nordwest-Zeitung und Radio Schleswig-Holstein, modernste digitale Studiotechnik installiert, und zwar im wesentlichen mit Hilfe einheimischer Handwerksbetriebe. Ein Studio gibt es bereits in Halle; im Oktober soll eins in Dessau folgen. Weitere sind für Stendal und Wernigerode geplant. Zusätzlich zum landesweiten Programm will radio SAW von dort regionale Sendungen für Stadt und Umland ausstrahlen.

Am 14. September 1992 ging mit DNR ("Das Neue Radio") die erste lizenzierte landesweite Privatstation in Luxemburg on air. Der 1-Kilowatt-Sender steht in Luxemburg-Stadt, 100 Watt-Umsetzer sind übers Land verteilt. Im Testprogramm wurden zur vollen Stunde Nachrichten ausgestrahlt.

• Der südafrikanische Auslandssender Radio RSA, der bis vor zwei Jahren täglich auch ein deutschsprachiges Hörfunkprogramm nach Mitteleuropa ausstrahlte - es wurde zusammen mit Kurzwellenprogrammen nach anderen Kontinenten zugunsten einer Ausweitung der Afrika-Sendungen eingestellt - ist am 1. Oktober 1992 in Channel Africa umbenannt worden. Gleichzeitig startete Channel Africa zusätzlich mit einem rein afrikanischen TV-Service. Je ein halbstündiges Fernsehprogramm in englischer und französischer Sprache mit Nachrichten, Informationen und Bildungsbeiträgen wird jeder afrikanischen Rundfunkanstalt über Satellit kostenlos angeboten. Ansage Radio RSA aus Johannesburg, die "Stimme Südafrikas".

»Das Musikjournal« - eine bayerische Radio-Institution feierte seinen 30. Geburtstag. Am 1. Oktober 1962 war Premiere - damals mehr als Versuchsballon gedacht. Als erster deutscher Sender führte der Bayerische Rundfunk ein Morgenmagazin ein, zunächst nur nach den 7.00-Uhr-Nachrichten. Mit viel Musik - daher der Name - und eingestreuten Tips für den Alltag. Die Idee dazu hatte der ehemalige Leiter des Wirtschaftsfunks, Rudolf Mühlfenzl: Ein Verbrauchermagazin sollte her, mit Wirtschaftsthemen für jedermann. Das Konzept schlug auf Anhieb ein. Das journalistische Schlagwort „Lebenshilfe“ war noch gar nicht gefunden, aber das »Musikjournal« wurde von den Hörern dankbar als solche angenommen. Zu der angenehmen Verpackung zählten auch die Stimmen von Schauspielern, zunächst Rolf Castell und Niels Clausnitzer und bald auch die von Gustl Weishappel. In den Anfangsjahren wechselten sich die Moderatoren noch monatlich ab, später dann wöchentlich, und jetzt hat jeder aus dem heutigen Team „seinen“ Tag. Auch die Sendezeit wurde konstant ausgeweitet - bis auf nunmehr fast drei Stunden. Heute ist das „Journal“ ein in der Tat journalistisches Magazin, in dem die Elemente von einst aber nach wie vor ihren Platz haben. Derzeit gehören zum Moderatorenteam: Rudi Küffner, Brigitte März, Gabi Schnelle mit ihrer Glückwunsch-Mini-Drehorgel, Gustl Weishappel, Barbara Jelen, Wolfgang Küpper und Ulrich Paasche. Das »Musikjournal« ist eine der meistgehörtesten Sendungen des Bayerischen Rundfunks. Die Devise „Wir wollen den Tag positiv und gemütlich beginnen“ der verantwortlichen Redakteurin Brigitte März gilt seit der ersten Sendung.

• Radio Beijing (Peking) heißt seit dem 1. Oktober „Radio China International“. Dies geschah, weil in der chinesischen Hauptstadt Peking sich der Volksrundfunk mit „Radio Beijing“ meldet. So gab es bei Ausländern im Lande und bei der Hörerpost laufend Verwechslungen.

Am 23. Oktober 1992 hat Radio Euroherz das neue Vogtlandstudio Plauen eröffnet. Es ist technisch für Wortproduktion ausgestattet. Redaktionsleiterin Annett Lott kann dort, ohne den zeitraubenden Weg nach Hof, ihre Beiträge vor Ort selbst schneiden und produzieren. Berichtsgebiet des Korrespondentenbüros „Studio Plauen“ sind Stadt und Landkreis Plauen, Oelsnitz und Auerbach sowie das angrenzende Thüringen. Annett Lott wird aber auch aus der nahen Tschechischen Republik berichten.

• Zum Publikums- und Medienereignis wurde am 24. Oktober das erste MDR-Ostival, organisiert und präsentiert von MDR Life, dem Musikradio des Mitteldeutschen Rundfunks. Mehr als 5000 Besucher aus allen Teilen Ostdeutschlands zog es nach Halle, um in der Eissporthalle im ersten MDR Rock-von-Ost-Marathon die ehemaligen Größen des DDR-Rocks zu erleben. 28 Zeitungsredaktionen und fünf Fernsehteams von Elf 99, ZDF (Aspekte-Redaktion), Deutsche Welle, SAT.1 und MDR Sachsen-Anhalt waren vor Ort, um von diesem, von der Rennaissance des Ostrocks getragenen Musikereignis zu berichten.

• Seit dem 4. November 1991 präsentieren sich die baden-württembergischen Stadtradios in neuem Gewand. Unter dem Motto "Melodie für Sie" will man nun vor allem die über 35-Jährigen ansprechen. In Stuttgart hat sich Radio Schwabenland von den anderen Stadtradio-Anbietern unabhängig gemacht. Die drei Stadtradio 107,7-Anbieter bringen weiterhin Rock- und Popmusik.

• Die WDR-Sendereihe »Zeitzeichen« feierte ihr 20-jähriges Bestehen. Absicht der Redaktion: Geschichte erfahrbar machen, das Geschichtsbewusstsein fördern, um das Gegenwartsbewusstsein zu schärfen. Bedingungen für historische Vorgänge beschreiben, von den Lebensumständen früherer Generationen erzählen, die "Faszination Geschichte" spürbar machen. Das Daten-Fundament - im Premierenjahr täglich rund 20 Stichtagdaten mit 150.000 Hintergrundinformationen - wuchs unablässig. Heute stehen täglich rund 100 Daten pro Kalendertag zur Auswahl.

• Neuer Leiter und Nachfolger von Walter Fischer im Essener WDR-Studio wurde Ulrich Hinz, der schon 1984 - bevor er nach Köln wechselte - dort gearbeitet hatte. Seit 1981 gehörte er zu den Moderatoren der ältesten WDR-Sendung »Zwischen Rhein und Weser«, deren Leitung er schließlich übernahm.

• Radio Brocken – Mehr Infos für die Region: Der Oberbürgermeister von Halle, Dr. Klaus-Peter Rauen, brachte es auf den Punkt. Höchstpersönlich hat er am 10. November 1992 um genau 15.02 Uhr auf dem 70 Meter hohen Peterberg-Fernsehturm die neue UKW-Frequenz 93,5 MHz aufgeschaltet und dabei die Hoffnung ausgesprochen, dass jetzt „mehr über diese Region berichtet wird“. Geschäftsführer und Programmdirektor Steffen Müller bekräftigte das besondere Engagement von Radio Brocken für den Süden des Landes sowie die Kultur - und Wissenschaftsmetropole Halle. Das Sendegebiet von Radio Brocken reicht infolge der geografisch exponierten Senderstandorte (Brocken im Harz, Petersberg bei Halle) weit über Sachsen-Anhalt hinaus nach Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen). Zunächst gab es auf dem Musiksender lediglich Nachrichten im 30-Minuten-Takt; ab 1. Dezember wird ein moderiertes Vollprogramm gefahren, das auch eine Regionalschiene bekommen soll. Die Mischung besteht - neben den Werbeblocks aus 70 Prozent Musik und 30 Prozent Wortbeiträgen. Kernzielgruppe sind Hörer ab 30 Jahren. Neben dem Hauptsitz in Halle sind Regionalstudios in Magdeburg, Dessau und Stendal sowie Korrespondentenplätze geplant. In der Frühsendung »Radio Brocken - Putzmunter« (6.00 bis 10.00 Uhr) stehen Nachrichten zu jeder halben Stunde, Verkehrs- und Wetterinformationen sowie Beiträge mit Witz und Humor im Vordergrund. Durch die Nacht bleibt »Radio Brocken - Pausenlos« auf Sendung. Deutsche Schlager und Hits der 60er bis 90er Jahre prägen die Musikfarbe. Der Name Radio Brocken, so Geschäftsführer Steffen Müller, sei im Gefolge einer Umfrage unter den Hörern aus einer Vielzahl von Namensangeboten gewählt worden. Mit „Brocken verbinden die Hörer wie die Macher im Sender ganz bewusst die verbindende grenzüberschreitende Funktion des hohen Gipfels im Harz. Diese integrative Rolle zwischen Ost und West ist Hauptbestandteil der Programmphilosophie des Senders".

• Seit Mittwoch, den 25. November gibt es für Nachtschwärmer ein neues Domizil in der sächsischen Metropole - das MDR Life Club Café. Es ist täglich bis 3.00 Uhr geöffnet und wurde initiiert vom Musikradio des Mitteldeutschen Rundfunks. Das unterirdische Bistro-Life-Land befindet sich in den „Katakomben“ des Hotels Deutschland am Augustusplatz, direkt an der Leipziger Musikmeile zwischen Gewandhaus und Oper. Täglich wird den Besuchern musikalische Unterhaltung von der Live-Musik am Piano bis zum MDR Life DJ-Wettbewerb geboten. Ins Programm eingeplant sind auch MDR-Talkrunden und Autogrammstunden mit prominenten Gästen des Senders. Wellenchef Niels von Haken sieht in dieser Einrichtung eine gute Möglichkeit, den direkten Kontakt zwischen Hörern und Moderatoren herzustellen.

• Am 28. November um sieben Uhr ist in Coburg der neue Lokalsender „Radio EINS - Die WELLE“ gestartet. Als Anbieter sind beteiligt: FRC Radio Coburg GmbH, Neue Welle-Antenne Coburg Hörfunk- und Fernsehprogramm GmbH, NF Medien-Anbietergesellschaft und Welle Veste Coburg. Das Sendegebiet umfasst die Stadt Coburg sowie die Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels. Es werden täglich acht Stunden Lokalprogramm gefahren; in der übrigen Zeit wird das Zulieferprogramm der BLR übernommen.

• Ab 30. November bietet der Bayerische Rundfunk einen neuen Dienst für alle, die keine Verkehrsdurchsage von Bayern 3 verpassen, aber ein anderes Programm des BR einschalten wollen: RDS-EON. Das Radio Daten System RDS, das seit 1989 unhörbare Zusatzsignale für den UKW-Hörfunk liefert, wird mit EON noch leistungsfähiger. Das Kürzel EON steht für Enhanced Other Networks oder Erweiterte Zusatzinformationen über andere Programmketten. 

• Am 26. Mai hat der Österreichische Rundfunk gemeinsam mit der Caritas und dem Roten Kreuz die Aktion "Nachbar in Not" gestartet. Das Konzept: Von jeweils 40.000 Mark Spendengeldern wird ein Lastwagen mit Hilfsgütern beladen. Am 23. Juli hat sich der NDR der ORF-Aktion angeschlossen. Diese Gemeinschaftsaktion hat bisher 66 Millionen Mark Spendengelder erbracht; allein 6,8 Millionen Mark spendeten die Hörer und Zuschauer in Norddeutschland. Reporter von NDR und ORF begleiten viele Transporte in die Krisenregionen und legen Rechenschaft ab über den Einsatz jeder gespendeten Mark. Der Schweizer Sender Radio 24 schloss sich mit Aufrufen Ende November an.

Radio EINS ist das jüngste Kind im Bayernland und seit dem 28. November 1992 on air. Die Lokalstation wurde innerhalb von sechs Wochen realisiert und auf Sendung geschickt. Das Team ist jung (Durchschnittsalter 27). In der festen Schiene gibt es nur fünf Leute; an den Wochenenden kommen noch mal fünf Freie dazu. Hier sind die Allrounder gefragt. Das heißt Moderatoren und Redakteure in einer Person. Erste Reaktionen: Das Feedback von Rezipienten, Verbänden, Wirtschaft und lokalen Institutionen ist ausgesprochen gut.

• Auch die Kirchen sind jetzt im Privatradio in Sachsen zu hören. »Augenblick-Mal«, heißt die Verkündigungssendung, mit der die Katholische Kirche am 1. Adventssonntag über Radio PSR auf Sendung ging. Der Denkanstoß von „Kirche im Privatfunk“ (KiP), ist von Montag bis Freitag um 5.45 Uhr, samstags und sonntags um 7.45 Uhr zu hören. KiP will den Hörern von Radio PSR Informationen, Unterhaltung und Denkanstöße aus der Katholischen Kirche anbieten.

• Am 1. Dezember startet SWF 1 in Rheinland-Pfalz ein neues unterhaltendes und informatives Frühmagazin mit überregionalen und regionalen Informationen, aktuellen Tips und Hörermeinungen zu wichtigen Tagesthemen. Das »SWF 1-Morgenradio« zwischen 5.05 und 8.00 Uhr bringt Nachrichten mit O-Tönen und Kurzberichten zur vollen Stunde, zusätzlich jede halbe Stunde Regionalinformationen aus Rheinland-Pfalz. Die Musik kommt im neuen SWF 1-Sound: Aktuelle Hits und Oldies.

Radio PSR hat am 1. Dezember 1992 sein Regionalstudio in Chemnitz bezogen.

• Am 4. Dezember nimmt "Studio 1 FM", ursprünglich als "Radio Oberland" geplant, den Betrieb auf (Musikformat: Schlager und Volkstümliches). Man sendet Eigenprogramme aus dem Holzkirchener Studio und Übernahmen des Rahmenprogramms der BLR.

• Bundesweite Premiere: In einer gemeinsamen Veranstaltung der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (LPR), Radio RPR und OPD Koblenz wurde am 8. Dezember in den Räumen der LPR in Ludwigshafen die bundesweit erste Übertragung programmbezogener Zusatzinformationen im Radio Daten System (RDS) vorgestellt. Radio RPR strahlt bereits seit 1990 Sendernamen und die Bestsenderkennung für Autofahrer aus. Erstmalig über eine landesweite Senderkette werden jetzt weitere direkt von den RPR-Studios eingegebene Zusatzinformationen übertragen wie zum Beispiel: Nennung des RPR-Regionalprogramms, Programmhinweise und programmbegleitende Texte, sekundengenaue Uhrzeit, Angabe über die aktuelle Programmart (Nachrichten, Pop-Musik oder Sport). Die Programmartenkennung ermöglicht die gezielte automatische Auswahl von bestimmten Programmen (wie Nachrichten). Andere Programmarten werden dann stumm geschaltet.  

• AKK-Business Radio erhielt Lizenz: Die Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (LPR) hat am 17. Dezember 1992 der AKK-Sendezentrale GmbH & Co. KG aus Ludwigshafen und der Hamburger ISS Instore Satellite Service GmbH jeweils eine Erlaubnis für die bundesweite Veranstaltung von "Ladenfunk" erteilt. Die AKK-Sendezentrale mit ihrem "AKK-Business Radio" und die ISS Instore Satellite Service GmbH senden eine Mischung aus Musik und gezielt eingefügten Werbe- und Verkaufsinformationen.

• Neues Radio- und TV-Magazin: "Aviso" startete am 19. Dezember 1992 und informiert über die Radio- und Fernsehprogramme des ORF. Wöchentlich werden die neuesten Programme vorgestellt, wird über nationale und internationale Entwicklungen auf dem Radio- und Fernsehsektor berichtet und es werden Stars porträtiert. Präsentiert wird die Sendung von Sabine Sarközl.

• Zusätzlich zu den bestehenden Frequenzen in Magdeburg, Halle und Brocken/Harz sendet radio SAW seit 22. Dezember 1992 auch vom Senderstandort Leipzig-Wiederau auf 104,9 MHz. Das Startsignal für die Aufschaltung des mit 100 Kilowatt ausgestatteten Senders Leipzig gab die jüngst zur „Queen of the World“ gekürte Hallenserin Ines Kuba. Damit ist radio SAW nun auch im südlichen Teil Sachsen-Anhalts in ausgezeichneter Stereoqualität zu hören. Foto: © radio SAW

Radio Oberland startete am 31. Dezember 1992 in Garmisch-Partenkirchen und Weilheim/Schongau mit seinem Lokalprogramm für die beiden Landkreise. Gesendet wird täglich acht Stunden; in der restlichen Zeit wird das Zulieferprogramm der BLR übernommen.

• Zur Jahreswende konnten die Hörer mit einer ungewöhnlichen Hitparade den beliebtesten Radio PSR-Song wählen lassen. (Radio PSR-Songs sind deutschsprachige, eigenproduzierte Titel zu sächsischen Themen, die auf den Wellen des Privatsenders ausgestrahlt werden.) Mehr als 2000 Hörer haben sich an der Aktion beteiligt und zur Nr. 1 den "Sachsenrock" gekürt.